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Test LG 32EP950: OLED-Monitor überzeugt
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32 Zoll großer Monitor mit OLED-Technologie lässt alle anderen Panel-Technologien bei Kontrast und Bildaufbauzeit weit hinter sich

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung

Wie von der OLED-Technik erhofft und sich bereits zuvor angedeutet hat, ist das Schwarzbild schlicht perfekt. Das sonst zur Verdeutlichung noch verwendete Foto mit verlängerter Belichtung hat hier keinen Sinn. Schwarz bleibt schwarz – da kann man so lange belichten, wie man will. Auch die Themen „Glow“ und „Farbschimmer“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln entfallen vollständig. Besser geht es nicht mehr.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des LG 32EP950
Helligkeits- und Kontrastverlauf des LG 32EP950

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 262 cd/m². Das ist nicht einmal die Hälfte der Herstellerangabe von 540 cd/m². Das ist schon enttäuschend, denn die Herstellerangabe bezieht sich laut Website auf die „typische Helligkeit“ und nicht etwa auf die Spitzenhelligkeit in Teilbereichen des Bildschirms im HDR-Betrieb. Herunterregeln lässt sich die Leuchtdichte auf ein Minimum von 20 cd/m².

Nach der Kalibrierung sinkt die Maximalhelligkeit auf 247 cd/m² und der Minimalwert auf 19 cd/m². Damit ist in jedem Fall auch ein Arbeiten bei völliger Dunkelheit sehr gut möglich.

Inwieweit im HDR-Betrieb höhere Helligkeiten erzielbar sind und ob die Herstellerangabe zumindest dort doch noch erreicht wird, schauen wir uns später im Kapitel „Video“ noch einmal an.

Den Kontrastverlauf sucht man in der oben stehenden Grafik vergebens. Nach den Ausführungen zur Ausleuchtung dürfte das niemanden mehr überraschen. Bei der Messung ist zwar nur ein kleiner Teil des Bildschirms schwarz und der Rest zwischen Mittelgrau und Weiß. Dennoch ließ sich mit unserem Equipment in schwarzen Bereichen keinerlei Restlicht mehr ermitteln. Der Kontrast geht damit rechnerisch gegen unendlich. LG selbst gibt das statische Kontrastverhältnis mit 1 000 000:1 an.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

diagramm der Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Diagramm der Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 1,99 % und einer Maximalabweichung von 4,57 % ausgezeichnet. Bei der Farbhomogenität leistet sich der LG 32EP950 aber einen gehörigen Patzer. Messtechnisch fällt sie im Durchschnitt wie auch bei der Maximalabweichung einfach schlecht aus (Delta-C-Average: 2,64, Delta-C-Maximum: 4,58).

Subjektiv sieht es allerdings deutlich besser aus. Zwar ist bei grauen Flächen schon zu erkennen, dass die rechte Bildhälfte etwas kühler wirkt als die linke, wie wir bereits bei den Graustufen ausführlich gezeigt haben. Bei einem weißen Testbild fällt das aber kaum auf. Die Helligkeitsverteilung ist auch subjektiv ausgezeichnet, wie die Messwerte bestätigen. Kleinere Schwächen hätten wir am ehesten bei der Farbhomogenität vermutet – aber eben nur kleinere Schwächen und nicht ein derart schlechtes Ergebnis.

Bei mittiger Sitzposition sieht ein weißes Testbild tatsächlich recht homogen aus. Bewegt man den Kopf dagegen gezielt zum Beispiel zur Ecke links unten, bekommt dieser Bereich bei lotrechter Betrachtung plötzlich einen rötlichen Einschlag. Der gegenüberliegende Rand und vor allem die Ecke rechts oben sehen dagegen bläulich aus. Ersteres ist jedoch genau das, was auch das Messgerät zu sehen bekommt, da es immer lotrecht auf den Bildschirm schaut.

In der Praxis heißt das, dass man nur so lange eine verlässliche Bildhomogenität hat, wie man ordentlich zentriert vor dem Bildschirm sitzt. Die EBV-Tauglichkeit schränkt das vor allem im professionellen Bereich daher schon merklich ein.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des LG 32EP950
Coating des LG 32EP950
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der LG 32EP950 besitzt eine matte Oberfläche, allerdings mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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14 Gedanken zu „Test LG 32EP950: OLED-Monitor überzeugt“

  1. Der Tester hat den Monitor mit einem Windows PC getestet – wie funktioniert der denn mit einem Apple M1 Max und MacOS ???

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  2. Nutze aktuell ein EV2736 und EV2750.
    Mir ist eine möglichst gute Entspiegelung wichtig.

    Im Test steht „mattiert und entspiegelt“
    Auf den Unboxing Videos die ich mir angeschaut habe, waren zwar eine matte Oberflächse zu sehen, die aber trotzdem deutliche Spiegelbilder gezeigt hat …
    Auch das Microskopbild zeigt eigentlich nix was nach mattiert aussieht.

    Wie muss ich das einordnen ?

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    • Wenn Du Dir auf der ersten Seite des Tests die beiden Bilder in schräger Position ansiehst, dann siehst Du die Entspiegelung ziemlich gut.

      Ich selber habe leider noch keine eigene Erfahrung mit einem solchen Display sammeln können. Es ist kein glossy Panel, das Du als Schminkspiegel nutzen kannst. Aber es ist eben auch nicht so entspiegelt, dass man faktisch keine Spiegelungen auf dem Bildschirm wahrnimmt. Irgendwo dazwischen.

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  3. Teils sehr ausführlicher Test, danke.

    Wer Bildqualität auf Niveau eines Oled-TV erwartet wird hier enttäuscht. Das bietet der Monitor nicht.
    Schuld daran ist das billige matte coating.
    Ein aktueller kalibrierter Oled-TV von LG, Panasonic und co. bietet dank hochwertigerem und teurerem bonding glas + etched AR-Coating die bessere Bildqualität. Und das für teils die Hälfte der 3250 €.
    Hätten LG und JOLED dem Kunden für satte 3250 € was bieten wollen, hätten sich hochwertiges etched AR-coating verbaut. Anstatt störender großer, zerstreuter Glanzlichter am Display wären es deutlich klarere dafür aber auch deutlich kleinere! Das kann man auch 8 Std. am Arbeitsplatz verkraften.
    Das starke Plus an Bildqualität oben drauf.
    Die Hersteller bei TVs, Smartphones und co. machen es vor.

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    • „hochwertiges etched AR-coating verbaut. Anstatt störender großer, zerstreuter Glanzlichter am Display wären es deutlich klarere dafür aber auch deutlich kleinere! Das kann man auch 8 Std. am Arbeitsplatz verkraften.“

      Eine Hochwertige Entspiegelung ist eine möglichst starkes diffuses zersteuen bei möglichs wenig Kontrastverlußt …

      „AR-coating“ reduziert nur die Helligkeit der Refelktion, Ist aber keine Enspiegelung im eigentlichen Sinn.
      Das macht man nur weil es speziell ausgeschaltet besser aussieht und keinen so großen Konstrastverlusst hat. Das Bild sieht etwas knackiger aus.

      Für das Ermüdungfreie arbeiten ist eine diffuses zersteuen aber viel besser, das das Auge so nicht abgelenkt wird weil es auf keine erkennbaren Konturen fokusieren kann. Die zerstreuter Glanzlichter sind dann zwar ein größerer Bereich aber insgesammt reduzieren sie weniger den Gesammtkontrast.

      Deswegen werden bessere Büro/PC Monitore matt und möglichst diffus entspiegelt.

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  4. Mich hat der mangelnde Kontrast von IPS- und VA-Displays schon immer gestört und habe daher nie verstanden warum denen häufig 5/5 Punkten in dieser Disziplin attestiert wurden und habe dies hier auch kund getan. Jetzt hat Prad keine Luft mehr nach oben und kann ein Display, dessen Kontrast 1.000 Mal besser und ist und „andere Panel-Technologien bei Kontrast weit hinter sich lasst“ nicht besser bewerten.

    Gut gemacht Prad.

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    • Nun vorsichtshalber Luft nach oben zu lassen, weil dann irgendwann eine neue Technologie kommt, das finde ich auch nicht so sinnvoll. Aber sollten sich die OLED-Monitore etablieren, passen wir unser Bewertungssystem entsprechend an.

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      • Ja, Sie Redaktion bei Prad und euer Bewertungssystem.
        Glaubwürdigkeit ist für mich ist teils lange dahin, siehe kritische Kommentare https://www.prad.de/testberichte/test-asus-pg32uqx-hdr-in-perfektion-dank-displayhdr-1400/
        https://www.prad.de/testberichte/test-asus-pg279qm-g-sync-gaming-monitor-mit-reflex-latency-analyzer/

        Die Tests die sie hier seit Jahren veröffentlichen sind größtenteils/teils Test ohne echte Kritik and Bildqualität, Materialwahl, Aktualität bei Eigenschaften der Geräte etc. (da man Hersteller und Beziehungen nicht aufs Spiel setzen möchte), somit biased (voreingenommen, parteiisch), somit schlussfolgernd teils gekauft (das ergibt sich daraus. Im Endeffekt sind alle Tests mit geliehen Testexemplaren so, aber hier wird dies bei der Bewertung deutlich), seit Jahren das Bewertungssystem auf niedrigem nicht forderndem Niveau (miese Qualität) gelassen, blos weil man so weiterhin altbackene und überteuerte LCD-Produkte weiterhin gut bewerten kann, damit es nicht auffällt das TV, Smartphone Industrie die LCD-Monitor Industrie in Sachen Bildqualität längst überrundet hat.

        Sie hätten all die Jahre einfach ehrlicher sein können. Oder kritisiert man heute aus Befangenheit keine Kleinwagen welche Jahre hinterherhinken und 15 L/100 km schlucken?
        Natürlich tut man dies, weil sich das Auto aktuellen Vergleichen stellen muss.
        Tja, nur bei ihnen muss sich seit Jahren kein LCD-Monitor solchen Vergleichen stellen, sondern bleibt brav im alten Ökosystem. Weil es halt passt ….

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  5. Vielen Dank für den ausführlichen Test.

    Das Thema: 32″-Ersatz für meinen bisherigen DTP-Monitor treibt mich ja immer noch um und nach unserem letzten Austausch war ich ja auch auf der EIZO-Schiene angekommen bzw. der Überzeugung der Marke doch besser treu zu bleiben.
    … bis ja nun doch endlich die OLED Fraktion am Horizont auftauchte und einen Generationswechsel einläutet.
    Da mag man nicht mehr so hochpreisig auf ein „altes Pferd“ setzen.

    Schade dass der LG im Bereich der Farbstabilität nicht das hält, was er verspricht, aber Asus steht ja auch schon mit integriertem Kolorimeter mit dem PA32DC in den Startlöchern.
    Zur Not harre ich dann noch eine Modellgeneration aus. 😉

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  6. Über 3000 Schleifen wollen die dafür sehen, soso. Tausend Euro könnte ich noch verstehen, OLED-Panels sind nun mal teurer als LCD-Panels. Aber 3000 Euro ist nur noch komplett abgehoben. Für das Geld kann ich mir zwei 55″ 4K-OLED-Fernseher nebeneinander hinstellen…

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    • In dem Bereich den der Monitor mit seinem Farbraum bedient und dann noch gleichzeitig als erster eine komplett neue Grundtechnik einführt hatte ich weit mehr als 3.000 € nach der Ankündigung befürchtet.
      LG ist in dem Segment eher der Billigheimer …

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      • „In dem Bereich den der Monitor mit seinem Farbraum bedient und dann noch gleichzeitig als erster eine komplett neue Grundtechnik einführt“ das widerspricht in keiner Weise dem was CiTay geschrieben hat und macht es nicht unwahr. Es sind blos zwei Ansichten: Was der Konsument möchte und was die Hersteller möchten.

        LG Displays Panelpreise purzeln 2021 weiterhin. Und deren Panels sind viel größer = kosten mehr.
        Selbst wenn man Joled andere Oled-Technik mit einkalkuliert, die geringere Absatzmenge etc. rechtfertigt dies keine 3200 €.
        Und die Kosten für das Material eines Oled-TV mit hochwertigeren Materialen und z.B. teurerem Glaspanel + hochwertigerem AR-Coating sind weitaus teurer als der Plastikbomber mit billigem mattem coating hier.

        Einsatzzweck rechtfertigt den Preis auch nicht. Soll LG bei den TV-Oleds nun auch „Für Professionelle“ schreiben und 5000 € verlangen? Genauer genommen können sie das, denn nach der Kalibration kann man auch einen Oled-TV für professionelle Bildbearbeitung benutzen. Oled ist diesbezüglich nahezu perfekt, solange die Homogenität mitspielt.
        2021 Panasonic Oled-TVs zeigen es.
        Da ist kein Platz mehr für LCD, Eizo und co. und die Aufteilung zwischen Konsumentengeräte und Profis.
        Der LG Monitor hier ist überteuert. Aus Konsumentensicht, mit den Alternativen am Markt, muss sich dieser Monitor einem Preis-Vergleich stellen, und hier versagt er total. Das Gerät hat höchstens 1 – 1,5k zu kosten.
        Die Hersteller wollen hingegen Marge einholen und Forschung und Entwicklung bezahlen.

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