Test LG 32EP950: OLED-Monitor überzeugt
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Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim LG 32EP950 keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby wie auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos – unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 210 W 78,59 W
Betrieb typisch 72 W
140 cd/m² k. A. 51,2 W
Betrieb minimal k. A. 22,33 W
Energiespar­modus (Standby) 0,5 W 0,5 W
Ausgeschaltet (Soft Off) 0,3 W 0,3 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

LG nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 210 Watt. Der typische Strombedarf soll bei 72 Watt liegen. Das ist nur geringfügig über dem von uns gemessenen Maximalwert bei höchster Helligkeitsstufe.

Im Standby lässt sich der LG 32EP950 ungewöhnlich viel Zeit. Zunächst messen wir für ca. 2 Minuten noch 7,5 Watt, bis dann der eigentliche Standby-Level von ca. 0,5 Watt dauerhaft erreicht wird. Mit dem Soft-off-Button lässt sich die Leistungsaufnahme noch einmal geringfügig auf 0,3 Watt senken. Einen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der Proband nicht.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 51,2 Watt an. Das ist doppelt so viel wie beim LG 32UN880, der ebenfalls über ein 32 Zoll großes 4K-Panel verfügt – aber mit IPS-Technologie. Die Effizienz bei dieser Helligkeit ist beim LG 32EP950 daher mit 0,7 cd/W eher als schlecht einzustufen.

Anschlüsse

Die Anschlüsse sind beim LG 32EP950 gut zugänglich direkt neben der Standbein-Aufhängung untergebracht und werden horizontal eingesteckt. Wie bereits erwähnt, ist dabei teils ungewöhnlich viel Kraftaufwand erforderlich, was den Qualitätseindruck etwas trübt.

Über die Anschlussvielfalt kann man sich dagegen sicher nicht beklagen: 2 x DisplayPort (1.4), 1 x HDMI, 1 x USB-C (DP Alt. Mode, DP-Version 1.4 und max. 90 W Ladeleistung). Der Hub für die drei USB-3.0-Downstream-Ports kann wahlweise über den USB-C- oder den USB-B-Port als Upstream genutzt werden.

Verwendet man eine USB-C-zu-USB-C-Verbindung zum PC, bieten die Downstream-Ports ferner nur USB-2.0-Geschwindigkeit. Das USB-3.0-Tempo bekommt man ausschließlich bei Verwendung des Typ-B-auf-Typ-A-Kabels oder wenn man das USB-C-Kabel am PC unter Nutzung des Adapters (Typ C auf Typ A) anschließt.

Anschlüsse des LG 32EP950
Anschlüsse

Bedienung

Die Bedienung erfolgt wie von LG gewohnt über eine zentriert am Rahmen unten angebrachte Joystick-Taste. Die Navigation durch die Monitorfunktionen ist damit zum einen sehr intuitiv, zum anderen wird durch die zentrierte Anordnung auch lästiges Display-Wackeln minimiert.

Die Bedienung des LG 32EP950 erfolgt überdie bewährte Joystick-Taste
Bewährte Joystick-Taste

OSD

Das OSD von LG haben wir bereits in vielen Tests gelobt. Der erste Tastendruck führt zu einer Schnellauswahl, mit der sich wichtige Einstellungen direkt aufrufen lassen. Die Auswahl der Signalquelle und der Bildmodus lassen sich so auch ohne Umweg über das Menü ansteuern.

OSD: Schnell-Einstieg (Screenshot: LG-Handbuch)
OSD: Schnell-Einstieg (Screenshot: LG-Handbuch)

Bei den Bildmodi findet man professionelle Presets, die von sRGB bis sogar BT.2020 den gängigen Farbraumvorgaben entsprechen. Die Farbtemperatur und das Gamma lassen sich dem Einsatzzweck des Gerätes für den Grafikbereich entsprechend ebenfalls als konkrete Zahlenwerte einstellen. Selbst zur Auswahl des verwendeten Farbraums ist ein Regler vorhanden. Bei einem Monitor mit erweitertem Farbraum für den professionellen Einsatz ist das zwar eigentlich selbstverständlich, bei Geräten, die dafür beworben werden, dennoch nicht immer der Fall.

Hinsichtlich Optik und Strukturiertheit entspricht das OSD des LG 32EP950 dem, was wir auch von LGs Allroundern kennen und bereits sehr oft gelobt haben. Leider verzichtet der Hersteller mittlerweile in seinen Handbüchern praktisch generell auf Abbildungen dazu. Das ist weniger nutzerfreundlich.

Bildqualität

Der Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Beim Reset (Werkseinstellungen) stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: „Standard“
Helligkeit: 70
Kontrast: 70
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: Benutzer
RGB: 50/50/50
Color-Gamut: „Native“
DUE Priority: k. A.
Schärfe: n. v.
Reaktionszeit: n. v.

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Die Graustufen machen zunächst einen sehr guten Eindruck und wirken völlig neutral. Die hellsten Stufen sind vollständig zu erkennen, die dunkelsten gerade noch bis einschließlich Stufe 7. Insbesondere das satte Schwarz fällt auf und verheißt bereits ein tolles Ergebnis bei der späteren Kontrastmessung.

Graustufendarstellung vom OLED-Panel des LG 32EP950
Graustufen

Besonders gut ist das in der zweiten Graustufen-Abbildung zu sehen. Der Balken ganz rechts ist vom Hintergrund nicht mehr zu unterscheiden und auch messtechnisch ein Nullwert ohne Nachkommastellen.

Graustufendarstellung vom OLED-Panel des LG 32EP950
Graustufen

Bei genauerem Hinsehen fällt aber auch auf, dass die linke und rechte Bildhälfte nicht völlig identisch ausfallen. Der Unterschied mag subtil sein, dennoch wirkt die linke Bildhälfte eindeutig etwas wärmer als die rechte. Etwas deutlicher ist das in unten stehender Abbildung in den grauen Flächen zu sehen.

Main-Testscreen (Testbild)
Main-Testscreen

Das Thema Blickwinkelabhängigkeit hinterlässt bei den Graustufen ebenfalls einen gemischten Eindruck. Einerseits bleibt die Zeichnung selbst bei extremeren Blickwinkeln sowohl in den hellsten als auch in den dunkelsten Bereichen sehr gut erhalten. Andererseits wird aber die Farbtemperatur bereits bei Winkeln von 20 bis 30 Grad spürbar kühler.

Farbschimmer bzw. Banding-Effekte sind uns selbst bei feinen Grauverläufen nicht aufgefallen. Immerhin proklamiert der LG 32EP950 für sich auch „echte“ 10 Bit Farbtiefe. Der Grauverlauf wirkt allerdings etwas flimmrig. Ansonsten ist die Darstellung feiner Grauverläufe extrem gut und fließend. Beeindruckend ist das vor allem im dunklen Bereich am Rand, da die einzelnen Streifen auch in der Vertikalen völlig gleichmäßig sind. An den Display-Rändern sind ebenfalls keinerlei kontrastmindernde Aufhellungen zu beobachten.

Feine Grauverläufe – perfekt, zumindest in der Vertikalen
Feine Grauverläufe – perfekt, zumindest in der Vertikalen

Weniger perfekt sieht es bei den Farbverläufen aus, wie die unten stehende Abbildung bereits bei den Primärfarben offenlegt. Während es bei Blau noch sehr ordentlich aussieht, geht bei Rot und vor allem bei Grün in stark gesättigten Bereichen die Differenzierung völlig verloren. Zumindest ist das in den Werkseinstellungen so. Die spätere Kalibrierung könnte da eventuell Abhilfe schaffen.

Testbild Burosch
Testbild Burosch

12 KOMMENTARE

  1. Der Tester hat den Monitor mit einem Windows PC getestet – wie funktioniert der denn mit einem Apple M1 Max und MacOS ???

  2. Nutze aktuell ein EV2736 und EV2750.
    Mir ist eine möglichst gute Entspiegelung wichtig.

    Im Test steht „mattiert und entspiegelt“
    Auf den Unboxing Videos die ich mir angeschaut habe, waren zwar eine matte Oberflächse zu sehen, die aber trotzdem deutliche Spiegelbilder gezeigt hat …
    Auch das Microskopbild zeigt eigentlich nix was nach mattiert aussieht.

    Wie muss ich das einordnen ?

    • Wenn Du Dir auf der ersten Seite des Tests die beiden Bilder in schräger Position ansiehst, dann siehst Du die Entspiegelung ziemlich gut.

      Ich selber habe leider noch keine eigene Erfahrung mit einem solchen Display sammeln können. Es ist kein glossy Panel, das Du als Schminkspiegel nutzen kannst. Aber es ist eben auch nicht so entspiegelt, dass man faktisch keine Spiegelungen auf dem Bildschirm wahrnimmt. Irgendwo dazwischen.

  3. Teils sehr ausführlicher Test, danke.

    Wer Bildqualität auf Niveau eines Oled-TV erwartet wird hier enttäuscht. Das bietet der Monitor nicht.
    Schuld daran ist das billige matte coating.
    Ein aktueller kalibrierter Oled-TV von LG, Panasonic und co. bietet dank hochwertigerem und teurerem bonding glas + etched AR-Coating die bessere Bildqualität. Und das für teils die Hälfte der 3250 €.
    Hätten LG und JOLED dem Kunden für satte 3250 € was bieten wollen, hätten sich hochwertiges etched AR-coating verbaut. Anstatt störender großer, zerstreuter Glanzlichter am Display wären es deutlich klarere dafür aber auch deutlich kleinere! Das kann man auch 8 Std. am Arbeitsplatz verkraften.
    Das starke Plus an Bildqualität oben drauf.
    Die Hersteller bei TVs, Smartphones und co. machen es vor.

    • „hochwertiges etched AR-coating verbaut. Anstatt störender großer, zerstreuter Glanzlichter am Display wären es deutlich klarere dafür aber auch deutlich kleinere! Das kann man auch 8 Std. am Arbeitsplatz verkraften.“

      Eine Hochwertige Entspiegelung ist eine möglichst starkes diffuses zersteuen bei möglichs wenig Kontrastverlußt …

      „AR-coating“ reduziert nur die Helligkeit der Refelktion, Ist aber keine Enspiegelung im eigentlichen Sinn.
      Das macht man nur weil es speziell ausgeschaltet besser aussieht und keinen so großen Konstrastverlusst hat. Das Bild sieht etwas knackiger aus.

      Für das Ermüdungfreie arbeiten ist eine diffuses zersteuen aber viel besser, das das Auge so nicht abgelenkt wird weil es auf keine erkennbaren Konturen fokusieren kann. Die zerstreuter Glanzlichter sind dann zwar ein größerer Bereich aber insgesammt reduzieren sie weniger den Gesammtkontrast.

      Deswegen werden bessere Büro/PC Monitore matt und möglichst diffus entspiegelt.

  4. Mich hat der mangelnde Kontrast von IPS- und VA-Displays schon immer gestört und habe daher nie verstanden warum denen häufig 5/5 Punkten in dieser Disziplin attestiert wurden und habe dies hier auch kund getan. Jetzt hat Prad keine Luft mehr nach oben und kann ein Display, dessen Kontrast 1.000 Mal besser und ist und „andere Panel-Technologien bei Kontrast weit hinter sich lasst“ nicht besser bewerten.

    Gut gemacht Prad.

    • Nun vorsichtshalber Luft nach oben zu lassen, weil dann irgendwann eine neue Technologie kommt, das finde ich auch nicht so sinnvoll. Aber sollten sich die OLED-Monitore etablieren, passen wir unser Bewertungssystem entsprechend an.

      • Ja, Sie Redaktion bei Prad und euer Bewertungssystem.
        Glaubwürdigkeit ist für mich ist teils lange dahin, siehe kritische Kommentare https://www.prad.de/testberichte/test-asus-pg32uqx-hdr-in-perfektion-dank-displayhdr-1400/
        https://www.prad.de/testberichte/test-asus-pg279qm-g-sync-gaming-monitor-mit-reflex-latency-analyzer/

        Die Tests die sie hier seit Jahren veröffentlichen sind größtenteils/teils Test ohne echte Kritik and Bildqualität, Materialwahl, Aktualität bei Eigenschaften der Geräte etc. (da man Hersteller und Beziehungen nicht aufs Spiel setzen möchte), somit biased (voreingenommen, parteiisch), somit schlussfolgernd teils gekauft (das ergibt sich daraus. Im Endeffekt sind alle Tests mit geliehen Testexemplaren so, aber hier wird dies bei der Bewertung deutlich), seit Jahren das Bewertungssystem auf niedrigem nicht forderndem Niveau (miese Qualität) gelassen, blos weil man so weiterhin altbackene und überteuerte LCD-Produkte weiterhin gut bewerten kann, damit es nicht auffällt das TV, Smartphone Industrie die LCD-Monitor Industrie in Sachen Bildqualität längst überrundet hat.

        Sie hätten all die Jahre einfach ehrlicher sein können. Oder kritisiert man heute aus Befangenheit keine Kleinwagen welche Jahre hinterherhinken und 15 L/100 km schlucken?
        Natürlich tut man dies, weil sich das Auto aktuellen Vergleichen stellen muss.
        Tja, nur bei ihnen muss sich seit Jahren kein LCD-Monitor solchen Vergleichen stellen, sondern bleibt brav im alten Ökosystem. Weil es halt passt ….

  5. Vielen Dank für den ausführlichen Test.

    Das Thema: 32″-Ersatz für meinen bisherigen DTP-Monitor treibt mich ja immer noch um und nach unserem letzten Austausch war ich ja auch auf der EIZO-Schiene angekommen bzw. der Überzeugung der Marke doch besser treu zu bleiben.
    … bis ja nun doch endlich die OLED Fraktion am Horizont auftauchte und einen Generationswechsel einläutet.
    Da mag man nicht mehr so hochpreisig auf ein „altes Pferd“ setzen.

    Schade dass der LG im Bereich der Farbstabilität nicht das hält, was er verspricht, aber Asus steht ja auch schon mit integriertem Kolorimeter mit dem PA32DC in den Startlöchern.
    Zur Not harre ich dann noch eine Modellgeneration aus. 😉

  6. Über 3000 Schleifen wollen die dafür sehen, soso. Tausend Euro könnte ich noch verstehen, OLED-Panels sind nun mal teurer als LCD-Panels. Aber 3000 Euro ist nur noch komplett abgehoben. Für das Geld kann ich mir zwei 55″ 4K-OLED-Fernseher nebeneinander hinstellen…

    • In dem Bereich den der Monitor mit seinem Farbraum bedient und dann noch gleichzeitig als erster eine komplett neue Grundtechnik einführt hatte ich weit mehr als 3.000 € nach der Ankündigung befürchtet.
      LG ist in dem Segment eher der Billigheimer …

      • „In dem Bereich den der Monitor mit seinem Farbraum bedient und dann noch gleichzeitig als erster eine komplett neue Grundtechnik einführt“ das widerspricht in keiner Weise dem was CiTay geschrieben hat und macht es nicht unwahr. Es sind blos zwei Ansichten: Was der Konsument möchte und was die Hersteller möchten.

        LG Displays Panelpreise purzeln 2021 weiterhin. Und deren Panels sind viel größer = kosten mehr.
        Selbst wenn man Joled andere Oled-Technik mit einkalkuliert, die geringere Absatzmenge etc. rechtfertigt dies keine 3200 €.
        Und die Kosten für das Material eines Oled-TV mit hochwertigeren Materialen und z.B. teurerem Glaspanel + hochwertigerem AR-Coating sind weitaus teurer als der Plastikbomber mit billigem mattem coating hier.

        Einsatzzweck rechtfertigt den Preis auch nicht. Soll LG bei den TV-Oleds nun auch „Für Professionelle“ schreiben und 5000 € verlangen? Genauer genommen können sie das, denn nach der Kalibration kann man auch einen Oled-TV für professionelle Bildbearbeitung benutzen. Oled ist diesbezüglich nahezu perfekt, solange die Homogenität mitspielt.
        2021 Panasonic Oled-TVs zeigen es.
        Da ist kein Platz mehr für LCD, Eizo und co. und die Aufteilung zwischen Konsumentengeräte und Profis.
        Der LG Monitor hier ist überteuert. Aus Konsumentensicht, mit den Alternativen am Markt, muss sich dieser Monitor einem Preis-Vergleich stellen, und hier versagt er total. Das Gerät hat höchstens 1 – 1,5k zu kosten.
        Die Hersteller wollen hingegen Marge einholen und Forschung und Entwicklung bezahlen.

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