Test Monitor Acer H236HLbmjd
4/5

0
503

Interpolation

Acer macht die Wahl des Bildformates leicht: 16:9-Auflösung wird automatisch im Vollbild angezeigt, andere Formate wie 4:3 können entweder auf Vollbild hochskaliert werden, oder seitengerecht mit Beschnitt zur kürzeren Seite wiedergegeben.

Die erwähnte Skalierung, welche auch bei kleineren Auflösungen im nativen Format geschieht, zeigt sich recht deutlich durch das Auffüllen „leerer“ Pixel und sich dadurch ergebendem leicht verschwommenen Bild. Ein Schärferegler ist am H236HLbmjd nicht zu finden.

Acer H236hlbmjd Monitor Gitter Nativ
Acer H236hlbmjd Monitor Gitter 720
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.
Acer H236hlbmjd Monitor Text Nativ
Acer H236hlbmjd Monitor Text 720
Textwiedergabe, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.

Bei nativer Auflösung ergibt sich das beste Bild, Schrift wie Linien sind sehr scharf und gut erkennbar. Wechselt man die Auflösung zu 1280 x 720, wird die Miniskalierung stark sichtbar: An Rändern und zwischen Linien bilden sich schwarze Konturen, das Bild wirkt sehr verwaschen. Farbsäume treten nicht auf.

Nimmt man zusätzlich ein anderes Bildformat, welches über den Monitor auf Vollbild gestreckt wird, findet diese Miniskalierung auf demselben Niveau wie bei kleinen Auflösungen des nativen Formats statt, zusätzlich zu Streckung.

Acer H236hlbmjd Monitor Text 1280x1024
Acer H236hlbmjd Monitor Gitter 1280x1024
Textwiedergabe, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1.280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen ist die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich, kleine Schrift wirkt jedoch etwas angedickt.

Reaktionsverhalten

Den H236HLbmjd haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt nennt eine Reaktionszeit von 5 Millisekunden ohne Hinweis auf das Messverfahren. Eine Beschleunigungsoption gibt es nicht. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 11,4 Millisekunden und den schnellsten Grauwechsel mit 8,2 Millisekunden. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 11,4 Millisekunden.

Acer H236hlbmjd Monitor Resp 1
Zügige Schaltzeiten, kräftige Überschwinger.

Derart zügige Schaltzeiten erreicht ein IPS-Panel nur mit kräftiger Beschleunigung, die beim H236HLbmjd auch nicht abgeschaltet werden kann. Der Helligkeitsverlauf im rechten Chart (Grauwechsel zwischen 50 und 80 Prozent) zeigt die kräftigen Überschwinger.

Allerdings sehen wir hier schon den stärksten Vertreter, bei den dunkleren Grauwechseln hält sich der Overdrive zurück und lässt statt krasser Überschwinger lieber geringfügig längere Schaltzeiten zu. Dieses Bemühen um eine einigermaßen neutrale Abstimmung vermeidet stärkere Bildartefakte und kommt vor allem der Videowiedergabe zugute. Nur ambitionierte Gamer würden sich noch schnellere Schaltzeiten wünschen.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim H236HLbmjd messen wir mit nur 0,8 Millisekunden eine extrem kurze Signalverzögerung – weniger ist kaum möglich. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 5,7 Millisekunden auch nicht gerade langsam, somit ergeben sich für Gamer durchaus attraktive 6,5 Millisekunden für die mittlere Gesamtlatenz.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des H236HLbmjd arbeitet mit White LED. Die Helligkeit wird mit dem verbreiteten PWM-Verfahren gesteuert.

Selbst bei voll aufgedrehtem Backlight werden ganz kurze Pausen eingelegt, mit knapp 1 Prozent Pausenanteil (entspricht einer Tastrate von über 99 Prozent) sind die aber nicht wahrnehmbar. Abgeregelt auf 140 cd/m² am Arbeitsplatz (gelbe Kurve) ist die PWM-typische Rechteckschwingung im Chart deutlich zu sehen, die Schaltfrequenz beträgt 240 Hz mit einer Tastrate von 57 Prozent. Beide Werte liegen im oberen Bereich des heute Üblichen, daher sollte das Backlight-Flimmern nur für besonders empfindliche Menschen störend sein.

Acer H236hlbmjd Monitor Back
LED-Backlight mit PWM-Steuerung.

Subjektive Beurteilung

Im PixPerAn-Test ergaben sich für den Monitor gute Werte: Beim Verfolgungstest ergab sich besonders für die erste Variante ein extrem guter Wert von 1,7 ms, besser geht es kaum. Auch mit den Farben Blau und Rot sind die Werte mit je knapp 6,7 ms noch als gut zu werten. Der Lesbarkeitstest ist dementsprechend ausgefallen: erst bei der Stufe 10 wurde der Text so verschwommen, dass zwischen manchen Buchstaben nicht mehr unterschieden werden konnte.

Bei Spielen und aktionsschnellen Abläufen bemerkt man manchmal eine sehr leichte Artefaktbildung. Dies ist jedoch höchstens für Hardcorespieler störend, Gelegenheitsspieler werden diesen Effekt sehr schnell übersehen, falls sie ihn überhaupt bemerken. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist auf einem sehr guten Niveau.

Sound

Die Audioausgabe erfolgt wahlweise über den Klinkenanschluss oder über HDMI. Die Klangqualität ist hierbei für zwei kleine 1-Watt-Lautsprecher erstaunlich gut. Durch die Ausrichtung nach unten wird der Schall nach vorne reflektiert, wodurch er etwas stärker und hochwertiger hörbar.

Zum Verstellen der Lautstärke genügt im OSD die Schnellwahl der Lautstärke, eine Stummschaltung ist nicht vorhanden.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-Ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können an den HDMI-Eingang des H236HLbmjd angeschlossen werden.

Für den Videobetrieb bietet der Monitor die Voreinstellung eColor Spielfilm, diese gibt Helligkeit 77 und Kontrast 56 vor, dadurch gehen jedoch vier Stufen im Grauverlauf verloren. Angenehmer zeigt sich die Einstellung „Warm“ mit natürlich wirkenden Farben bei Wiedergabe am BD-Player. Der Kontrast und Schwarzwert sind überzeugend, dunkle wie helle Filmszenen und –stellen werden naturgetreu wiedergegeben. Die Overdrivefunktion überzeugt, schnelle Actionszenen werden nicht durch Artefaktbildung gestört.

Die geringe Blickwinkelabhängigkeit der Farbwiedergabe des IPS-Panels ist sehr vorteilhaft, wenn man den Spaß mit mehreren Zuschauern teilt. In dunklen Szenen entsteht allerdings auch der typische IPS-Glow, der beim H236HLbmjd vor allem bei vertikaler oder diagonaler Draufsicht (stehender Betrachter) ziemlich unangenehm auffällt. Zusätzlich kann auch das spiegelnde Display lästig werden, das je nach Sitzposition immer wieder neue Fremdlichter und sogar die helle Kleidung der Zuschauer reflektieren kann.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!