Test Monitor ASUS VE278Q
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Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine bestimmte Steuerspannung zugeordnet, mit der die Zielhelligkeit exakt erreicht wird. Die Umschaltgeschwindigkeit bei einem Helligkeitswechsel kann erhöht werden, wenn man zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegt als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Asus Ve278q Monitor Overdrive Tf0
Asus Ve278q Monitor Overdrive Tf40
Neutraler bis moderater Overdrive, links: Trace Free 0; rechts: Trace Free 40

Das Overdrive-Verhalten kann beim VE278Q mit dem Trace Free Regler ungewöhnlich stark beeinflusst werden. Unsere Messungen zeigen, dass sich die Charakteristik von neutral (TF = 0) über moderat (TF = 40) bis hin zu aggressiv (TF = 100) verändern lässt. Die Bilder zeigen eine Folge von je drei hellen und drei dunklen Bildern.

Schon in der Werkseinstellung TF = 60 stellen sich Überschwinger ein: beim Wechsel von Schwarz zu Weiß wie auch umgekehrt braucht das Panel zwei Frames, um die Zielhelligkeit zu erreichen. Bei TF = 100 sind es schließlich schon drei Frames, was in der Regel zu unübersehbaren Artefakten bei schnell bewegten Bildinhalten führt.

Asus Ve278q Monitor Overdrive Tf60
Asus Ve278q Monitor Overdrive Tf100
Verstärkter bis agressiver Overdrive, links: Trace Free 60; rechts: Trace Free 100

Da die Reaktionszeit von dieser Einstellung nicht nachteilig beeinflusst wird, empfehlen wir für Trace Free den neutralen Wert 40.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir messen zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit). Zu diesem Wert addieren wir noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück).

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (grün) und dem Aufleuchten des Pixels (10%-Schwelle, rote Kurve). Die stufenweise Aussteuerung macht auch Verzögerungen von mehr als 1 Frame sichtbar.

Asus Ve278q Monitor Latenz
Der Asus VE278Q speichert ein Bild zwischen

Wir messen beim Asus VE278Q eine Verzögerungszeit von 17,9 Millisekunden. Hinzu kommt noch die halbe mittlere Bildaufbauzeit von 2,4 Millisekunden. Die mittlere Gesamtlatenz beträgt somit 19,3 Millisekunden. Offenkundig speichert dieser Monitor immer einen Frame zwischen, was für einen Gamer-Monitor leider eine unerwünschte Eigenschaft ist.

Subjektive Bewertung

Trotz der relativ schlechten Ergebnisse der Overdrivetechnik konnten diese in Spielen und Videos subjektiv nicht bestätigt werden. Artefakte traten keine auf und auch der Ton blieb immer synchron zur Bildspur. Hardcoregamer und empfindlichen Gelegenheitsspielern wird die Latenz aber zu hoch sein, so dass diese nicht glücklich werden würden, für alle anderen Anwender dürfte dies aber kaum eine Rolle spielen.

DVD und Video

Der Asus VE278Q besitzt einen HDMI-Anschluss, so dass wir den externen Blu-Ray-Player per HDMI-Kabel angeschlossen haben. Über dieses wurde auch der Ton an den Monitor geleitet, welcher über die verbauten Lautsprecher oder einen Kopfhörer wiedergegeben werden kann. Trotz umfangreicher Einstellmöglichkeiten im Soundmenü konnte auch bei diesem Monitor kein wirklich zufriedenstellender Sound erreicht werden. Für Windowssounds und kleine Videos aus dem Internet ist er allerdings ausreichend.

Asus Ve278q Monitor Secretgarden
16:9-Aufnahme „Secret Garden“, Zuspielung über PC

Videos im 16:9 Format werden dank der nativen Full HD Auflösung bildschirmfüllend ohne schwarze Balken dargestellt. Filme auf einer DVD oder Blu-Ray verfügen aber häufig über das Kinoformat 2,35:1 und werden mit schwarzen Balken im oberen und unteren Bereich wiedergegeben. Im Theatermodus wird der Hauttyp auf rötlich verstellt, andere Änderungen konnten nicht ausgemacht werden, trotzdem wirkten die Farben in Filmen dadurch etwas kräftiger. Die aktivierbare ASCR-Technologie schien hingegen keine Auswirkungen auf die Darstellung zu haben. Ob man den Theatermodus bei Filmen gegenüber den Standardeinstellungen bevorzugt, kann man im „Splendid Demo Mode“ überprüfen, welcher das Bild in der Mitte teilt und auf jeder Seite eine Darstellungsvariante anzeigt.

Asus Ve278q Monitor Harbor
DVD-Film „Pearl Harbor“, Zuspielung über Blu-Ray-Player

Lichthöfe waren bei der Wiedergabe einer DVD oder Blu-Ray nur sehr gering zu erkennen, allerdings verhinderte der schlechte Blickwinkel einen störungsfreien Filmgenuss. Sobald man sich in seinem Stuhl zurücklehnt oder den Film vom Bett, aus einer noch tieferen Position, gucken möchte, werden die Farben verfälscht wiedergegeben. Die Neigung lässt sich um fünf Grad nach vorne verstellen, so dass man dies teilweise ausgleichen kann, einen großen Spielraum bietet dies aber nicht.

Asus Ve278q Monitor Bourne
Blu-Ray-Film „The Bourne Supremacy“, Zuspielung über Blu-Ray-Player, im Splendid Demo Mode

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