Test Monitor BenQ BL2410PT
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Blickwinkel

Benq Bl2410pt Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel.

Das Foto zeigt den Bildschirm des BenQ BL2410PT bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Das Display zeigt aus allen Blickwinkeln ein weitestgehend stabiles Bild. Bei seitlicher Betrachtung und von unten zeigt sich ein leichter Kontrastverlust und ein minimaler Gelbstich heller Farben. Bei der Betrachtung von oben zeigen sich ähnliche Effekte, jedoch ist der Gelbstich etwas ausgeprägter und weiße Töne neigen bei großem Winkel zum Invertieren.

Die Bewegung des Kopfes aus normaler Sitzposition zeigt kaum Veränderungen des Bildes. Der Nutzbereich ist sehr groß. Einzig beim Aufrichten der Sitzposition und einer entsprechenden Erhöhung der Blickposition kann das Einsetzen des Gelbstichs minimal beobachtet werden, ohne zu stören.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 Display Pro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Benq Bl2410pt Monitor Srgb 1
Benq Bl2410pt Monitor Srgb 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums (Erläuterung der 3D Ansichten).

Bei der Farbraumuntersuchung zeigt sich eine positive Eigenschaft der neuen Panels von AUO: der sRGB-Farbraum wird tatsächlich zu 99,5 Prozent abgedeckt. Für ein Consumergerät mit LED-Technik ist das ein besonders guter Wert.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir hier zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Nach dem Reset befindet sich der Monitor im Modus Standard mit der Farbeinstellung Normal. Der Gammaregler steht auf Stufe 3. Im OSD gibt es auch eine sRGB-Einstellung, deren Farbwiedergabe sich als geringfügig besser erweist. Daher haben wir diese für die Farbuntersuchung verwendet.

Benq Bl2410pt Monitor Werk Srgb
Farbwiedergabe in der sRGB-Einstellung.

In der sRGB-Einstellung ist die Farbstimmung mit 6570K normgerecht. Die Abweichungen bei den Primärfarben sind ebenso wie bei den Graustufen akzeptabel und teilweise sogar gering. Die Gammakurve verläuft überwiegend flach bei 2,2, oberhalb von etwa 90 Prozent Weiß knickt sie leider stark ab.

In dieser Einstellung ist die Farbwiedergabe nicht nur für alle üblichen Consumerzwecke wie Internet, Textverarbeitung und Filme gut geeignet. Auch Fotoliebhaber werden den vollständig abgedeckten sRGB-Farbraum und die vergleichsweise niedrigen Farbabweichungen schätzen, nur die ungewöhnliche Gammakurve könnte ein wenig stören.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Benq Bl2410pt Monitor Kal
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Nach der Kalibrierung mit iColor und dem i1 Display Pro hält der BL2410PT die Vorgabewerte besser ein. Die Farbtemperatur liegt mit 6150K etwas niedriger als vorgegeben, hier scheint die White-LED-Korrektur des Colorimeters nicht perfekt zum Monitor zu passen. Die viel wichtigere Gleichmäßigkeit bei den Graustufen hat sich dagegen deutlich verbessert, auch bei den Farben fallen die Abweichungen jetzt viel kleiner aus. Der Gammaverlauf passt nun ebenfalls sehr gut.

Die Validierung des Profils gegenüber den sRGB-Vorgaben liefert ebenfalls geringe Soll-Abweichungen. Somit kann der kalibrierte BL2410PT auch bei Anwendungen ohne aktives Farbmanagement gut verwendet werden.

Mit dem Gammaregler in der Voreinstellung 3 erhielten wir ein gemessenes Gamma von 2,6, deshalb haben wir für die Kalibrierung die Stufe 2 gewählt. Mit 2,38 war das Messergebnis dann deutlich günstiger, aber immer noch hoch. Die Farbmischung änderte sich durch den veränderten Gammaregler nicht.

Nach unserer Kalibrierung hat sich die Farbwiedergabe messtechnisch deutlich verbessert, für das bloße Auge ist der Unterschied zur Werkseinstellung (sRGB) dennoch nur für den engagierten Fotoamateur oder Grafiker auffällig. Wer den BL2410PT in diesen Einsatzbereichen nutzen will, dem sei die Beschaffung eines LED-tauglichen Colorimeters durchaus empfohlen, zumal damit auch die hier nicht beurteilte Langzeitstabilität gesichert werden kann.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Interpolation

Für die Darstellung von Bildschirm-Auflösungen, die von dem nativen Seitenverhältnis von 16:9 abweichenden, wird eine Einstellung für korrektes Seitenverhältnis geboten. Das Bild wird dabei aber immer auf maximale Größe gestreckt. Wir haben einige Auflösungen getestet und konnten subjektiv feststellen, dass immer das korrekte Verhältnis gewählt wurde. Von dieser Einstellung abgesehen lässt sich das Bild auch mittels der Standard-Einstellung auf Vollbild strecken. Eine 1:1-Darstellung wird hingegen nicht angeboten.

Über das OSD lässt sich die Schärfe des Bildes nachstellen. Hier sind Werte von 1 bis 10 möglich. Die Funktion steht ab Werk auf dem Wert 5. Eine Absenkung des Wertes führt sofort zu einem zunehmend unscharfen Bild. Eine Nachschärfung des Bildes um eine Stufe ist ohne auffallende Negativeffekte möglich. Darüber hinaus zeigt sich jedoch eine Überschärfung, die sich durch verfärbte Konturen bemerkbar macht.

Im Folgenden betrachten wir die Darstellung der nativen Auflösung im direkten Vergleich zur kleinen HD Auflösung 720p.

Benq Bl2410pt Monitor Gitter Nativ
Benq Bl2410pt Monitor Gitter 720
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.
Benq Bl2410pt Monitor Text Nativ
Benq Bl2410pt Monitor Text 720
Textwiedergabe, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.

Abgesehen von der zu erwartenden minimalen Unschärfe bedingt durch die niedrigere Auflösung, zeigt der BL2410PT 720p-Material mit sehr gutem Ergebnis an. Sowohl Texte wie auch feine Grafiken weisen nur minimale Unterschiede zur nativen 1080p-Auflösung auf. Sichtbar unscharf werden Auflösungen, die vom nativen Seitenverhältnis abweichen. Dieser Effekt wird stärker sichtbar, je weiter sich die Seitenverhältnisse unterscheiden.

13 KOMMENTARE

  1. Ja, okay, da gebe ich dir zu 99% Recht und danke für deine Rückmeldung.

    Ich war halt verwirrt, weil etwas weiter oben steht, dass das neue Gerät im Test ist.

    100% nicht, weil ich durchaus fürchte, dass sich durch diese Technologieumstellung evtl. andere Spezifikationen auch ändern.

    Aber ich werde den Monitor auf dieser Basis wohl einfach selbst testen 🙂

    Nochmals danke!

  2. Ein neuer Test wegen einer solchen Änderung macht keinen wirklichen Sinn. Außerdem bestätigt BenQ auf der eigenen Homepage doch EyeCare und Flicker Free. In unseren Tests zu Modellen die EyeCare nutzen, hat das auch immer gestimmt. Also ja der BL2410PT hat jetzt keine PWM-Steuerung mehr.

  3. Stimmt es, dass bei der aktuellen Version des BenQ 2410PT keine PWM mehr verwendet wird bzw. wo kann man das nachlesen?

    Ich bin auf der Suche nach einem Gerät ohne PWM und ohne Backlight Bleeding und wäre dementsprechend an einem Test der aktuellen Version interessiert.

  4. Laut Spezifikationen auf der BenQ-Seite wird keine PWM mehr verwendet. Könnt Ihr auch diese neue Variante mal testen?

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