Test Monitor BenQ BL2410PT
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Reaktionsverhalten

Den BL2410PT haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt nennt eine Reaktionszeit von 12 Millisekunden, für GtG werden 4 Millisekunden angegeben. Die dreistufige Overdrive-Option AMA stellen wir auf den höchsten Wert „Premium“ ein, anschließend messen wir schnelle 8,7 Millisekunden für Schwarz-Weiß und 6,3 Millisekunden für den schnellsten Grauwechsel. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte ist mit nur 8,8 Millisekunden ebenfalls recht kurz.

Benq Bl2410pt Monitor Reaktion Prem
Benq Bl2410pt Monitor Over Prem
AMA Premium: sehr kurze Schaltzeiten, starke Überschwinger.

Für ein AMVA-Panel sind diese Schaltzeiten tatsächlich schon sehr kurz. Dafür sind allerdings ziemlich starke Überschwinger hinzunehmen: im abgebildeten Chart ist das vor allem beim Grauwechsel von 80 hinunter zu 50 Prozent Helligkeit zu erkennen. VA-typisch nehmen die Überschwinger bei den (hier nicht abgebildeten) dunkleren Bildwechseln noch deutlich zu, anders wäre ein solch niedriger Durchschnittswert nicht zu erreichen.

Die Bildqualität kann daher bei schnell bewegten Szenen vor allem in den dunkleren Bildteilen durch auffällige Artefakte beeinträchtigt werden. Für schnelle Shooter ist dieser Modus wahrscheinlich die erste Wahl, für Videos oder Browsergames ist eine derart starke Beschleunigung aber gar nicht notwendig.

Benq Bl2410pt Monitor Reaktion Hi
Benq Bl2410pt Monitor Over Hi
AMA hoch: längere Schaltzeiten bei den dunklen Bildwechseln, kaum noch Überschwinger.

In der Werksvorgabe „AMA hoch“ verschwinden die Überschwinger nahezu völlig. Dafür müssen die Schaltzeiten bei den dunkleren Bildwechseln deutlich länger werden: der Mittelwert verdoppelt sich, die beiden hellen Extremwerte bleiben dagegen nahezu unverändert. Dennoch sind auch diese längeren Werte video- und spieletauglich, die Werksvorgabe ist also tatsächlich die geeignete Allround-Einstellung. Die endlos langen Dunkel-Schaltzeiten früherer AMVA-Panels sind mit der aktuellen Generation weitgehend überwunden.

Ein anderes Problem bei älteren AMVA-Panels haben die Entwickler ebenfalls noch nicht perfekt gelöst, aber doch schon ganz gut im Griff: die oft so auffälligen Farbschiller bei schnell bewegten Schwarz-Weiß-Kontrasten zeigen sich beim BL2410PT nur in einem gelblichen Schimmer, der bei allen Overdrive-Stufen gleich stark ist.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Hier kann der BL2410PT mit einer sehr kurze Signalverzögerung von nur 2,2 Millisekunden überzeugen. Bis zur Soll-Helligkeit vergehen dann auch nur 4,4 Millisekunden (AMA Premium), die mittlere Gesamtlatenz von lediglich 6,6 Millisekunden erfüllt selbst hohe Gameransprüche.

Backlight

Die LED-Hintergrundbeleuchtung ist wie bei den allermeisten aktuellen Geräten PWM-gesteuert. Bei voller Helligkeit (Reglerstellung 100) arbeitet das Backlight kontinuierlich, also flimmerfrei. Abgeregelt auf 140 cd/m² am Arbeitsplatz (gelbe Kurve) messen wir die Taktfrequenz mit 360 Hz, das Tastverhältnis liegt bei 54 Prozent. Beide Werte sind oberhalb der üblichen Durchschnittswerte angesiedelt, dennoch sollten sehr empfindliche Menschen gegebenenfalls mit Backlight-Flimmern rechnen.

Benq Bl2410pt Monitor Back
LED-Backlight mit PWM-Steuerung.

Subjektive Beurteilung

Ab Werk steht die Pixelbeschleunigung des BL2410PT – AMA genannt – auf dem mittleren Wert „Hoch“. Bei dieser Einstellung treten bei bewegten Bildern nur minimale Schlieren auf. Es zeigen sich praktisch keine auffallenden Negativeffekte wie Corona-Bildung oder Ghosting, die von der Beschleunigung erzeugt werden können. Erst mit der maximalen Beschleunigung „Premium“ zeigen sich Corona-Effekte.

Ein Inputlag fällt nicht auf. Für Spieler eignet sich das Gerät unserer Meinung nach schon mit mittlerer AMA-Einstellung gut. Wer mit den Corona-Effekten leben kann, erhält dafür noch mehr Beschleunigung des Bildes.

Sound

Mittels des analogen 3,5 Millimeter Klinke-Eingangs lässt sich ein Stereo-Audiosignal an das Display leiten. Das Signal lässt sich dann entweder über die gebotene Kopfhörer-Buchse umleiten oder direkt über die beiden integrierten 1 Watt-Lautsprecher des Displays ausgeben.

Die Sound-Qualität der integrierten Lautsprecher ist stark begrenzt und eignet sich eigentlich nur für einzelne Hinweistöne oder als Notlösung für eine Voice-over-IP-Verbindung.

DVD und Video

Dass der BenQ BL2410PT als Büro-Gerät und nicht als Multimedia-Alleskönner konzipiert wurde, zeigt lediglich der fehlende HDMI-Eingang. Dennoch bietet das Display grundsätzlich gute Voraussetzungen für den gelegentlichen Filmeabend. Die native FullHD-Auflösung sowie der grandiose Kontrast ermöglichen rein qualitativ einen sehr hohen Filmgenuss.

Die moderate Pixelbeschleunigung auf mittlerer Einstellung sorgt zudem für ein schnelles Bild ohne das Auftreten von Negativeffekten. Zumindest per DVI-auf-HDMI-Adapter lassen sich entsprechende Zuspieler anschließen. Der DVI-Eingang verfügt über die nötige HDCP-Unterstützung.

Benq Bl2410pt Monitor Dvd
DVD-Film „Signs – Zeichen“.

Skalierung und Deinterlacing

Werden vom Benutzer Auflösungen dargestellt, die von dem nativen Seitenverhältnis abweichen, zeigt das Display eine auffallende aber nicht gravierende Unschärfe. Diese Unschärfe wirkt ausgeprägter, je weiter sich das Seitenverhältnis von der nativen Darstellung entfernt.

Interlaced-Auflösungen stellt der BL2410PT nicht fehlerfrei dar. Immerhin bleibt das Bild nicht schwarz und ermöglicht so ein weiteres Benutzen des Bildschirms. Getestet wurden von uns die Auflösungen 1080i, 576i sowie 480i.

Bei diesen Auflösungen und mit allen verfügbaren Wiederholfrequenzen zittert das deutlich unscharfe Bild sichtbar. Bei der Auflösung 576i ist das Zittern noch etwas ausgeprägter als bei den anderen getesteten Auflösungen.

Overscan

Eine Overscan-Einstellung bietet das OSD des BL2410PT nicht. Auch konnten wir bei entsprechenden Tests kein eigenständiges Overscan des Displays erkennen.

Farbmodelle und Signallevel

Ein Test des Signallevels konnte aufgrund des fehlenden nativen HDMI-Eingangs nicht durchgeführt werden.

13 KOMMENTARE

  1. Ja, okay, da gebe ich dir zu 99% Recht und danke für deine Rückmeldung.

    Ich war halt verwirrt, weil etwas weiter oben steht, dass das neue Gerät im Test ist.

    100% nicht, weil ich durchaus fürchte, dass sich durch diese Technologieumstellung evtl. andere Spezifikationen auch ändern.

    Aber ich werde den Monitor auf dieser Basis wohl einfach selbst testen 🙂

    Nochmals danke!

  2. Ein neuer Test wegen einer solchen Änderung macht keinen wirklichen Sinn. Außerdem bestätigt BenQ auf der eigenen Homepage doch EyeCare und Flicker Free. In unseren Tests zu Modellen die EyeCare nutzen, hat das auch immer gestimmt. Also ja der BL2410PT hat jetzt keine PWM-Steuerung mehr.

  3. Stimmt es, dass bei der aktuellen Version des BenQ 2410PT keine PWM mehr verwendet wird bzw. wo kann man das nachlesen?

    Ich bin auf der Suche nach einem Gerät ohne PWM und ohne Backlight Bleeding und wäre dementsprechend an einem Test der aktuellen Version interessiert.

  4. Laut Spezifikationen auf der BenQ-Seite wird keine PWM mehr verwendet. Könnt Ihr auch diese neue Variante mal testen?

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