Test Monitor BenQ BL2411PT
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Reaktionsverhalten

Den BL2411PT haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt finden wir zwei Reaktionszeiten: 14 Millisekunden, sowie 5 Millisekunden GtG. Die Beschleunigungsoption AMA bietet die Stufen Aus, Hoch und Premium an, voreingestellt ist die Stufe Hoch.

In dieser Einstellung messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 12,7 Millisekunden und den schnellsten Grauwechsel mit 10,1 Millisekunden. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 14,9 Millisekunden.

Benq Bl2411pt Monitor Response Hoch
AMA Hoch: Zügige Schaltzeiten, geringfügige Überschwinger.

Das linke Chart zeigt mit seinen ähnlich langen Balken, dass die Schaltzeiten an unseren Messpunkten recht gleichmäßig verteilt sind. Im rechten Chart sieht der Helligkeitsverlauf beim Grauwechsel zwischen 50 und 80 Prozent sehr neutral aus, die geringfügigen Überschwinger sind völlig unproblematisch.

Bei den dunkleren Grauwechseln werden die Überschwinger nicht stärker, sie sehen vielmehr regelrecht gebremst aus, offensichtlich haben sich die Entwickler hier einige Mühe mit der neutralen Abstimmung gegeben.

Benq Bl2411pt Monitor Response Prem
AMA Premium: Kurze Schaltzeiten mit sehr kräftigen Überschwingern.

Ohne Bremse können sich die Überschwinger dagegen in enorme Höhen aufschwingen, wie uns die Premium-Einstellung zeigt. Die durchschnittliche Schaltzeit geht von 14,9 auf nur noch 9,3 Millisekunden zurück, wobei vor allem die Anstiegszeiten kürzer werden.

Die Überschwinger nehmen dafür enorm zu: beim hier dargestellten recht hellen Bildwechsel 80-50 sind es nur 35 Prozent Überhöhung, doch bei den dunkleren Bildwechseln steigt die Anstiegsflanke bis auf das Doppelte der Sollhelligkeit an. Die Neigung zu Bildartefakten in schnell bewegten Bereichen ist hoch. Premium steht hier also für die schnelle Reaktionszeit bei Spielen, nicht für die Bildqualität.

Als Allroundeinstellung ist die Werksvorgabe AMA Hoch bestens geeignet. Nur ambitionierte Gamer werden zur Premium-Einstellung wechseln wollen.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim BL2411PT messen wir mit nur 0,8 Millisekunden eine extrem kurze Signalverzögerung – weniger ist kaum möglich. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 4,7 Millisekunden (AMA Premium) gleichfalls sehr kurz, was die Gamer freut: 5,5 Millisekunden für die mittlere Gesamtlatenz werden nur noch von wenigen TN-Monitoren unterboten.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des BL2411PT arbeitet mit White LED. Für die Helligkeitsregelung wird nicht die PWM-Technik, sondern ein kontinuierliches Verfahren eingesetzt.

Das Backlight leuchtet bei jeder Stellung des Helligkeitsreglers kontinuierlich. Im Chart zeigen wir drei markante Einstellungen: volle Helligkeit (rot), 140 cd /m² am Arbeitsplatz (gelb) und kleinste Reglerstellung (violett). In allen Fällen ist der Helligkeitsverlauf glatt, von der PWM-typischen Rechteckschwingung ist nichts zu sehen. Backlight-Flimmern kann beim BL2411PT nicht auftreten.

Benq Bl2411pt Monitor Back
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung.

Subjektive Beurteilung

Der BL2411PT präsentiert sich hier auch sehr ausgewogen, beim Spielen von aktuellen Titeln kam es weder zu Artefakten och konnten Nachzieheffekte bemerkt werden. Höchstens ambitionierte Spieler, welche extrem schnelle Shooter spielen, könnten bei sehr schnellen Bewegungen minimale Artefakte bemerken, sämtliche anderen Anwendungen schlagen sich sehr gut.

Dies zeigt sich auch, wenn man Actionfilme in 1080p ansieht, alles ist scharf und genüsslich anzusehen. Durch die fast 100%-sRGB-Farbraumabdeckung erfreut man sich auch eines lebendigen Bildes.

Sound

Audiosignale können per DisplayPort oder per Klinke verarbeitet werden. Das Ausgangssignal kann man entweder automatisch wählen lassen oder es selbst anwählen. Trotz dass es nur Ein-Watt-Lautsprecher sind, ist der Klang als recht stark zu bezeichnen. Die Qualität externer Boxen erreichen diese natürlich nicht, unser Modell hebt sich dennoch von anderen Monitorlautsprechern ab. Nur die Lautstärkeregelung von 0 bis 100 erweist sich als recht sinnlos, die Lautstärke verändert sich nur leicht von mittellaut zu lauter.

Zur Verstellung muss man in das OSD, jedoch kann man sich eine der drei Schnelltasten mit der Lautstärkeregelung belegen, was zwei Tastendrücke zum Erreichen des Reglers bedeutet, ansonsten muss man fünf mal durch die Menüpunkte gehen. Die stumm(Mute)-Funktion ist dummerweise genauso schwer zu erreichen und damit zum schnellen Abschalten ungeeignet (man kann sich den Menüpunkt Stumm auf eine der Schnellwahltasten legen).

DVD und Video

Einen HDMI-Eingang hat der BL2411PT nicht. Für den Anschluss von HD-Zuspielern wie Blu-Ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen wird ein Adapter von HDMI auf DVI benötigt.

Benq Bl2411pt Monitor Dvd
Test der Videoeigenschaften.

Auf Videos ist der BenQ BL2411PT nicht spezialisiert: kein HDMI-Eingang, kein Overscan, auch Optionen für RGB-Signallevel und Farbmodell fehlen. Die Einstellung Film im OSD ist ein wenig wärmer als die Standard-Einstellung, und damit durchaus brauchbar. Nach unseren Messungen liegt der Standard aber näher an der sRGB- bzw. Rec.709-Vorgabe, deshalb bleiben wir auch für das Video dabei.

Das Full-HD-Video vom PC und BluRay-Player wird sehr scharf und mit natürlich wirkenden Farben wiedergegeben. Auch die Hauttöne sind stimmig, ein blasser Teint sticht nicht ins Grünliche. Schwarzwert und Bildkontrast sind sehr gut. Die Durchzeichnung in dunklen wie hellen Szenen ist detailreich. Auch in schnellen Szenen beobachten wir keine Nachzieheffekte. Die an sich sehr geringe Blickwinkelabhängigkeit der Farbwiedergabe wird in sehr dunklen Passagen ein wenig durch den typischen IPS-Glow getrübt.

10 KOMMENTARE

  1. Bei dem ATI CCC gibt es unter Farbtemperaturregelung eine Option „Extended Display Identification Data“. Bei anderen Treibern vermutlich ebenso. Wurde diese bei dem Test aktiviert?

  2. „Can you give us a little more information about the panel? Is it 6,8,10 bits, producer?“
    they use a LG LM240WU8-SLD1. 6-bit + Hi-FRC.
    kind regards – GV

  3. So you don’t have any information about the panel, no? (producer, number of bits, etc) Sorry for being so insistent, but I am considering this monitor in the near future! 🙂
    Thanks for the „moiré pattern“ info, it was a nice reading. 🙂

  4. Can you give us a little more information about the panel? Is it 6,8,10 bits, producer?

    PS: Why does the image flickers in the presentation video (at 2.00)?

  5. @semknot:
    Check page 3 where it says:
    „Betriebsgeräusch
    Während des Tests gab der Monitor im Betrieb keinerlei hörbare Geräusche von sich, weder bei maximaler noch bei abgedämpfter Helligkeit. Dies ändert sich aber, sobald der Eco-Modus sich einschaltet und der Monitor auf Stand-By und Auto-Aufwachen gestellt wird. Dann ertönt das von älteren Netzteilen bekannte hochfrequente Fiepen“

    This means (in free translation): „The monitor did not make any hearable noises during the tests, neither when checking with maximal, nor with minimal brightness settings. But this changed, as soon as the monitor activated it’s „Eco-Mode“ and when the monitor had been set to stand-by and auto-wake-up. In those cases the typical high-frequency cheeping occured, which is typical for some old-fashioned power supplies.“

    HTH!

  6. Nein sicher nicht 😉 Das ist ein Fehler in der Bildunterschrift, ich habe das entfernt. Wir testen alle Monitore mit digitaler Verbindung und kalibrieren sie natürlich auch. Die Ergebnisse sind ja im Test zu finden.

  7. Teil 4: Bildunterschrift „Menü Bild, Farbtemperatur (Nur VGA).“

    Bedeutet das etwa, dass man die RGB-Regler nur erreichen kann, wenn man den Monitor über DSUB angeschlossen hat?!
    Sprich: Ist eine anschließende Kalibrierung mit einem Colorimeter lediglich über die Grafikkarte möglich, wenn man DVI oder DP verwendet, ohne vorher den Monitor wenigstens über die RGB-Regler halbwegs einstellen zu können?

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