Test Monitor BenQ E24-5500
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Profilgenauigkeit

Im kalibrierten Zustand überprüfen wir zunächst die Profilgenauigkeit. Wir beschränken uns dabei nachfolgend auf das Monitorprofil, das im Rahmen der Kalibrierung auf die sRGB-Empfehlungen bezgl. Weißpunkt und Gradation erstellt wurde. Nach Kalibrierung und Profilierung wurde aus der verwendeten Software heraus ein Profiltest durchgeführt, der den Ist-Zustand des Monitors mit den Transformationen vergleicht, die sich aus dem Monitorprofil ergeben. Die Referenzwerte leiten sich entsprechend aus dem Monitorprofil ab.

Profilgenauigkeit Ziel Erreicht
6473 6474
94.79 100.00 107.91 94.80 100.00 108.00
0,72 0,03
0,48 0,45
141,6 141,5
sRGB ~2,17 (Avg.)

* CCT-Bezug

Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Profilgenauigkeit
 

Die hohen Abweichungen im Rahmen der Profilvalidierung ergeben sich aus einem nichtlinearen Bildschirmzustand. Er manifestiert sich in deutlichen Helligkeitsabweichungen der Primärfarben gegenüber dem Sollwert unter Berücksichtigung des aktuellen Weißpunktes. Unsere Kalibrierungs-/ Profilierungssoftware kann diesen Zustand so nicht im Matrix-Profil erfassen. Aufgrund der durchgeführten „Zwangsnormalisierung“ stimmen Ist- und Sollzustand damit nicht mehr überein. In einem separaten Artikel haben wir dieses Problem, das glücklicherweise nur bei wenigen Bildschirmen auftritt, detailliert erläutert. Für den Benutzer sind die Auswirkungen unangenehm, da auch in farbmanagementfähiger Software größere Abweichungen auftreten (siehe nachfolgende Messungen nach Kalibrierung und Profilierung).

Die Softwarekalibrierung und anschließende Profilierung basierte auf den weiter unten aufgeführten Parametern (Helligkeit: Sofern mit Bordmitteln erreichbar). Die Anführungszeichen sollen deutlich machen, dass es im Rahmen der Kalibrierung keinesfalls zu einer zielgerichteten Farbraumemulation kommt, sondern lediglich die in Klammern aufgeführten Vorgaben und eine möglichst hohe Neutralität bzw. Linearität sichergestellt werden.

Die „Farbechtheit“ wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software und der im Profil erfassten Monitorcharakteristik erreicht. Weißpunkt und Gradation sind dabei im Rahmen der Kalibrierung keine fixen Größen

„sRGB“ (Helligkeit: 140 cd/m², Gamma: sRGB, Weißpunkt: D65):
Helligkeit: 66; Kontrast: 60; Rot: 128; Grün:129; Blau:114

Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Korrekturkurve
Darstellung der RGB-Korrekturkurven der Grafikkarte nach der „sRGB“-Softwarekalibrierung mit iColor. Je näher die drei Farblinien an der 45°-Achse liegen, umso weniger Farben müssen zur korrekten Kalibrierung von der Grafikkarte verworfen werden und umso lückenloser bleiben Farbverläufe.

Um einen ersten Eindruck von den tatsächlichen Abweichungen in farbmanagementfähiger Software zu geben, haben wir in Adobe Photoshop entsprechende Testpattern erzeugt, mit dem jeweiligen Profil des Arbeitsfarbraumes (sRGB) versehen und ausgemessen. Als CMM kam Adobe ACE zum Einsatz. Aufgrund des relativ farbmetrischen Rendering-Intents bleiben durch das CMM verursachte Farbraumkompressionen aus.

Vergleich mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum unter Berücksichtigung des Monitorprofils

Werkseinstellung Ziel Erreicht
D65 (6502) 6498
95.04 100.00 108.88 94.80 100.00 108.38
0,53
– (0,08) 0,44
140,00 139,4
0,05
2788
sRGB ~2,2 (avg.)

* CCT-Bezug

Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Kalibriert 2
 
Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Kalibriert 1
 
Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Kalibriert 3
 

Gegenüber der äußerst schlecht eingestellten Werkseinstellung konnte nun schon eine Verbesserung erzielt werden: Helligkeit und Weißpunkt liegen nun nahezu perfekt an der Vorgabe. Die Abweichungen in den Farben und der Grauachse bleiben aber trotz Kalibrierung auf einem viel zu hohen Niveau. Dies dürfte einerseits dem eingeschränkten Farbraum und andererseits der starken Nichtlinearität des Monitors zuschulden sein, welche die Erstellung eines präzisen ICC-Profils verhindert.

UGRA-Test

Abschließend haben wir den BenQ E24-5500 auf die Empfehlungen der UGRA kalibriert (5800K, Gamma 1,8 und Helligkeit, sofern mit Bordmitteln erreichbar: 140 cd/m²), um seine Tauglichkeit für die digitale Druckvorstufe/Softproof zu bestimmen. Die Zertifizierung kann aber natürlich auch mit anderen Parametern erreicht werden. Falls der Monitor keinen Gamma-Regler besitzt, wird durch die Kalibrierung der Tonwertumfang im Regelfall zu stark eingeschränkt, um den Test mit den vorgegebenen Parametern zu bestehen. Den Schwarzwert begrenzen wir manuell auf 0,3 cd/m², um Schwächen des EyeOne Pro zu minimieren. Falls die Zertifizierung knapp am Tonwertumfang scheitert, wiederholen wir die Messung ohne diese Vorgabe.

Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Ugra
Der ausführliche UGRA UDACT Report für die Softwarekalibrierung kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Die starken Defizite des E24-5500 werden im Ergebnis des UGRA-Tests noch einmal auf den Punkt gebracht: Der nichtlineare Farbraum, die farbstichige Grauachse und die starke Einschränkung des Tonwertumfanges lassen den 24-Zoller sang- und klanglos durchfallen.

Soundqualität

Die integrierten 2 x 5 Watt-Boxen schlagen sich verhältnismäßig gut. Dies dürfte zum Einen an der vorhandenen Leistung liegen, die über der anderer integrierten Boxen liegt, zum Anderen aber auch an der Einstellungsvielfalt im Menü. Nachdem man die Bässe und Höhen im Equalizer hochgeschraubt hat, bekommt man ein ausgeglichenes Klangbild zu hören – allerdings ist die Qualität mit der eines externen 2.1- oder gar 5.1-Systems nicht zu vergleichen. Für den typischen Fernsehschauer jedoch reicht die Klangqualität, allerdings sollte beachtet werden, dass es zu leichten Verzerrungen bei hohen Lautstärken kommt.

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