Test Monitor BenQ E24-5500
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Skalierung

Wichtig ist die Darstellung mit einem korrekten Seitenverhältnis. Im Videobereich liegt nur bei HD-Material ein quadratisches Pixelseitenverhältnis vor. Verfügt der Bildschirm im OSD über eine explizite „4:3“ und „16:9“ Einstellung in den Skalierungseinstellungen, stehen die Chancen gut, entsprechendes Material korrekt anzeigen zu können.

Unsere Testbildreihe basiert auf einem anamorphen Video mit Kreisen, die bei korrekter Beachtung des Seitenverhältnisses absolut rund sein müssen (zugespielt wurde per HDMI). Mit entsprechenden Einstellungen am DVD-Player können wir alle möglichen Zuspielungen simulieren.

Aufgrund der umfangreichen Einstellungen am E24-5500 haben wir uns entschieden, die Ergebnisse übersichtlich in zwei Tabellen zusammenzufassen und nur die auffälligsten Modi fotografisch festzuhalten. Bei der ersten Tabelle handelt es sich um die Zuspielung des Signals im Ausgangsformat 16:9 in 576p. Die linke Seite der Tabelle gibt den verwendeten Modus an, die rechte Seite beschreibt die Darstellung.

Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Skalierung 1
Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Skalierung 2
Zuspielung im Ausgangsformat 16:9: Links: Overscan aus, rechts: Overscan an
Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Skalierung 3
Zuspielung im Ausgangsformat 16:9: Panoramamodus

In der zweiten Tabelle verwendeten wir die Zuspielung im Ausgangsformat „4:3 Letterboxed“:

Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Skalierung 4
Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Skalierung 5
Zuspielung im Ausgangsformat „4:3-Letterboxed“: Links: Auto, rechts: Zoom2

Insgesamt fallen die Einstellungsoptionen in diesem Bereich sehr umfangreich aus und bieten für jede Art der Zuspielung eine passende Skalierungs- oder Beschneidungsmöglichkeit.

Farbmodelle und HDMI-Blacklevel

Ebenfalls sehr wichtig für die korrekte Darstellung des Materials ist die Abstimmung des Videolevels. Abstimmungsprobleme können hier zu starkem Clipping in helleren und dunkleren Farben führen oder das Bild durch reduzierten Tonwertumfang ohne volles Schwarz und Weiß flau erscheinen lassen.

Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Hdmi
Test des korrekten Signalpegels am HDMI-Eingang

Der BenQ E24-5500 ist am HDMI-Eingang sehr flexibel. Er akzeptiert neben dem typischen RGB-Modell (4:4:4) auch YCbCr (4:4:4 und 4:2:2). Digitale Medien wie DVDs, Blu-rays, HD-DVDs und DVB-Signale arbeiten dagegen mit 4:2:0.

Sowohl bei einer Zuspielung von RGB (beispielsweise von einer Konsole oder einem Rechner) als auch bei YCbCr erwartet der E24-5500 erst einmal Video-Level (Wertebereich pro Kanal von 16-235). Allerdings erlaubt es das OSD, in den sogenannten „Grafik-Modus“ zu schalten, wodurch der Monitor PC-Level erwartet. Dieser Modus ist daher bei der Verbindung mit einem PC oder einer Spielekonsole ausdrücklichst zu empfehlen. Grundsätzlich können damit beide Farbmodelle in vollem Tonwertumfang wiedergegeben werden.

TV-Tuner

Der BenQ E24-5500 kann sowohl mit einem analogen als auch mit einem digitalen DVB-T/C-Tuner aufwarten. Während unseres Tests erprobten wir jedoch nur das DVB-T-Signal. Die dafür erforderliche Antenne ist nicht im Lieferumfang enthalten. Wir verwendeten das Modell Digitenne TT 1 des Herstellers TechniSat.

Nach der Montage der Antenne ließen wir den E24-5500 über das OSD problemlos nach Kanälen suchen. Dieser Vorgang geht vollautomatisch vonstatten und dauert etwa 5 Minuten. Anschließend stehen dem Benutzer alle in der Region ausgestrahlten Sender zur Verfügung. Selbstverständlich können die Sender auch in beliebiger Reihenfolge sortiert werden. Die mitgelieferte Fernbedienung bietet alle Möglichkeiten eines vollwertigen Fernsehers: Kanalwechsel, Lautstärkekontrolle oder der Zugriff auf den Teletext sind nur wenige der Fernbedienung leicht zu erreichenden Funktionen. Die Bildqualität kann insgesamt nicht überzeugen – was aber kein Problem des E24-5500 ist sondern des stark komprimierten und gering aufgelösten DVB-T-Signals ist. Besonders in dunklen Szenen fallen dem Betrachter hässliche Blockartefakte ins Auge, welche den heimischen Fernsehabend vermiesen.

Benq E24 5500 Monitor Benq E24 5500 Tuner
Bild aus dem Programm der ARD

An der Seite des E24-5500 kann außerdem ein externes Speichermedium – wie ein USB-Stick oder eine externe Festplatte – angeschlossen werden, wodurch weitere Funktionen zur Verfügung stehen. So kann beispielsweise direkt auf die Ordnerstruktur des Mediums zugegriffen werden um so Musik, Fotos oder Videos abzuspielen. Allerdings ist Voraussetzung, dass das Medium im Dateisystem FAT32 formatiert ist – andernfalls wird es vom E24-5500 nicht erkannt.

Außerdem ermöglicht die Verwendung eines USB-Mediums die sogenannte Time-Shift-Funktion, die es ermöglicht, Sendungen aufzuzeichnen und im Nachhinein erneut abzuspielen. Dafür drückt der Anwender einfach auf die Pause-Taste und muss noch wenigen Anweisungen auf dem Bildschirm folgen. Anschließend beginnt die Aufzeichnung und durch Drücken der Play-Taste wird die Wiedergabe nun fortgesetzt. Nervige Werbung kann zusätzlich durch einen Schnellvorlauf überspielt werden.

Bewertung

Bildstabilität:
(digital)
(analog)
Blickwinkelabhängigkeit:
Kontrasthöhe:
Farbraum:
Subjektiver Bildeindruck:
Graustufenauflösung:
Helligkeitsverteilung:
Interpoliertes Bild:
Gehäuseverarbeitung und Mechanik:
Bedienung/OSD:
Geeignet für Gelegenheitsspieler:
Geeignet für Hardcorespieler:
Geeignet für DVD/Video:
Preis [incl. MWSt. in Euro]: Keine Angaben
3.5

AUSREICHEND

Technische Spezifikationen: BenQ E24-5500

Fazit

Der BenQ E24-5500 ist ein stark polarisierender Bildschirm mit vielen positiven Merkmalen aber gleichzeitig auch eklatanten grundlegenden Schwächen. Zu den gelungenen Features gehören vorerst alle Dinge, die den 24-Zoller zum Hybridgerät machen: Die Anschlussvielfalt bietet nahezu vollständige Konnektivität und ermöglicht das Anschließen zahlreicher externer Geräte. Weiterhin kann die Videosignalverarbeitung in vollem Umfang überzeugen – hier glänzt der E24-5500 mit ausgereiften Lösungen zur Skalierung und zum Deinterlacing – auch bei den Wiederholfrequenzen wird jegliches Quellmaterial ruckelfrei unterstützt. Die kinderleicht einzurichtende TV-Funktion wird mit einer ausgereiften Fernbedienung und einem durchaus akzeptablen Klang abgerundet.

Das verwendete A-MVA-Panel verleiht dem E24-5500 außerdem Eigenschaften, die man an Multimedia-Monitoren mit TN-Panel sehr vermisst: Die subjektive Bildqualität kann in Form stabiler Blickwinkel, eines sehr hohen Kontrasts und einer überaus homogenen Ausleuchtung überzeugen – allerdings erst, nachdem man die äußerst misslungene Werkseinstellung korrigiert hat.

Probleme offenbaren sich beim Farbraum, welcher sich beim E24-5500 durch eine starke Nichtlinearität auszeichnet und damit eine ordnungsgemäße Vermessung und Kalibriering verhindert. Dass kein einziges Videokabel beiliegt, ist mehr als kundenfeindlich, hier wird am falschen Ende gespart.

Auch das Reaktionsverhalten hinterlässt einen sehr unausgereiften Eindruck. Die sehr langsamen Verzögerungs- und Bildaufbauzeiten resultieren in einer Rekord-Gesamtlatenzzeit von 50 Millisekunden, womit der E24-5500 nicht nur für Spieler ungeeignet ist, sondern sich auch für diesbezüglich sensible Benutzer jeder anderen Anwendergruppe disqualifiziert.

Insgesamt eignet sich der BenQ E24-5500 damit nur für Benutzer, die für wenig Geld ein blickwinkelstabiles Hybrid-Gerät verlangen und sich mit den genannten Schwächen arrangieren können.

Testlogo BenQ E24-5500

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