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Test Monitor Dell U2412M
7/8

Bildschärfe

Der U2412M besitzt im OSD einen Schärferegler, mit dem die Bildschärfe in elf Stufen von 0 bis 100 geregelt werden kann. Die Standardeinstellung liegt bei 50, höhere Werte bedeuten Schärfung, niedrigere bedeuten Unschärfe. Da ein digital übertragenes Bild ohnehin perfekt scharf ist, macht ein Schärfe- bzw. Unschärfefilter direkt im Gerät kaum einen Sinn. Im Gegenteil leidet in den höheren Schärfestufen sogar die Lesbarkeit von Texten.

Um die schlechte Interpolationsleistung des internen Scalers zu übertünchen, taugt die Schärfung leider auch nicht, da das interpolierte Bild zwar im Prinzip scharf, aber zu ungleichmäßig ist.

Um die Wirkungsweise des Schärfefilters zu verdeutlichen wurde ein kurzes Textstück in unterschiedlichen Schärfestufen per Makroobjektiv abfotografiert:

Dell U2412m Monitor Schaerfe1
„PRAD.de“ bei Schärfeeinstellung 0 (Unschärfe)…
Dell U2412m Monitor Schaerfe2
…bei Schärfeeinstellung 50 (Standard)…
Dell U2412m Monitor Schaerfe3
…und bei Schärfeeinstellung 100 (leichte Schärfung)

Videosignalverarbeitung

Mit seiner physikalischen Auflösung von 1.920 x 1.200 ist der Ultrasharp U2412M im Prinzip gerüstet für die Wiedergabe von HD-Formaten. Das Bluray-Format 1.920 x 1.080 findet mit schmalen schwarzen Rändern pixelgenau und auf voller Bildschirmbreite Platz.

Zugespielt werden solche Signale fast ausschließlich per HDMI und sind dabei per HDCP (High-bandwidth Digital Content Protection) verschlüsselt. Einen HDMI-Eingang stellt der U2412M zwar nicht bereit, entsprechende Signale lassen sich jedoch ohne weiteres über ein handelsübliches Adapterkabel per DVI zuspielen. Wie quasi alle aktuellen Monitore unterstützt das Gerät dabei die Entschlüsselung von HDCP-Signalen. Somit steht prinzipiell einer Wiedergabe von Blurays also rein technisch nichts im Wege.

Auch das blickwinkelstabile IPS-Panel sorgt zusammen mit einem guten Kontrastverhältnis und schnellen Schaltzeiten für gute Voraussetzungen bei der Videowiedergabe.

Doch die Technik hält noch einige potentielle Stolpersteine für den Nutzer bereit, die die Freude am (HD-)Filmmaterial verderben könnten. Auf die wichtigsten Probleme, die im Videobetrieb auftauchen, soll der Dell U2412M im Folgenden untersucht werden.

Formatunterstützung

Wichtig ist zunächst eine Darstellung im korrekten Seitenverhältnis. Hier gehen beim DELL U2412M bereits die Probleme los: Wie bereits im Abschnitt „Interpolation“ erwähnt, ist es nicht möglich, 16:9-Signale unverzerrt darzustellen. Da alle im Video-Bereich relevanten Auflösungen in 16:9 zugespielt werden, fallen externe Zuspieler wie DVD- und Bluray-Player als Quellgerät flach, sofern man sich nicht mit vertikal gespreizten Bildern zufrieden geben möchte.

Dell U2412m Monitor Aspect Kreise
Dell U2412m Monitor Aspect Video
Links ein Testvideo; im Idealfall sollten die Kreise komplett rund sein. Rechts eine Szene aus der Bluray „Fargo“ mit leichten „Eierköpfen“, bedingt durch die Verzerrung

Die gebräuchlichen Videoformate (576p, 720p, 1080p, 1080i) werden bei progressiver Zuspielung erkannt und (verzerrt) dargestellt.

Bei den unterstützten Refreshraten ist interessant, ob ganzzahlige Vielfache der Video-Bildraten möglich sind, da andernfalls bei der Wiedergabe sogenannter Judder (Mikroruckler) entsteht. Bei PAL wären dies 25, 50, 75… hz, bei Blurays 24, 48, 72… hz. Bei letztgenannten muss der U2412M passen: Oberhalb von 60 hz und unterhalb von 50 hz verweigert der Monitor komplett seinen Dienst; Vielfache von 24 hz sind somit nicht möglich.

Bei Interlaced-Signalen (576i) zeigt der Monitor zwar ein Bild an, jedoch nur mit deutlichem Zeilenflimmern. Dies deutet darauf hin, dass nur ein einfaches Field-Scaling stattfindet. Man sollte dem U2412M also in jedem Fall progressive Signale zuspielen.

Tonwertumfang

Ein weiterer wichtiger Punkt, der bei der Zuspielung von Videoinhalten beachtet werden muss, ist der korrekte Tonwertebereich. Im Videobereich ist nämlich leider immer noch die (aus heutiger Sicht völlig sinnlose) Beschneidung des RGB-Wertebereichs auf Tonwerte von 16-235 üblich; viele Zuspielgeräte (z.B. auch der im Test verwendete Sony BDP-S370) können nur das beschnittene Signal ausgeben. Geht der verwendete Monitor jedoch von dem im PC-Bereich üblichen (und sinnvollem) vollständigem Wertebereich von 0-255 aus, so führt diese Kombination zu einem äußerst schlechtem Schwarzwert und Kontrast, da die 16 dunkelsten und die 16 hellsten Graustufen des Monitors ungenutzt bleiben.

Der Ultrasharp U2412M verhält sich auf diesem Gebiet absolut vorbildlich: Er erkennt automatisch und unabhängig vom verwendeten Farbmodell, in welchem Tonwertumfang das Signal zugespielt wird und passt die Anzeige entsprechend an. So wurde im Test in jeder Situation das Signal absolut korrekt angezeigt.

Fazit zur Videotauglichkeit: Das Verwenden externer Zuspieler ist aufgrund der fehlenden Unterstützung des 16:9-Seitenverhältnisses nicht sinnvoll möglich. Sein prinzipiell gutes Potential zur Video-Wiedergabe kann der U2412M also nur angeschlossen an einen PC ausspielen, der dem Monitor Aufgaben wie die Skalierung abnimmt.

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