Test Monitor Dell U2413
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Profilvalidierung (i1 Display Pro => i1 Pro; Farbraum: Benutzerdefiniert)
White Point / CCT Kelvin 6161K
White Point XYZ (normalized) 95.86 100.0 104.82
DeltaE to D50/ D65 16.63 / 2.89
Assumed Target Whitepoint* 6200K
DeltaE to Assumed Target Whitepoint 1.37
Brightness / cd/m² ** 140.5
Black Point / cd/m² ** 0.21
Contrast / x:1 669:1
Gradation (Average) 2.17

* Daylight / ** Measured with X-Rite DTP94

Dell U2413 Monitor Validierung3
Detaillierte Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Dokument zur Verfügung.

Die Farbraumauswahl Nativ führt zu einem deutlich von Blackbody- bzw. Daylightkurve entfernt liegenden Weißpunkt. Sie ist daher keine empfehlenswerte Alternative, wenngleich Graubalance (für alle Unbuntfarben) und Linearitätseigenschaften keinen Anlass zur Kritik geben. Letzteres gilt auch für die benutzerdefinierte Einstellung, mit der der gewünschte Weißpunkt erreicht werden kann. Ein leicht erhöhter Schwarzpegel schafft Helligkeitsmargen zur Optimierung der Neutraltöne in den absoluten Tiefen.

Color Calibration Solution greift auf die passende Charakterisierung für das vom Panel des U2413 emittierte Spektrum zurück. Das reduziert den Messfehler stark:

Kalibrationsziel I1Display Pro*
Weißpunkt / CCT D65 (~6502 K) 6161K
Weißpunkt XYZ (normalisiert) 95.04 100.00 108.88 95.86 100.0 104.82
DeltaE in Bezug zum Ziel 2,89

* Messung mit X-Rite i1Pro

UDACT (UGRA-Test) Hardware

Wir haben das UDACT nach der Hardwarekalibration mit unten genanntem Ziel erneut durchlaufen.

Helligkeit Weißpunkt (CCT) Weißpunkt (XYZ) norm.) Gradation
Ziel 140 cd/m² 5800K 95.37 100.00 Gamma 1.8

Diesmal ist die Zertifizierung reine Formsache. Aufgrund der Hardwarekalibration werden im ICC-Profil keine LUT-Korrekturen für die Grafikkarte hinterlegt und damit auch keine Tonwertverluste ausgewiesen.

Dell U2413 Monitor Udact Hw
Der ausführliche UGRA UDACT Report für die Hardwarekalibrierung kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Farbraumemulation

Nachfolgend haben wir die Farbraumemulation aus DELLs Color Calibration Solution heraus für die Simulation von sRGB und AdobeRGB genutzt. Die Messungen gegen den jeweiligen Arbeitsfarbraum werden ohne Farbmanagement durchgeführt. Ein CMM kommt also nicht zum Einsatz.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB
White Point / CCT Kelvin 6187K
White Point XYZ (normalized) 95.79 100.0 105.14
DeltaE to D50/ D65 16.85 / 2.66
Assumed Target Whitepoint* 6200K
DeltaE to Assumed Target Whitepoint 1.34
Brightness / cd/m² ** 143.3
Black Point / cd/m² ** 0.21
Contrast / x:1 682:1
Gradation (Average) 2.17

* Daylight / ** Measured with X-Rite DTP94

Dell U2413 Monitor SRGBemu
Detaillierte Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Dokument zur Verfügung.
Vergleich der AdobeRGB-Emulation mit AdobeRGB
White Point / CCT Kelvin 6196K
White Point XYZ (normalized) 95.76 100.0 105.24
DeltaE to D50/ D65 16.93 / 2.58
Assumed Target Whitepoint* 6200K
DeltaE to Assumed Target Whitepoint 1.33
Brightness / cd/m² ** 139.9
Black Point / cd/m² ** 0.21
Contrast / x:1 666:1
Gradation (Average) 2.16

* Daylight / ** Measured with X-Rite DTP94

Dell U2413 Monitor ARGBemu
Detaillierte Informationen stellen wir Ihnen als PDF-Dokument zur Verfügung.

Im Vergleich zur Auswahl der beiden Bildmodi aus dem OSD heraus konnte die Graubalance durch die Kalibration verbessert werden. Benutzer, die auf ein i1 Display Pro zurückgreifen können, sollten die Farbraumemulation daher auf diese Weise verwenden.

Reaktionsverhalten

Den U2413 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am Dual Link DVI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den kürzesten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt nennt Dell nur eine typische Reaktionszeit von 6 Millisekunden (GtG). Im OSD des 2413 finden wir keine Overdrive-Option. Ein kurzer Test der Bildmodi Standard, Film und Spiel liefert keine Hinweise auf unterschiedliche Bildaufbauzeiten. Wir belassen es also beim voreingestellten Modus Standard, dann messen wir 11,5 Millisekunden für Schwarz-Weiß und 8,2 Millisekunden für den schnellsten Grauwechsel. Die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) für unsere 15 Messwerte ist mit 11,6 Millisekunden kaum anders.

Dell U2413 Monitor Reaktion
Dell U2413 Monitor Over
Kurze Schaltzeiten für IPS, aber starke Überschwinger im Helligkeitsverlauf.

Derart kurze Schaltzeiten sind bei IPS-Panels nur möglich, wenn eine kräftige Beschleunigung wirkt. Die Folge sind deutliche bis starke Überschwinger im Helligkeitsverlauf, wie sie unser Chart am Beispiel des Wechsels von 50 zu 80 Prozent Helligkeit zeigt.

Solch starke Überschwinger finden wir beim U2413 aber nur bei der helleren Hälfte unserer Messpunkte. Bei den dunkleren Messpunkten sind die Überschwinger dagegen gering, was der neutralen Wiedergabe bei Videos und schnellen Spielen sehr entgegenkommt. Allerdings müssten die Schaltzeiten zumindest für Videos gar nicht so kurz sein, man hätte durchaus etwas längere Werte zulassen können, um die Gefahr von unerwünschten Bildartefakten zu senken.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Wegen des aktiven Overdrive rechneten wir auch mit einer kurzen Signalverzögerung, doch die ist beim U2413 mit 12,4 Millisekunden zunächst einmal deutlich länger als erwartet.

Zunächst einmal, denn wenn man in den Spiele-Modus umschaltet und das OSD-Menü wieder schließt, gibt es eine Überraschung: der Monitor synchronisiert sich neu und zeigt dann mit nur noch 0,7 Millisekunden eine extrem kurze Signalverzögerung. Bis zur Soll-Helligkeit vergehen weitere 5,8 Millisekunden, die mittlere Gesamtlatenz ist mit sehr kurzen 6,5 Millisekunden im Spiele-Modus auch für Power-Gamer attraktiv.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des U2413 ist mit LEDs aufgebaut. Für die Helligkeitsregelung wird bei dieser Bauart meist die PWM-Technik eingesetzt, zunehmend aber auch kontinuierliche Regelungsverfahren. Beim U2413 finden wir nun eine Mischform von beidem.

Der gemessene Helligkeitsverlauf zeigt, dass das Backlight bei voller Helligkeit (100 %, rote Kurve im Chart) kontinuierlich leuchtet. In Reglerstellung H26 erhalten wir 140 cd/m², die gelbe Kurve skaliert gleichmäßig nach unten. Unterhalb von H20, das entspricht rund 100 cd/m², sehen wir dann doch eine PWM-typische Taktung. Allerdings ist die Schaltfrequenz mit 8.800 Hz diesmal so hoch, dass sie in unserem Standardchart mit der Zeitbasis 60 Millisekunden als breite gezackte Linie erscheint (85 cd/m² = H15, violette Kurve).

Dell U2413 Monitor Back
Oberhalb von H20 wird das Backlight kontinuierlich geregelt.

Bei üblichen Helligkeiten arbeitet das Backlight des U2413 somit immer kontinuierlich. Erst bei ziemlich dunklen Einstellungen wird die PWM-Regelung aktiv, dann aber mit sehr hoher Schaltfrequenz. Wir dürfen daher davon ausgehen, dass dieser Monitor in allen Einstellungen kein wahrnehmbares Backlight-Flimmern zeigt.

29 KOMMENTARE

  1. Die Tests zu Farbräumen, Farbechtheit, Kalibration, etc. sind bei diesem Report besonders umfangreich, was sehr gut ist. Allerdings fehlt es diesem Report an dieser Stelle für mich an vielen Stellen an Erläuterungen bzw. Interpretationen des Ergebnisses. Ich werde quasi kommentarlos bombardiert mit verschiedenen Meßergebnissen, deltaE/C und Gamma-Charts, aber muss versuchen selber daraus schlau zu werden ob das jetzt gut oder schlecht ist. Bei anderen Tests von Prad fand ich das besser umgesetzt, weil dort dann eben auch mir jeweils ein Fazit präsentiert wurde mit einer Begründung, die ich dann auch als Laie verstehen und nachvollziehen kann.

    Beispiel: Was bedeutet „Farbtransformiert in sRGB/AdobeRGB“ konkret? Ist das Ergebnis der Hardware-Kalibration wirklich bedeutend besser, als das der reinen Software-Profilierung? Was bedeutet „Die Farbraumauswahl Nativ führt zu einem deutlich von Blackbody- bzw. Daylightkurve entfernt liegenden Weißpunkt. Sie ist daher keine empfehlenswerte Alternative, wenngleich Graubalance (für alle Unbuntfarben) und Linearitätseigenschaften keinen Anlass zur Kritik geben. Letzteres gilt auch für die benutzerdefinierte Einstellung, mit der der gewünschte Weißpunkt erreicht werden kann. Ein leicht erhöhter Schwarzpegel schafft Helligkeitsmargen zur Optimierung der Neutraltöne in den absoluten Tiefen.“ für mich jetzt konkret, wie ist das für mich jetzt zu interpretieren, was bedeutet das für mich konkret? Etc.
    Es wäre super, wenn ihr das noch ein wenig mehr ausschmücken könntet mit Erklärungen und Erläuterungen, Links, etc., wie ihr das bei manch anderem Test hier ganz toll gemacht habt.

  2. „Die Software lag zum Testzeitpunkt in Version 1.0 vor. Sie wird von X-Rite lizensiert und unterstützt ausschließlich das i1 Display Pro aus gleichem Haus.“

    Ich habe verschiedene Colorimeter zur Verfügung, allerdings kein „i1 Display Pro“. Gibt es eine Möglichkeit eine Hardware-Kalibrierung des U2413 mittels einer anderen Software durchzuführen, welche andere Colorimeter unterstützt, z.B. die Freie Software dispcalGUI/Argyll, oder die Eizo- und Quato-Softwares? Oder kann man die Hardware LUT eines Monitors immer nur genau mit dieser einen, vom Hersteller mitgelieferten Software beeinflussen?

  3. Guter Test, aber etwas Käuferzielgruppenspezifisch. Beispiel: Der Gamer Modus reduziert den Input Lag extrem. Er umgeht also wohl grötenteils LUT usw. Doch kein Wort dazu wie sich das auf die hochgelobte Farbwiedergabe auswirkt. Gamer wollen auch Quallität 😉

  4. Also Schrift ist in der nativen Einstellung nach einer Minute genau so scharf wie nach 2 Stunden und zur Interpolation findet man in jedem Test eine Aussage, Schrift wird sogar anhand von Bildern dargestellt. Die Weißdarstellung hat was mit dem Weißpunkt zu tun und wie warm dieser gewählt wird und wenn das Weiß zu grell erscheint, sollte mal die Helligkeit reduziert werden. Das sind sicherlich Punkte wo mit einer falschen Einstellung am Monitor die Bildqualität minimiert wird, aber hier konkrete Aussagen zu treffen ist kaum möglich.

  5. Da gibt es wohl viele Möglichkeiten und vor allem viele Probleme, über die Nutzer in diversen Hardwareforen berichten. Einfach mal die ersten 3,4 Seiten in so einem Forum mit Fachbereich Monitor nach Überschriften durchschauen. Vieles ist natürlich subjektiv, aber…

    z.B.
    Wie scharf/crisp erscheint die Schrift nach 2h Arbeit in Word?
    Wie interpoliert die Schrift bei Auflösungsänderungen?
    Wie werden PDFs dargestellt? weißes grelles weiß oder eher „natürlich“ erscheinend?
    etc

    Mir ist schon klar, dass dies sehr subjektiv ist, aber wenn man ein paar Monitore gesehen hat, dann ist eine ungefähre Einschätzung möglich.

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