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BRANDHEISS

Test Monitor Dell UP3214Q
7/8

Korrektur für Colorimeter

Colorimeter sollten aufgrund ihrer Eigenschaften – die Spektralwertkurven des Normalbeobachters werden über die Kombination aus realen Filtern und Empfänger(n) nur in Annäherung nachgestellt – im Hinblick auf das vom konkreten Bildschirm emittierte Spektrum korrigiert werden.

Color Calibration Solution greift für das i1 Display Pro auf die spektralen Bildschirm-Charakterisierungen (EDR) von X-Rite zurück. Im Falle des UP3214Q wird der Datensatz für Bildschirme mit GB-r-LED-Hintergrundbeleuchtung gewählt.

Die Weißpunkt-Abweichung in Bezug auf das von uns eingesetzte i1 Pro liegt bei dE = 3.5. In Anbetracht der Tatsachen, dass auch diese Sonde keine ideale absolute Referenz ist und dass die Charakterisierungsdaten generischer Natur sind, liegt das durchaus im Rahmen und ist unbedenklich.

Reaktionsverhalten

Den Dell UP3214Q haben wir in der nativen Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 8 Millisekunden (GtG) angeben. Obwohl das Panel eine Overdrive-Beschleunigung besitzt, kann man diese nicht deaktivieren. Lediglich im Game Modus verkürzt sich die Latenz, bei gleichbleibender Reaktionszeit.

Wir ermitteln den schnellsten Grauwechsel mit 10,8 Millisekunden. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt 16,8 Millisekunden.

Dell Up3214q Monitor Schaltzeiten
Dell Up3214q Monitor Schaltzeiten2
Overdrive mit deutlich sichtbaren, aber noch nicht störenden Überschwingern.

Das Beschleunigungsverfahren ist zweckmäßig gewählt und verkürzt die Bildaufbauzeiten nur gering. Eine Deaktivierung des Overdrive ist nicht möglich. Die Signalverzögerung ist mit 30 Millisekunden verhältnismäßig lang, lässt sich aber im Game Modus verkürzen.

Dell Up3214q Monitor Schaltzeiten Gaming
Dell Up3214q Monitor Schaltzeiten2
Im Game Modus verkürzt sich die Signalverzögerung signifikant.

Im Gaming Modus ändert sich an den Reaktionszeiten nichts und auch die Überschwinger bleiben identisch. Allerdings reduziert sich die Signalverzögerung signifikant von 30 auf 12 Millisekunden.

Der Color-to-Color (CtC) Messwert geht über die herkömmlichen Messungen von reinen monochromatischen Helligkeitssprüngen hinaus, schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren.

Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunkts gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Der Dell benötigt bei solchen Farbwechseln etwa 16,4 Millisekunden zur Umschaltung – das entspricht etwa der Summe der Anstiegs- und Ausschwingzeit bei Helligkeitssprüngen zwischen 0% und 100%. Gerade mal ein Frame wird durch einen solchen Farbwechsel in seiner Helligkeit beeinflusst. Die Leistung kann deshalb als solide eingestuft werden.

Dell Up3214q Monitor Reaktionszeit
Reaktionszeiten des Dell UP3214Q.

In diesem Netzdiagramm sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Der Dell UP3214Q liefert eine sehr konstante Leistung bei den Reaktionszeiten und erreicht – fast unabhängig von der Helligkeit – stets gute Werte. Zieht man in Betracht, dass bisherige 4k-Displays häufig nur mit 30 Hz angesteuert werden konnten und meist langsame Panels zum Einsatz kamen, ist die Reaktionsgeschwindigkeit sehr gut und durchaus zum Spielen geeignet.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Mit 38,4 Millisekunden messen wir beim Dell UP3214Q allerdings eine deutlich längere Latenz als bei den meisten Mitbewerbern. Im Game Modus reduziert sich die Latenz auf 20,4 Millisekunden. Mit diesem Wert sollte man auch als Spieler noch zurechtkommen.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird abhängig von der eingestellten Helligkeit gepulst. Bei 100% Helligkeit leuchten die Leuchtdioden durchgängig. Schon bei 99% Helligkeit werden die LEDs dann für kurze Zeit ausgeschaltet. Die Genauigkeit zur Verkürzung der Einschaltzeit beträgt etwa 24 kHz – also etwa Faktor 100 im Vergleich zur Periodendauer oder Grundfrequenz der PWM.

Anders ausgedrückt: Der Tastgrad der Pulsbreitenmodulation mit einer Periodendauer entspricht 240Hz, abhängig von der Helligkeitseinstellung (10 bis 99 %). Dementsprechend reicht die Helligkeit abhängig von der jeweiligen Einstellung von etwa 34 bis 340 cd/m².

Dell Up3214q Monitor Backlight
LED-Backlight mit PWM.

Subjektive Bewertung

Natürlich profitieren auch Spiele von den soliden Reproduktionseigenschaften des DELL UP3214Q. Wer sich mit der erhöhten Latenzzeit arrangieren kann, sollte den sRGB-Modus nutzen. Ausbleibende Artefakte der Overdrive-Schaltung tragen ebenfalls zum positiven Spielerlebnis bei. Die hohe native Auflösung erfordert eine oder mehrere leistungsfähige Grafikkarten.

Unser Testsystem mit Nvidia GeForce GTX 780 und Intel Xeon E3-1230 war aber immerhin in der Lage, den Multiplayer-Modus von Battlefield 4 auf hoher Detailstufe (keine Kantenglättung) ohne kritische Geschwindigkeitseinbrüche darzustellen.

Die Pixeldichte von 140 ppi verbessert die Bildqualität sichtbar, allerdings reicht das beim üblichen Sichtabstand nicht aus, um Maßnahmen zur Kantenglättung überflüssig zu machen.

Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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3 Gedanken zu „Test Monitor Dell UP3214Q“

  1. Aha – ich hatte gedacht, bei HW-Kailbrierung bräuchte es kein Profil mehr. Habe eben gesehen, dass es auch ein Forum für technische Fragen gibt, da werde ich mich ggf. mal weiter ausbreiten – meine dumme Frage hier könnt Ihr gerne löschen 🙂
    Vielen Dank in jedem Fall!

    Antworten
  2. Ich weiß nicht ob ich das jetzt richtig verstehe. Egal ob Hardware- oder Softwarekalibrierung, ein Profil wird immer gespeichert. Nur sind bei der Softwarekalibrierung im Profil Informationen für die Grafikkarte gespeichert, da diese ja korrigieren muss. Diese Informationen werden bei der Hardwarekalibrierung in die LUT des Monitors geschrieben. Darin besteht der Unterschied. Dennoch muss man der Software in der man farbverbindlich arbeiten will, in jedem Fall das Profil des Monitors zuordnen.

    Antworten
  3. Liebe Tester bei Prad,
    mich würde sehr interessieren, ob auch beim UP3214q der Bildschirm stets mit einem Monitor-Farbprofil verknüpft ist. Bei meinem up2414q besteht immer eine Verknüpfung mit dem bei der Installation geladenen Monitorprofil UP2414.icm – was mich irritiert, denn wenn sRGB und adobeRGB ja – wie bei 3414q – am Monitor (vorkalibriert)zu wählen sind, wäre das doch eine Hardwarekalibrierung,die dann doch nicht noch durch ein Monitorprofil unterstützt werden müsste.
    Besten Gruß
    L. Fiedler

    Antworten

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