Test Monitor Eizo CS2730
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Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Eizo Cs2730 Monitor 60hz Netz
Netzdiagramm bei 60 Hz

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim EIZO CS2730 messen wir mit 9 ms eine noch gute Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 11,7 ms mittelmäßig, insgesamt macht das 20,7 ms.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird abhängig von der eingestellten Helligkeit gepulst. Bei halber Helligkeit (Einstellung 140 cd/m²) beträgt die Frequenz 17,8 kHz. Sie ist somit hoch genug, um auch bei reduzierter Helligkeit ermüdungsfreies Arbeiten zu ermöglichen.

Eizo Cs2730 Monitor Backlight
LED-Backlight mit PWM

Subjektive Beurteilung

Der EIZO CS2730 ist unstreitig als Spezialist für die Bild- und Videobearbeitung und nicht als Gaming-Monitor konzipiert. Das Modell ist ein Spezialist für farbkritisches Arbeiten, was auch niemanden überraschen sollte. Dort, wo es darauf ankommt – also Büroanwendungen, Mausbewegungen, Photoshop etc. –, merkt man von den vermeintlich mittelmäßigen Reaktionszeiten nichts.

Hier wie auch bei der Videowiedergabe kann der EIZO CS2730 brillieren. Ein Flackern aufgrund der gepulsten Hintergrundbeleuchtung konnten wir nicht wahrnehmen.

Die Bewegtbilddarstellung ist darüber hinaus trotzdem sehr passabel und bietet gleichzeitig eine exzellente Bildqualität. Der PixPerAn-Lesbarkeitstest gelingt beim CS2730 mit viel Mühe noch bis einschließlich Stufe 8. Danach ist aber definitiv Schluss. Im Speed-Test der EIZO-Monitor-Tools werden ein Nachleuchten bzw. eine Verformung der Kanten erst ab 800 pix/sek deutlich. Zum Vergleich: Der BenQ PV270 ist ebenfalls ein Bildbearbeitungsspezialist und kein Gaming-Monitor. Allerdings hat er eine Overdrive-Funktion und merklich bessere Messergebnisse. Der sichtbare Unterscheid im Speed-Test ist dennoch marginal. Der CS 2730 liefert ein ordentliches Ergebnis.

Für zahlreiche Spiele ist der EIZO CS2730 daher dennoch geeignet. Lediglich bei Spielen, bei denen der Input-Lag kriegsentscheidend ist, muss der 27 Zoll Monitor passen.

Sound

Der EIZO CS2730 besitzt weder eingebaute Lautsprecher noch einen Kopfhörerausgang. Konsequenterweise wird er am DisplayPort auch nicht als Audio-Ausgabegerät erkannt. Via HDMI wurde er von der Intel-Grafikkarte als solches erkannt, von der NVIDIA-Grafikkarte nicht. In jedem Fall muss das Splitting von Bild und Ton vor der Übertragung der Bildsignale an das Display erfolgen, da der Ton sonst ins Leere läuft.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des CS2420 angeschlossen werden. Die Tonsignale müssen allerdings vom Zuspieler getrennt und anderweitig ausgegeben werden, da der EIZO CS2420 selbst keinerlei Tonwiedergabe bzw. Tonweitergabe unterstützt.

Der EIZO CS2730 verarbeitet digitale RGB- und YCbCr-Signale. Eine Anpassung des Dynamikbereichs ist über die Option „Eingangsbereich“ möglich. Auf Wunsch kann auch eine Rauschreduktion aktiviert werden (nur bei HDMI).

Puristen bekommen mit dem sRGB-Modus beim CS2730 ab Werk eine Darstellung, die der HDTV-Norm entspricht und dabei nicht auf Farbmanagement-fähige Anwendungen angewiesen ist. Zum Arbeiten in EBV-Anwendungen ist der DUE-Uniformity-Modus vorzuziehen. Auch wenn es uns hier nie an Kontrast gemangelt hat, lässt sich dieser für Präsentationsszenarien mittels Umstellung auf „DUE Brightness“ noch mal verbessern.

Der sRGB-Modus mag normgerecht sein. Spielfilme und Serien wie „Game of Thrones“ sehen darin aber eben auch aus „wie Fernsehen“. Warum also nicht auch hier den erweiterten Farbraum nutzen? Im Adobe-RGB-Preset bekommt man auf Anhieb eine Darstellung, die nach richtig gutem Kino aussieht. Der erweiterte Farbraum ist beim EIZO CS2730 aber außerdem so klug gewählt, dass man noch nicht mal aus dem kalibrierten Zustand (mit nativem Farbraum) in ein anderes Preset zu wechseln braucht. Weder mit Adobe RGB noch mit nativem Farbraum wirken die Farben überzogen. Auch Hauttöne bleiben bei der Abstimmung des EIZO auf D65 hervorragend neutral, ohne rotstichig zu werden.

In dieser Konfiguration und der Helligkeitseinstellung 37 haben wir ein HD-Video am PC betrachtet. Der CS2730 kann dabei vor allem mit seinen kräftigen und natürlich wirkenden Farben überzeugen. Durch den erweiterten Farbraum bekommt man einen richtig coolen Filmlook, der viel näher am Kino-Erlebnis liegt. Auch mit DUE-Uniformity sind Schwarzwert und Bildkontrast schon so gut, dass keine Wünsche offenbleiben.

Der Farbraum ist beim EIZO CS2730 so maßvoll erweitert, dass die stärker gesättigten Farben bei der Filmwiedergabe eher ein willkommenes Plus darstellen, als zu einem überzogenen Bunt zu führen. Die Überlegenheit einer präzisen Farbraumabstimmung wird nicht nur bei den Hauttönen deutlich, sondern auch in Szenen mit schwierigen Grüntönen (z. B. in Herr der Ringe, Teil 1). In dunklen wie in hellen Szenen bleibt die Detailzeichnung stets gut erhalten. Nachzieheffekte bei schnellen Szenen treten nicht auf. Aufgrund der hohen Blickwinkelneutralität kommen auch seitlich stehende Zuschauer nicht zu kurz.

Die Darstellung ist mit allen insbesondere für die Videowiedergabe wichtigen Bildwiederholfrequenzen (24 Hz, 50 Hz, 60 Hz) judderfrei. Vor allem die wichtige 1080p-Auflösung wird bei 24 Hz sehr smooth und ohne Mikroruckler wiedergegeben. Die Skalierung von wichtigen Video-Auflösungen gelang – wie im Kapitel „Interpolation“ bereits ausgeführt – ebenfalls einwandfrei.

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... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

7 KOMMENTARE

  1. Da haben Sie natürlich recht. Die Erstlesung lag zu lange zurück und in Erinnerung blieb bei mir das wiederholt nachgelesene Fazit. Insofern vielen Dank für die geduldige Antwort (und den ausführlichen und professionellen Test des Gerätes). Mein Beitrag ist damit hinfällig und kann gerne entfernt werden.

  2. In der c’t 12/2017 (Artikel ab S. 136: Farbjongleure – Monitore mit farbverbindlicher Darstellung) wird auch der Eizo CG2730 wegen seiner hohen Leistungsaufnahme im Standby bzw. Soft-Off gerügt. Abhilfe schafft lt. Artikel dort das Einschalten des Deep-Sleep-Modus für den DisplayPort im versteckten Administrator Menü, dann werden nur noch 0,5 W gezogen.
    Das Administratormenü ist lt. Eizo beim CS2730 identisch zum CG2730.
    Sollte sich die Leistungsaufnahme ebenso reduzieren lassen, wäre eine Anmerkung im Test sicherlich sinnvoll.

    • Vielleicht beim Lesen übersehen, aber genau der Punkt ist im Testbericht bereits beschrieben:
      „Gemessen haben wir entsprechend den Hersteller-Angaben mit angeschlossenem USB-Hub – ohne angeschlossene USB-Verbraucher. Im Admin-Bereich des OSD haben wir DP Power Save aktiviert. Die Herstellerangaben im Standby erreichen wir dennoch nur bei abgezogenem USB-Kabel.“
      Der Satz in der c’t ist nach unserem Wissen irreführend. Wir haben alle Kombinationen durchgetestet aus DP Power Save ein/aus und USB-Kabel angeschlossen und abgezogen. Der OSD-Schalter mag den Stromverbrauch reduzieren, aber nur bei abgezogenem Kabel. Bei einem Gerät mit USB-Hub und Hardware-Kalibrierung macht das aber wenig Sinn. Es handelt sich um ein Problem, das wir bereits seit Jahren bei EIZO-Monitoren immer wieder antreffen.

  3. ne unsauber ist tatsächlich übertrieben – aber man sieht schon noch leicht die Pixel (im vergleich zum Retina display vom Mac mit mehr ppi). Für mich ist die Frage letztlich – macht ein CS2730 Sinn, wenn man ihn ausschließlich im sRGB Raum nutzt? oder reicht da z.b. der oben genannte Dell?

    (skalierung am Mac funktioniert prima!)
    Danke schonmal!

    • Zwar eine späte Antwort, aber sie lautet JA wegen der Hardware-Kalibrierung, die auf dem Niveau nur bei EIZO und NEC zu finden ist. Auch bei einer astreinen Flächen-Homogenität beißen sich andere Hersteller meist die Zähne aus.
      Dennoch gibt es mit Software-Kalibration und Beschränkung auf sRGB-Farbraum sicherlich günstigere Lösungen. Ob da gut, „gut genug“ ist, hängt aus meiner Sicht von der Art der EBV ab. Bei künstlichen Grafiken mit Farbverläufen, Sutdio-Aufnahmen vor Weiß, etc. werden die Schwächen einer Software-Kal schnell sichtbar und können nerven. Bei Landschaftsaufnahmen und Event-Fotografie, reicht sie dagegen i.d.R. völlig aus.

  4. Nun WQHD als unsauber zu bezeichen, ich weiß nicht. Ich finde WQHD bei 27 Zoll jedenfalls sinnvoller als 4K, zumindest unter Windows. Wie das beim Anschluss an ein MacBook aussieht, keine Ahnung.

  5. Tolles Review! Vielen Dank dafür!

    Macht es aus eurer Sicht Sinn in den cs2730 zu investieren, wenn man lediglich im sRGB / Rec709 Farbraum arbeitet – bei diesem aber größtmögliche Homogenität und ein sauberes Bild haben möchte? (Videobearbeitung/Grading)

    Bin mir etwas unsicher, da die WQHD Auflösung für Office Arbeit für meinen Geschmack (Macbook Retina gewöhnt) doch etwas unsauber ist und ggf dann ein solider 4k mehr Sinn macht? (z.b. Dell p2715q?)

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