Test Monitor Eizo CS2730
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Bildhomogenität

Eizo Cs2730 Monitor Helligkeitsverteilung
Eizo Cs2730 Monitor Farbreinheit
Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in Prozent und das ebenfalls gemittelte Delta C (d .h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 Prozent.
Der DUE (Digital Uniformity Equalizer) des EIZO CS2730 leistet ganze Arbeit. Die Darstellung ist über die gesamte Panel-Fläche ausgesprochen gleichmäßig. Helligkeits- und Farbabweichungen sind weder mit dem bloßen Auge noch durch Messung auszumachen.

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 0,84 Prozent superb, die maximale Abweichung mit 2,02 Prozent ebenfalls exzellent. Auch bei der Farbhomogenität schneidet der EIZO CS730 mit fantastischen Ergebnissen ab. Die Maximalabweichung beträgt unten rechts von der Mitte 1,32 Delta C. Der Durchschnittswert liegt bei lediglich 0,61 Delta C.

Über eine im Handbuch dokumentierte Tastenkombination oder ColorNavigator kann die Ausgleichsfunktion auf Eingriffe in den Mitteltönen beschränkt werden (DUE Priority: Brightness). Dadurch erhöht sich der Kontrastumfang.

Eizo Cs2730 Monitor Helligkeitsverteilung Due Brightness
Eizo Cs2730 Monitor Farbreinheit Due Brightness
Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität beim weißen Testbild – „DUE Brightness“

Allerdings verschlechtert sich die Helligkeitsverteilung dadurch merklich, wenngleich das Ergebnis immer noch zumindest zufriedenstellend bleibt. Die Farbhomogenität bleibt zudem auch hier unverändert auf ihrem exzellenten Niveau.

Für die EBV empfiehlt sich daher klar der Modus „Uniformity“. Für die Präsentation der Ergebnisse kann aber der Modus „Brightness“ einen Kontrastgewinn mit akzeptablen Einbußen bei der Helligkeitsverteilung erzielen.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Eizo Cs2730 Monitor Coating
Eizo Cs2730 Monitor Refcoat
Links das Coating des EIZO CS2730, rechts das Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der EIZO CS2730 besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

Das Foto zeigt den Bildschirm des CS2730 bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Auch bei extremeren Blickwinkeln bleiben die Farben dank des IPS-Panels sehr stabil. Wahrnehmbar sind v. a. die verminderte Helligkeit und etwas schlechtere Zeichnung in dunklen Bildbereichen. Der Kontrasteindruck selbst leidet kaum.

Für die großflächige Bearbeitung bzw. Wiedergabe farbkritischer Inhalte ist der EIZO CS2730 daher erwartungsgemäß sehr gut geeignet.

Eizo Cs2730 Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Interpolation

Unsere Testsignale werden gut verarbeitet. Eine Skalierung durch die Grafikkarte verbessert die Darstellung nicht. EIZO verzichtet auf einen separaten Schärferegler, der jedoch in den meisten Umsetzungen ohnehin nur fragwürdige Verbesserungen erzielt.

Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet der EIZO CS2730 die Optionen „Vollbild“ (ggfls. verzerrt), „Seitenverhältnis“ (unverzerrt) und auch eine pixelgenaue 1:1-Darstellung an.

Seltsamerweise will dem EIZO CS2730 bei der 720p-Auflösung (1280 x 720 Pixel) am DisplayPort die Skalierung weder mit der Option „Vollbild“ noch mit „Seitenverhältnis“ korrekt gelingen. Dabei hätte er hier eigentlich aufgrund des ganzzahligen Teilers leichtes Spiel. Am HDMI-Port zeigt das Gerät auch, dass es schon weiß, wie es geht. Via HDMI ist die Skalierung auch bei 720p seitengerecht und verzerrungsfrei.

Eizo Cs2730 Monitor Probleme Interpolation
Probleme bei der Interpolation von 720p am DisplayPort

Für die folgenden Beispiele haben wir daher die ohnehin wichtigere und schwierigere 1080p-Auflösung verwendet.

Eizo Cs2730 Monitor Gitter Nativ
Eizo Cs2730 Monitor Gitter 1080p
Testgrafik: Links nativ, rechts 1920-x-1080-Vollbild
Eizo Cs2730 Monitor Text Nativ
Eizo Cs2730 Monitor Text 1080p
Textwiedergabe: Links nativ, rechts 1920-x-1080-Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1920 x 1080 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich. Erfreulich ist auch, dass in allen getesteten Auflösungen problemlos eine verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Darstellung möglich ist.

Signal Verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe Unskalierte Wiedergabe
HD (1080p) Ja Ja
HD (720p) Nein (DP)/Ja (HDMI) Ja
PC (5:4) Ja Ja
PC (4:3) Ja Ja
PC (16:10) Ja Ja
PC (16:9) Ja Ja

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-Rite-i1-DisplayPro-Colorimeter und ein X-Rite-i1-Pro-Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, Adobe RGB, ECI-RGB v2

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung nach der Hardware-Kalibration:

Eizo Cs2730 Monitor Srgb1
Eizo Cs2730 Monitor Srgb2
Abdeckung des sRGB-Farbraums
Eizo Cs2730 Monitor Argb1
Eizo Cs2730 Monitor Argb2
Abdeckung Adobe RGB
Eizo Cs2730 Monitor Eci Rgb1
Eizo Cs2730 Monitor Eci Rgb2
Abdeckung ECI-RGB v2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Hardware-Kalibration mit ColorNavigator zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 97 % 99 %
Adobe RGB 93 % 94 %
ECI-RGB v2 85 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 98 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: Custom
Helligkeit: 38
Kontrast: nicht vorhanden
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500K
RGB: 96/95/100
Color-Gamut: Nativ
DUE Priority Uniformity
Schärfe: nicht vorhanden
Reaktionszeit: nicht vorhanden

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Eizo Cs2730 Monitor Native
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Custom“

Der EIZO CS2730 kann bereits ab Werk mit einer ausgezeichneten Graubalance überzeugen. Alle weiteren von uns erfassten Parameter korrelieren gut mit den jeweiligen Einstellungen im OSD. Die Gammakurve verläuft annähernd linear.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

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... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

7 KOMMENTARE

  1. Da haben Sie natürlich recht. Die Erstlesung lag zu lange zurück und in Erinnerung blieb bei mir das wiederholt nachgelesene Fazit. Insofern vielen Dank für die geduldige Antwort (und den ausführlichen und professionellen Test des Gerätes). Mein Beitrag ist damit hinfällig und kann gerne entfernt werden.

  2. In der c’t 12/2017 (Artikel ab S. 136: Farbjongleure – Monitore mit farbverbindlicher Darstellung) wird auch der Eizo CG2730 wegen seiner hohen Leistungsaufnahme im Standby bzw. Soft-Off gerügt. Abhilfe schafft lt. Artikel dort das Einschalten des Deep-Sleep-Modus für den DisplayPort im versteckten Administrator Menü, dann werden nur noch 0,5 W gezogen.
    Das Administratormenü ist lt. Eizo beim CS2730 identisch zum CG2730.
    Sollte sich die Leistungsaufnahme ebenso reduzieren lassen, wäre eine Anmerkung im Test sicherlich sinnvoll.

    • Vielleicht beim Lesen übersehen, aber genau der Punkt ist im Testbericht bereits beschrieben:
      „Gemessen haben wir entsprechend den Hersteller-Angaben mit angeschlossenem USB-Hub – ohne angeschlossene USB-Verbraucher. Im Admin-Bereich des OSD haben wir DP Power Save aktiviert. Die Herstellerangaben im Standby erreichen wir dennoch nur bei abgezogenem USB-Kabel.“
      Der Satz in der c’t ist nach unserem Wissen irreführend. Wir haben alle Kombinationen durchgetestet aus DP Power Save ein/aus und USB-Kabel angeschlossen und abgezogen. Der OSD-Schalter mag den Stromverbrauch reduzieren, aber nur bei abgezogenem Kabel. Bei einem Gerät mit USB-Hub und Hardware-Kalibrierung macht das aber wenig Sinn. Es handelt sich um ein Problem, das wir bereits seit Jahren bei EIZO-Monitoren immer wieder antreffen.

  3. ne unsauber ist tatsächlich übertrieben – aber man sieht schon noch leicht die Pixel (im vergleich zum Retina display vom Mac mit mehr ppi). Für mich ist die Frage letztlich – macht ein CS2730 Sinn, wenn man ihn ausschließlich im sRGB Raum nutzt? oder reicht da z.b. der oben genannte Dell?

    (skalierung am Mac funktioniert prima!)
    Danke schonmal!

    • Zwar eine späte Antwort, aber sie lautet JA wegen der Hardware-Kalibrierung, die auf dem Niveau nur bei EIZO und NEC zu finden ist. Auch bei einer astreinen Flächen-Homogenität beißen sich andere Hersteller meist die Zähne aus.
      Dennoch gibt es mit Software-Kalibration und Beschränkung auf sRGB-Farbraum sicherlich günstigere Lösungen. Ob da gut, „gut genug“ ist, hängt aus meiner Sicht von der Art der EBV ab. Bei künstlichen Grafiken mit Farbverläufen, Sutdio-Aufnahmen vor Weiß, etc. werden die Schwächen einer Software-Kal schnell sichtbar und können nerven. Bei Landschaftsaufnahmen und Event-Fotografie, reicht sie dagegen i.d.R. völlig aus.

  4. Nun WQHD als unsauber zu bezeichen, ich weiß nicht. Ich finde WQHD bei 27 Zoll jedenfalls sinnvoller als 4K, zumindest unter Windows. Wie das beim Anschluss an ein MacBook aussieht, keine Ahnung.

  5. Tolles Review! Vielen Dank dafür!

    Macht es aus eurer Sicht Sinn in den cs2730 zu investieren, wenn man lediglich im sRGB / Rec709 Farbraum arbeitet – bei diesem aber größtmögliche Homogenität und ein sauberes Bild haben möchte? (Videobearbeitung/Grading)

    Bin mir etwas unsicher, da die WQHD Auflösung für Office Arbeit für meinen Geschmack (Macbook Retina gewöhnt) doch etwas unsauber ist und ggf dann ein solider 4k mehr Sinn macht? (z.b. Dell p2715q?)

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