Test Monitor Eizo SX2262WH-BK
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Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Overdrive-Verhalten und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir in einem aufwendigen Verfahren mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den SX2262WH haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Mit der Reset-Funktion im OSD wurde der Monitor zunächst auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt, dann wurde das Farbprofil sRGB mit der Helligkeit 100 Prozent eingestellt. Die Funktionen Power Save und Auto Eco View haben wir deaktiviert. Für andere Auflösungen, Bildfrequenzen oder Anschlüsse könnten sich aus technischen Gründen auch andere Messwerte ergeben.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die dabei gemessenen Schaltzeiten, in denen die relative Pixelhelligkeit jeweils von 10 auf 90 Prozent angestiegen bzw. abgefallen ist, werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Eizo Sx2262wh Bk Monitor Bildaufbau X3
Bildsignal und Taktung der Beleuchtung sind nicht synchronisiert.

Gewöhnlich strahlt die Hintergrundbeleuchtung bei LCD-Monitoren in der hellsten Einstellung (100 Prozent) kontinuierlich mit voller Leistung, erst bei kleineren Helligkeitseinstellungen wird sie kurzzeitig dunkel geschaltet. Je größer der Anteil dieser (unmerklich) kurzen Dunkelphasen ist, umso niedriger erscheint dem Betrachter die Bildschirmhelligkeit. Im Oszillogramm zeigen sich die Dunkelphasen in Form von spitzen Zähnen, die vom Abfall und Wiederanstieg der Helligkeit gebildet werden.

Ähnlich wie auch beim Eizo CG303W ist diese Helligkeitsregelung beim SX2262WH selbst dann noch aktiv, wenn der Helligkeitsregler auf 100 Prozent steht und die Helligkeitsautomatik deaktiviert ist. Dies soll die Lebensdauer der Hintergrundbeleuchtung verlängern. Nach unserer Messung werden die CCFL-Röhren mit einem Takt von 208 Hz abwechselnd um 20 bzw. 50 Prozent gedimmt. Die mittlere Auslastung der Röhren dürfte bei etwa 80 Prozent liegen. Anders als beim CG303W ist das Taktsignal hier jedoch kein ganzzahliges Vielfaches, Bildsignal und Taktsignal laufen asynchron. In die Abbildung haben wir das tatsächliche Zeitverhalten des Panels ohne den Einfluss der Hintergrundbeleuchtung als magentafarbene Kurve eingezeichnet.

Normalerweise ermitteln wir die Schaltzeiten eines Monitors in zwei Messreihen, die sich an den beiden genannten Normen orientieren. Da wir nicht nur die günstigsten Werte aus dem gesamten Messfeld heraussuchen, liegen unsere Mittelwerte vor allem bei den Grau-zu-Grau-Wechseln oft erheblich über den Herstellerangaben. Aufgrund des oben beschriebenen Taktungsverfahrens konnten wir unsere Messreihen jedoch nicht wie gewohnt durchführen – zu ungenau war die Auswertung der stark gezackten Kurven.

Eizo Sx2262wh Bk Monitor Reaktionszeit
Schaltzeiten von Schwarz zu Weiß und zurück.

Das Datenblatt des SX2262WH gibt als Reaktionszeit recht kurze 6 + 6 Millisekunden (rise + fall) für einen Wechsel von Schwarz zu Weiß an, dazu noch 6 Millisekunden bei Grau-zu-Grau. Bei unserer Messung für den Schwarz-Weiß-Wechsel wird dieser Wert noch etwas übertroffen: wir messen nur 5 + 4 Millisekunden. Für ein S-PVA-Panel sind die Schaltzeiten sehr kurz.

Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine bestimmte Steuerspannung zugeordnet, mit der die Zielhelligkeit exakt erreicht wird. Die Umschaltgeschwindigkeit der Bildpunkte kann daher erhöht werden, indem man beim Bildwechsel zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegt als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Bei den nachfolgenden Bildern wird die tatsächliche Helligkeit dann mehr oder weniger zügig auf den Zielwert korrigiert. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Die Produktbroschüre des SX2262WH beschreibt den Overdrive als Mittel zur Verbesserung der Videodarstellung. Eine Einstellmöglichkeit für das Overdrive-Verhalten ist jedoch nicht vorhanden, der Overdrive ist also permanent aktiv. Dies wird von unserer Messung bestätigt: der erste Frame eines Bildwechsels von Schwarz zu Weiß wird deutlich übersteuert, die Zielhelligkeit wird erst beim zweiten Frame erreicht.

Eizo Sx2262wh Bk Monitor Overdrive
Overdrive beim Wechsel von Schwarz zu Weiß (2 Frames).

Dieses ausgeprägte Overdrive-Verhalten erklärt die kurzen Schaltzeiten, kann allerdings auch sichtbare Nachteile bei der Bewegtbilddarstellung mit sich bringen. Wichtig ist daher die noch folgende subjektive Bewertung bei Videos und Spielen.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit) messen. Da der Bildpunkt dann erst noch seine Endhelligkeit erreichen muss, addieren wir zu diesem Wert noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu.

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