Test Monitor LG Flatron IPS236V
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UGRA-Test

Der Vollständigkeit halber haben wir den LG Flatron IPS236V dem UGRA-Test unterzogen. Dazu wird der Monitor auf die Empfehlungen der UGRA kalibriert (5800K, Gamma 1,8 und Helligkeit 120 cd/m²), um seine Tauglichkeit für die digitale Druckvorstufe/Softproof zu bestimmen.

Trotz IPS-Panel besteht der IPS236V den Ugra-Test nicht. Grund hierfür ist die Graubalance.

Lg Flatron Ips236v Monitor Ugra
Der ausführliche UGRA UDACT Report für den LG Flatron IPS236V kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Sound

Der LG Flatron IPS236V verfügt über einen 3,5 mm-Klinke-Ausgang. Dieser ermöglicht den Anschluss eines Kopfhörers oder externer Lautsprecher. Jedoch kann man hierüber nur Audiosignale der Digitalen Bildeingänge abspielen, die beispielsweise über den HDMI-Eingang mit übertragen werden. Über einen Audio-Eingang oder integrierte Lautsprecher verfügt der IPS236V nicht.

Interpolation

Die Interpolation kommt bei Flachbildschirmen dann zum Tragen, wenn die anzuzeigende Auflösung geringer ist, als die native Bildschirmauflösung. Hier gibt es verschiedene Techniken. Zum einen kann gewöhnlich über den Treiber der Grafikkarte die Art der Interpolation eingestellt werden, zum anderen bieten hier die meisten Monitore eine eigene, vom Gerät realisierte Lösung an.

Der LG Flatron IPS236V zeigt in Sachen Interpolation ein durchschnittliches Ergebnis. Alle getesteten Auflösungen werden zumindest brauchbar dargestellt und interpoliert. Manche Auflösungen wie beispielsweise 1.680 x 1.050 wirken aber deutlich verwaschen. Eine korrigierte Darstellung per Skalierungsfunktion der Grafikkarte oder des Monitors zeigen diese Auflösungen wieder korrekt und scharf an.

Lg Flatron Ips236v Monitor Interpol 1080
Bild bei nativer Auflösung 1.920 x 1.080.
Lg Flatron Ips236v Monitor Interpol 1050
Interpolierte Auflösung 1.680 x 1.050.
Lg Flatron Ips236v Monitor Interpol 1024
Interpolierte Auflösung 1.280 x .1024.

Interpolation Spiele

Für Spiele gilt im Prinzip das Gleiche wie für den Office-Betrieb. Hauptmenüs mit Schrift werden, speziell in der nahe an der nativen Auflösung liegenden Auflösung von 1.680 x 1.050, verwaschen dargestellt. Im Spiel selbst fällt das hingegen weniger gravierend auf. Hier machen sich dafür die Verzerrungen deutlicher bemerkbar.

Lg Flatron Ips236v Monitor Game Nativ
Ausschnitt aus „Grid“ in nativer Auflösung.
Lg Flatron Ips236v Monitor Game 1050
Spielausschnitt in interpolierter Auflösung 1.680 x 1.050.
Lg Flatron Ips236v Monitor Game 1024
Lg Flatron Ips236v Monitor Game 1024 Kor
Interpolierte Auflösung ohne (links) und mit (rechts) Korrektur über das OSD.

Bildschärfe

Das OSD-Menü des Flatron IPS236V bietet einen Regler für die Einstellung der Bildschärfe. Ab Werk ist hier der Mittelwert 5 eingestellt. In Einzelschritten lässt sich dieser Wert zwischen 1 und 10 regeln. Eine Justierung nach unten bewirkt ein matschig-unscharfes Bild.

Ein Justieren nach oben schärft das Bild etwas nach und sorgt bei einem hohen Wert für leichte Darstellungsfehler an Kanten und Schrift. Jedoch ist die Fehldarstellung nicht stark ausgeprägt. Der ab Werk eingestellte Wert sollte jedoch in den meisten Anwendungsfällen die Optimaleinstellung sein.

Lg Flatron Ips236v Monitor Schaerfe 5
Werkseinstellung der Schärfe.
Lg Flatron Ips236v Monitor Schaerfe 1
Lg Flatron Ips236v Monitor Schaerfe 10
Bildschärfe auf Minimum (links) und auf Maximum (rechts).

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Beschleunigungsverhalten und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den IPS236V haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die gemessenen Schaltzeiten zwischen 10 und 90 Prozent Helligkeit hin und zurück (rise + fall) werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück, hierbei darf der Hersteller die günstigsten Einzelwerte aus dem Messfeld heraussuchen. Die Bildaufbauzeit wird auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Erläuterung der Darstellung: Die erste Messreihe enthält die Zeiten für einen Wechsel von Schwarz zu Grauwerten zwischen 30 % (RGB 77) und 100 % (RGB 255 = Weiß, entspricht ISO 13406-2). Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei starken Kontrasten. Die zweite Messreihe enthält die Zeiten für einen Wechsel zwischen zwei Graustufen, deren RGB-Werte jeweils um 30 Prozent auseinander liegen. Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei geringen Kontrasten.

Lg Flatron Ips236v Monitor Schalt Sg
Lg Flatron Ips236v Monitor Schalt Gg30
Schaltzeiten, links: schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%.

Das Datenblatt des IPS236V nennt eine Reaktionszeit von nur 8 Millisekunden. Wir messen allerdings etwas ganz anderes: die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) beträgt 30,8 Millisekunden. Eine Overdrive-Option gibt es nicht. Dieses IPS-Panel zählt somit zu den langsameren Vertretern dieser Bauart.

Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine ganz bestimmte Steuerspannung zugeordnet. Leider folgen die Pixel den Spannungsänderungen bei Helligkeitswechseln nur zögerlich, was bei schnell bewegten Bildern zu sichtbaren Qualitätseinbußen führen kann. Zur Beschleunigung der Wechsel kann man nun zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegen als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den korrekten Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Lg Flatron Ips236v Monitor Over
Beschleunigungsverhalten beim Grauwechsel 80-50.

Wir untersuchen das Beschleunigungsverhalten mit einer Folge von je fünf Frames, die zwischen 80 und 50 Prozent Grauwert wechseln. Die beiden Charts zeigen den gemessenen (grün) und den idealen (grau) Helligkeitsverlauf.

Bei der Beschleunigung hält sich der IPS236V sehr zurück. In allen Helligkeitsbereichen benötigt das Panel zwei Frames bis zum Abschluss eines Helligkeitswechsels, Überschwinger gibt es nicht. Angesichts der betulichen Schaltzeiten wäre ein etwas stärkerer Overdrive durchaus angebracht gewesen.

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