Test Monitor LG Flatron IPS236V
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Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Input Lag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens„). Wir messen zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit). Zu diesem Wert addieren wir noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück).

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (grün) und dem Aufleuchten des Pixels (10%-Schwelle, rote Kurve).

Lg Flatron Ips236v Monitor Latenz
Die Verzögerungszeit des IPS236V ist sehr kurz.

Beim IPS236V messen wir eine Verzögerungszeit von nur 1,0 Millisekunden. Hinzu kommt jedoch noch die halbe mittlere Bildaufbauzeit von 15,4 Millisekunden, daraus ergibt sich die mittlere Gesamtlatenz zu 16,4 Millisekunden. Es wird kein Frame zwischengespeichert.

Subjektive Bewertung

Ein Inputlag ist bei den subjektiven Tests nicht aufgefallen. Viel stärker fällt die Schlierenbildung des Panels auf. Diese ist auch nach etwas Eingewöhnungszeit noch recht deutlich bemerkbar. In gewisser Weise gewöhnt man sich nach einer Weile daran, jedoch dürfte das für die meisten Spieler ein unbefriedigendes Ergebnis sein. Gerade schnelle Bewegungen verschmieren stark und machen das Zielen ungenau.

In Filmen kann unter Umständen ebenfalls eine leichte Schlierenbildung wahrgenommen werden. Trotzdem kann man den IPS236V für Filme einsetzen.

DVD und Video

In diesem Abschnitt geht es allein um den Rechner als Zuspieler. Auf externe Videoquellen werden wir im folgenden Abschnitt noch ausführlich eingehen.

Der LG Flatron IPS236V besitzt neben dem DVI-Anschluss für den PC auch einen HDMI-Anschluss. Ein Plug’n’Play-Betrieb am DVD-Spieler ist somit ohne weiteres möglich und stellte im Test auch kein Problem dar.

Mit der nativen Auflösung von 1.920 x 1.080 zeigt der Monitor Full HD Bildmaterial ohne schwarze Balken an. Nur Bildmaterial im 2,35:1 (21:9) Kinoformat oder alten Bildverhältnissen wie 4:3 und 5:4 werden mit Rändern dargestellt. Das Bild selbst sieht gut aus, wenngleich schnelle Kameraschwenks wie erwähnt leichte Schlieren zurück lassen.

Der gute Schwarzwert des IPS-Panels sorgt für ein sattes Bild auch bei dunkleren Szenen.

Lg Flatron Ips236v Monitor Dvd
Szene aus „Zorro“.

Signalverarbeitung

In den abschließenden Tests haben wir die Elektronik des Flatron IPS236V noch einmal im Detail auf die Verarbeitung von Videosignalen hin getestet.

Unterstützte Refreshraten

Im Folgenden haben wir geprüft, welche Frequenzen der IPS236V unterstützt. Frequenzen von 50 Hertz oder ein Vielfaches von 24 helfen besonders, eine judderfreie Darstellung von Videos und Filmen zu ermöglichen. Um zu überprüfen, ob der Monitor auch intern mit diesen Frequenzen schaltet, haben wir einen Juddertest durchgeführt.

Laut Datenblatt unterstützt der Monitor Frequenzen zwischen 56 Hertz und 75 Hertz. In der Praxis liest sich im Treiber der Grafikkarte in keiner Auflösung ein anderer Wert als 59 Hertz und 60 Hertz erzwingen. Zumindest zeigt der Juddertest bei diesen Frequenzen keine sichtbaren Ruckler.

Lg Flatron Ips236v Monitor Judder
Juddertest auf dem Flatron IPS236V.

Deinterlacing

Das Deinterlacing wird vom Flatron IPS236V durchschnittlich bewältigt. Im Filmmodus zeigt sich jeweils etwas mehr Moiré-Effekt und Zittern als im NTSC-Modus. Zu sehen sind die Effekte aber in jeder Einstellung. Realbildmaterial wird dagegen zufrieden stellend dargestellt.

Lg Flatron Ips236v Monitor Race 2
Lg Flatron Ips236v Monitor Stripes 2
2:2 Material im Film-Modus.
Lg Flatron Ips236v Monitor Race 3
Lg Flatron Ips236v Monitor Stripes 3
3:2 Material im NTSC-Modus.
Lg Flatron Ips236v Monitor Mast
Filmausschnitt: Test-DVD.

Skalierung

Als letztes haben wir noch getestet, in wie weit der Flatron IPS236V mit der Skalierung von niedrig aufgelöstem Bild vom Blu-ray Spieler klar kommt. Eingangs zeigte sich der Monitor bereits unter Windows und bei Spielen störrisch und wollte partout keine Vollbild-Darstellung zulassen.

Für einen optischen Vergleich wird hier ein anamorphes Testvideo mit Kreisen verwendet. Bei korrekter Darstellung sollten die Kreise absolut rund dargestellt werden. Als Signal wird am externen Zuspieler 576p gewählt.

Vollbild (Softwareplayer: Vollbild):

Um die Ergebnisse des externen Zuspielers vergleichen zu können, haben wir das Testvideo zunächst auf dem PC mit Hilfe eines Softwareplayers angezeigt. Dieser wurde auf Vollbild skaliert. Dieses visuelle Ergebnis sollte im Idealfall über den externen Zuspieler ebenfalls möglich sein.

Lg Flatron Ips236v Monitor Ring Soft
Testvideo am PC mit Vollbild.

Monitor „Vollbild“ (Player: „16:9“):

Im Vollbildmodus wird das 16:9 Bildmaterial korrekt dargestellt. Das Video wird auf Vollbild dargestellt, es wird nichts abgeschnitten und die Kreise sind absolut rund.

Lg Flatron Ips236v Monitor Ring 16
Testvideo am externen Zuspieler mit 16:9 Format.

Monitor „Vollbild“ (Player: „4:3“ & „Letterbox„):

Nachdem im Zuspieler manuell der Modus 4:3 Letterbox für das Video eingestellt wird, zeigt sich der erwartete Effekt. Das Bild wird verzerrt dargestellt. Overscan ist jedoch nicht zu erkennen.

Lg Flatron Ips236v Monitor Ring 4
Testvideo am externen Zuspieler mit 4:3 Letterbox Format.

Monitor „Entspr. Seitenverhältnis“ (Player: „4:3“ & „Letterbox“):

Die Korrektur der Skalierung über das Smart+-Menü korrigiert die Verzerrung wieder. Allerdings wirken die Kreise nicht vollständig rund. Der Eindruck ist jedoch subjektiv. Overscan ist auch hier nicht zu sehen.

Lg Flatron Ips236v Monitor Ring Kor
Testvideo am externen Zuspieler mit 4:3 Letterbox und Korrektur am Monitor im OSD.

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