Test Monitor NEC LCD2690WUXi
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Bildqualität

Beim NEC LCD2690WUXi kommt ein neuartiges A-TW Pol. H-IPS Panel mit zuschaltbarem Overdrive zum Einsatz. Der Hersteller gibt für den Kontrast einen Wert von 800:1 an, was für IPS-Verhältnisse sehr viel ist. Das Panel kann 16,77 Mio. Farben darstellen und wartet mit einer Schaltzeit von 8 ms (grey-to-grey) auf.

Der für diese Panelart typische Kristallin-Effekt ist bei dem H-IPS Panel des LCD2690WUXi zwar immer noch vorhanden, fällt im Vergleich zu IPS-Panels älterer Bauart aber deutlich geringer aus.

Die maximale Helligkeit gibt NEC beim LCD2690WUXi mit relativ hohen 400 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) an. Bei unseren Einstellungs- und Kalibrierungstests fällt es uns daher schwer, Helligkeitswerte unterhalb der 140-Candela-Marke zu erreichen, ohne auf die Zuschaltung helligkeitsregulierender OSD-Modi zu verzichten.

Bei der Ausleuchtung schneidet der LCD2690WUXi mit seinem IPS-Panel erwartungsgemäß gut ab. Das Gerät bietet dem Betrachter über die gesamte Displayfläche ein subjektiv ausgewogenes und homogenes Bild, ohne wahrnehmbare Aufhellungen.

Für die Messung der Helligkeitsabweichung über die Bildfläche, haben wir den LCD2690WUXi in seine Werkseinstellung zurück gesetzt und dann an 15 Punkte nachgemessen. Der Richtwert für die Helligkeit liegt dabei im Zentrum und es werden die Abweichungen zum Richtwert ermittelt.

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Die Grafik zeigt die Messergebnisse der Leuchtdichte in den Werkseinstellungen des LCD2690WUXi.

Gewisse Homogenitätsschwankungen und leichte Farbabweichungen sind allgemein typisch für LCD-Monitore im Consumer-Bereich und die gemessenen Werte des LCD2690WUXi halten sich insgesamt mit durchschnittlich neun Prozent im nicht wahrnehmbaren Bereich. Die Maximalabweichung links oben in der Ecke beträgt 23 Prozent.

Lediglich die Abweichungen in den oberen Ecken fallen stärker aus, als dem ein oder anderen professionellen Grafiker es recht sein dürfte. Diese arbeiten aber auch in der Regel zur Bildmitte hin und nicht in den Randbereichen ihres Displays.

An dieser Stelle soll laut Hersteller die ColorComp-Funktion greifen – ein hochinteressantes Feature des LCD2690WUXi zum elektronischen Farb- und Luminiszenzabgleich. Wir haben ColorComp getestet, indem wir die Homogenitätsmessung wiederholt haben.

Hierbei lassen wir die werksseitigen Voreinstellungen unseres Testgeräts unverändert und schalten lediglich die ColorComp-Funktion (Level 3) hinzu. Das Ergebnis ist mehr als bemerkenswert.

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Erstaunlich! Bei aktiviertem ColorComp lösen sich die Homogenitätsschwankungen annähernd in Luft auf.

Die durchschnittliche Abweichung vom Richtwert beträgt jetzt nur noch verschwindend geringe 1,3 (!) Prozent und selbst die maximal gemessene Abweichung von gerade einmal vier Prozent ist kaum der Rede wert. Typischer Nebeneffekt bei zugeschaltetem ColorComp ist die sich insgesamt verringernde Luminanz.

Blickwinkel

Der Blickwinkel des NEC LCD2690WUXi wird vom Hersteller horizontal und vertikal mit jeweils 178 Grad angegeben. In der Praxis bleibt das Bild bei unseren Testgeräten bis zu einem seitlichen Einblickwinkel von etwa 170 Grad stabil. Das ist ein hervorragendes Ergebnis und auch nicht weiter verwunderlich, da sich IPS-Panels generell durch eine besonders hohe Blickwinkelstabilität auszeichnen.

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Seitlicher Einblickwinkel von rechts und bei frontaler Ansicht.
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Das obere Bild zeigt den Blickwinkel bei Sicht von unten – das untere Bild zeigt den Blickwinkel von oben.Fazit Bildqualität

Die subjektive Bildqualität des NEC LCD2690WUXi ist sehr gut. Feine lineare und radiale Farbverläufe meistert das H-IPS Panel ohne Streifenbildung. Auch Grauverläufe werden überdurchschnittlich gut dargestellt.

Für ein IPS-Gerät liefert der LCD2690WUXi einen beachtlichen Schwarzwert. An schwarzwertstarke S-PVA TFTs wie etwa einen EIZO S2411W kann der NEC allerdings zumindest in diesem Punkt nicht ganz heranreichen.

Ausmessung und Kalibration

Mit dem Colorimeter Eye One Display 2 von Gretag MacBeth und der iColor Kalibrierungssoftware von Quatographic haben wir den NEC LCD2690WUXi farblich kalibriert. Anschließend wurden der anzeigbare Farbraum sowie die Farbausgabequalität gemessen.

Kalibrierung

Ziel Erreicht
2.2 2.2
6500 6521
140 139
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Links: Zweidimensionaler Vergleich des Monitor-Farbraums (schwarze Linie) mit dem Referenzfarbraum „Isocoated“ des Offset-Drucks (weiße Linie). Rechts: Darstellung der RGB-Korrekturkurve der Grafikkarte nach der Kalibrierung. Je näher die drei Farblinien an der 45°-Achse liegen, umso weniger Farben müssen zur korrekten Kalibrierung von der Grafikkarte verworfen werden, und umso lückenloser bleiben Farbverläufe.

Der NEC LCD2690WUXi soll laut Hersteller in der Lage sein 92 Prozent des Adobe-RGB Farbraums darstellen zu können. In der Tat sind wir von den Ergebnissen unserer Messungen schwer beeindruckt.

Das Farbspektrum des LCD2690WUXi ist im Vergleich zu den meisten anderen derzeit am Markt erhältlichen High-End TFTs in annähernd jede farbliche Richtung stark erweitert. Sogar im quasi schon ‚traditionell‘ kritischen Blaubereich sind bei diesem Gerät Zuwächse zu verzeichnen – auch wenn diese hier nicht so stark ausgeprägt sind, wie in den restlichen Farbbereichen.

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Links ist der Farbraum des LCD2690WUXi (farbige Linie) im Vergleich zum sRGB-Arbeitsfarbraum (graue Linie) zu sehen. Das rechte Bild zeigt den NEC verglichen mit einem EIZO S2410W. Der darstellbare Farbraum des EIZO geht in dem des LCD2690WUXi buchstäblich unter.
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Vergleich des darstellbaren Farbraums des LCD2690WUXi (farbige Linie) mit dem Adobe-RGB Farbraum (graue Linie). Tatsächlich deckt der NEC das Adobe-RGB Farbspektrum annähernd vollständig ab.

Der NEC LCD2690WUXi liefert beim darstellbaren Farbraum das zweitbeste Ergebnis aller je bei Prad getesteten TFT-Monitore ab. Einzig der ebenfalls aus dem Hause NEC stammende SpectraView Reference 21 kann das noch toppen und bleibt somit auch weiterhin die unangefochtene Nummer Eins.

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