Test Monitor NEC P221W-BK
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Juddertest

Mit einem Juddertest, bei dem ein Balken mit konstanter Geschwindigkeit über den Bildschirm scrollt, kann man nachprüfen, ob Ruckler dadurch entstehen, dass das Eingangssignal in einer anderen Frequenz vom Monitor wiedergegeben wird, als der, mit der es zugespielt wurde.

Bei einer Auswahl von 24 Hz kam die Fehlermeldung „Frequenz zu hoch“. Über die Wortwahl kann man schmunzeln, schlimm ist dies nicht, da nur die wenigsten Geräte tatsächlich derartig niedrige Bildraten wiedergeben können.

48 Hz, 50 Hz und 60 Hz wurden hingegen perfekt wiedergegeben ohne jegliche Ruckler. Dabei ist besonders die Signalverarbeitung von 48 Hz zu loben, da dies ein ganzzahliges Vielfaches von 24 Hz darstellt und somit ideal für Filme in 24p geeignet ist. Außerdem liegt es 2 Hz unterhalb der offiziellen Spezifikationen des Monitors, die erst bei 50 Hz beginnt.

Bei 72 Hz bockt der Monitor allerdings und der Bildinhalt wird regelrecht zerrissen. Filmgenuss bei dieser Frequenz ist somit ausgeschlossen.

Nec P221w Bk Monitor Video Judder1
Nec P221w Bk Monitor Video 75hz
Kein Judder feststellbar: Der NEC P221W meistert den Juddertest bei 48, 50 und 60 Hz (links). Bei 72 Hz ist das Bild allerdings absolut unbrauchbar (rechts).

Auch bei der Videozuspielung von HD-Inhalten über die PS3 zeigen sich insbesondere in kontrastreichen Szenen die Stärken des S-PVA Panels. Sowohl in 1080p als auch in 720p bleiben sowohl kleine wie auch dunkle Details erhalten und der Monitor schöpft sein gutes Kontrastverhältnis voll aus.

Nec P221w Bk Monitor Video 1080p 300
Nec P221w Bk Monitor Video %20720p 300
Sehr starke Kontraste rechts neben dem Zentrum der Szene und gleichzeitig feinste dunkele Farbabstufungen in den schatten der linken Bildhälfte. Für den P221W kein Problem.

Dafür, dass es sich hier garantiert um kein Multimedia-Spaßgerät handelt, schlägt sich der Monitor von NEC in dieser Disziplin erfreulich gut.

Fazit

NEC versucht mit dem P221W einen 22 Zoll Monitor für anspruchsvolle Hobbygrafiker und Fotokünstler zu positionieren, der sich durch besondere Qualitäten in der Farbdarstellung und Bildqualität zum „Einstiegspreis“ behaupten soll. Als besonderen Leckerbissen erlaubt es der Hersteller, den Monitor über seine 10bit LUTs hardwareseitig zu kalibrieren.

Die Kalibration ist auch manuell sehr gut durchführbar und liefert für die Farbräume AdobeRGB und ECI 2.0 wunderbare Ergebnisse, die kaum einen Wunsch offen lassen. Wer das berühmte Tüpfelchen auf dem i verlangt, also die Möglichkeit den UGRA-Test zu bestehen, der kommt allerdings nicht um die hardwareseitige Kalibration herum.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit eine sRGB-Emulation einzurichten, die den Farbraum effektiv beschränkt. Leider ist die Präzision der Farbdarstellung in diesem Modus nicht umwerfend.

Das gewählte S-PVA Panel überzeugt weiterhin mit einer annähernd perfekten Schwarzdarstellung ohne Backlightbleeding und einer sehr homogenen Weißdarstellung, sowie einer guten Blickwinkelstabilität und hohen Kontrastwerten.

Die Schwächen, eventuell auch noch Kinderkrankheiten, werden jedoch in Einzelsituationen deutlich. Hier sind in erster Linie die bockige Interpolation und die Schattenbildern hinter bewegten weißen Objekten auf bestimmten Grautönen zu nennen.

Überraschen konnte das Gerät bei der Videowiedergabe von 1080p Inhalten sowie dem Juddertest. Diese Art der Verwendung hatten wir eigentlich nicht auf der Feature-Liste, dennoch meister der P221W die Darstellung einwandfrei.

Die Gehäuseverarbeitung, die Mechanik und das OSD sind als optimal anzusehen. Besonders die herausragenden ergonomischen Einstellungen lassen nichts zu wünschen übrig. Das Design ist dabei zur anvisierten Zielgruppe passend gewählt und sowohl zeitlos wie auch dezent professionell.

Der Preis von knapp 400,00 Euro für den hardwarekalibrierbaren P221W erscheint angemessen. Für ein perfektes Ergebnis müssen natürlich die Software und ein Kolorimeter zusätzlich erworben werden.

Das enttäuschende Interpolationsverhalten des 22 Zollers, ein minimales Banding trotz 10Bit LUT und die Tatsache, dass erst nach einer Hardwarekalibrierung der UGRA-Test bestanden wird, verhindert die Höchstwertung.

Bewertung

Bildstabilität:
(digital)
(analog)
Blickwinkelabhängigkeit:
Kontrasthöhe:
Farbraum:
Subjektiver Bildeindruck:
Graustufenauflösung:
Helligkeitsverteilung:
Interpoliertes Bild:
Gehäuseverarbeitung/Mechanik:
Bedienung/OSD:
Geeignet für Gelegenheitsspieler:
Geeignet für Hardcorespieler:
Geeignet für DVD/Video:
Preis [incl. MWSt. in Euro]: Keine Angaben
4.1

(GUT)

Technische Spezifikationen: NEC P221W-BK

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