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BRANDHEISS

Test Monitor Packard Bell Maestro 230 LED HD
4/6

UGRA-Test

Abschließend haben wir den Packard Bell Maestro 230 LED auf die Empfehlungen der UGRA kalibriert (5800K, Gamma 1,8 und Helligkeit, sofern mit Bordmitteln erreichbar: 140 cd/m²), um seine Tauglichkeit für die digitale Druckvorstufe/Softproof zu bestimmen. Die Zertifizierung kann aber natürlich auch mit anderen Parametern erreicht werden. Falls der Monitor keinen Gamma-Regler besitzt, wird durch die Kalibrierung der Tonwertumfang im Regelfall zu stark eingeschränkt, um den Test mit den vorgegebenen Parametern zu bestehen. Den Schwarzwert begrenzen wir manuell auf 0,3 cd/m², um Schwächen des EyeOne Pro zu minimieren.

Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Ugra
Der ausführliche UGRA-UDACT-Report kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Der UGRA-Test wurde nicht bestanden, weil die Grauwerte mit 87 Prozent Abdeckung, die mindestens erforderlichen 95 Prozent nicht erreichen konnten. Die Profilqualität lag auch knapp über dem grünen Bereich.

Interpolation

Eine Interpolation kann bei alten Programmen und Spielen benötigt werden, die nur in einer kleineren Auflösung zu betreiben sind. Spieler mit einer etwas schwächeren Grafikkarte können durch eine Reduzierung zudem die benötigte Leistung senken. Falls möglich sollte aber die native Auflösung von 1.920 x 1.080 genutzt werden. Der Packard Bell Maestro 230 LED besitzt nur die beiden Bilddarstellungsvarianten „Full“ und „Aspect“.

Interpolation Text

Wir haben vier verschiedene Auflösungen mit unterschiedlichen Seitenverhältnissen als Vergleich gegenübergestellt. Die Auflösung 1.600 x 900, die genau wie die native Auflösung ein 16:9 Format besitzt, schnitt dabei überraschend am schlechtesten ab. Eine verzerrte Darstellung war aufgrund des gleichen Formates nicht erkennbar, dafür eine deutliche Unschärfe. Die Auflösung 1.680 x 1.050 besaß eine leichte Verzerrung, dafür wurde die Unschärfe deutlich reduziert. Die beiden kleinsten Auflösungen ließen fast keine Unschärfe erkennen und schnitten damit gut ab. Die Auflösung 1.280 x 1.024 verzerrte das Bild stark, so dass es im Modus „Aspect“ mit richtigem Seitenverhältnis, aber schwarzen Balken an den Seiten, dargestellt werden sollte.

Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Interpolation1680
Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Interpolation1600
Die Auflösungen 1.680 x 1.050 (links) und 1.600 x 900 (rechts).
Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Interpolation1280
Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Interpolation1024
Die Auflösung 1.280 x 1.024 (links) und 1.024 x 768 (rechts).

Interpolation Spiele

Im Spiel Starcraft 2 konnten wir die beschriebenen Effekte bestätigen. Die größte Unschärfe wies wieder die 16:9 Auflösung auf, auch die kleinere Auflösung 1.280 x 720 hatte mit diesem Problem zu kämpfen. Die beiden kleinsten Auflösungen lieferten wieder das schärfste Bild. Insgesamt konnte die Interpolationsleistung des Monitors daher nicht überzeugen, da entweder mit einer Unschärfe, einem falschen Seitenverhältnis oder mit schwarzen Balken an den Seiten gelebt werden muss.

Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Starcraft1680
Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Starcraft1600
Links Auflösung 1.680 x 1.050 (16:10) und rechts 1.600 x 900 (16:9).
Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Starcraft1280
Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Starcraft1024
Links Auflösung 1.280 x 1.024 (5:4) und rechts 1.024 x 768 (4:3).

Bildschärfe

Eine Einstellung der Schärfe sucht man im OSD vergeblich, was gerade bei interpolierten Auflösungen ärgerlich ist, da dort eventuell eine bessere Darstellung erzeugt werden könnte.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Beschleunigungsverhalten und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den Packard Bell Maestro 230 LED haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss vermessen.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die gemessenen Schaltzeiten zwischen 10 und 90 Prozent Helligkeit (rise + fall) werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Erläuterung der Darstellung: Die erste Messreihe enthält die Zeiten für einen Wechsel von Schwarz zu Grauwerten zwischen 30 % (RGB 77) und 100 % (RGB 255 = Weiß, ISO 13406-2). Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei starken Kontrasten. Die zweite Messreihe enthält die Zeiten für einen Wechsel zwischen zwei Graustufen, deren RGB-Werte jeweils um 30 Prozent auseinander liegen. Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei geringen Kontrasten.

Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Schalt Sg
Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Schalt Gg30
Schaltzeiten, links: schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%.

Der Hersteller nennt eine Ansprechzeit von 5 Millisekunden. Wir messen allerdings eine gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) von 22,9 Millisekunden. Das liegt vor allem an den Anstiegszeiten, die für ein aktuelles TN-Panel extrem lang sind.

Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine ganz bestimmte Steuerspannung zugeordnet. Leider folgen die Pixel den Spannungsänderungen bei Helligkeitswechseln nur zögerlich, was bei schnell bewegten Bildern zu sichtbaren Qualitätseinbußen führen kann. Zur Beschleunigung der Wechsel kann man nun zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegen als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den korrekten Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Packard Bell Maestro 230 Led Hd Monitor Over
Beschleunigungsverhalten beim Grauwechsel 80-50.

Das Beschleunigungsverhalten des Packard Bell Maestro 230 LED kann im OSD nicht beeinflusst werden. Ein Overdrive ist nicht erkennbar, das Panel reagiert sehr langsam und lässt sich stets zwei Frames Zeit für den Helligkeitsanstieg beim Bildwechsel. Bei den dunklen Grauwechseln reicht für den Helligkeitsabfall noch ein Frame, während die hellen ebenfalls zwei Frames benötigen (hier sichtbar beim Wechsel 80-50). Überschwinger treten nicht auf.

Christian Kraft

... ist seit 2010 im Team und verfasst Testberichte für Monitore. Neben seinen Vorlieben für die Fotografie und der koreanischen Küche hatte er schon immer eine Leidenschaft für Computerspiele. Früher als reiner PC-Spieler und heute als Gamerscore-Jäger auf der Xbox.

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