Test Monitor Philips 220CW9FB
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deltaE Abweichung

Erläuterung der Abweichung deltaE: Die Abweichung der Farbwerte wird in deltaE 94 (dE) angegeben. Gemessen werden mehrere Grauabstufungen, die primären (RGB) und die sekundären (CMY) Grundfarben. Ein deltaE Wert von 1 entspricht dem kleinsten Farbunterschied, den das menschliche Auge üblicherweise wahrnehmen kann.

Bei den Farben erkennen die meisten Menschen ab einem Wert von 3 einen Unterschied. Unsere Augen sind allerdings für Grüntöne besonders empfindlich, so dass bei diesen bereits kleinere Unterschiede wahrgenommen werden. Die durchschnittliche Abweichung sollte unter 3 dE liegen, das Maximum unter 10 dE, besser unter 6 dE. Bis 10 dE haben zwei Farben jedoch noch genügend Ähnlichkeit zueinander.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Standard

Werkseinstellung sRGB-Standard Erreicht
6500 6329
140 264
0,00 0,26
Nativ 1014
sRGB (~2,2) 2,67
Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Werkseinstellung Vs Srgb
 

Der Philips 220CW9FB trifft werksseitig das sRGB-Profil nur bedingt. Zwar sind die Farbwerte und der Weißpunkt verhältnismäßig gut getroffen, aber die Grauwerte und insbesondere der Gamma-Wert überzeugen nicht. Leider ist das menschliche Auge bei Grauwerten besonders anfällig, so dürfte dieser Umstand deutlich sichtbar sein. Eine eigentlich gute durchschnittliche deltaE Abweichung von 3,9 kann den Gesamteindruck aber nicht mehr verbessern.nn

Vergleich des Bildanzeige-Modus mit dem sRGB Standard

Bildanzeige-Modus sRGB-Standard Erreicht
6500 6330
140 260
0,00 0,26
Nativ 999
sRGB (~2,2) 3,27
Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Bildmodus Vs Srgb
 

Neben den Bildmodi Büroarbeit, Unterhaltung und dem Sparmodus haben wir insbesondere den Bildanzeige-Modus auf die Abweichung der Farbwerte getestet. Besonders auffällig zeigen sich hier das Gamma, welches nun auf 3,27 gestiegen ist und die Abweichungen in den Grauwerten, welche unsere Grafik weit überschreiten. Das Durchschnitts-deltaE liegt nun bei 8,4. Der Bildmodus Bildanzeige kann nur als unbrauchbar beschrieben werden.nn

Vergleich des kalibrierten Profils mit sRGB

Kalibriert Ziel Erreicht
6500 6530
140 139
0,00 0,17
Nativ 818
sRGB (~2,2) 2,16
Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Kalibriert Vs Srgb
 

Nach der Kalibrierung auf sRGB liefert der 220CW9FB ein umwerfendes Ergebnis: Weißpunkt, Helligkeit und Gamma sind nahezu am Optimum während der Kontrast auf immer noch gute 818:1 sinkt. Die größte deltaE-Abweichung liegt nun bei respektablen 1,2 und der Durchschnitt bei 0,6. Besser geht es nicht.nn

Die Farbeinstellungen mussten im OSD etwas korrigiert werden. Für die Kalibrierung auf den sRGB-Standard haben wir folgende Einstellungen gewählt: Helligkeit: 56 %; Kontrast: 50 %; Rot: 83; Grün: 84 und Blau: 86.

Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Korrekturkurve Srgb
Darstellung der RGB-Korrekturkurve der Grafikkarte nach der sRGB-Kalibrierung. Je näher die drei Farblinien an der 45°-Achse liegen, umso weniger Farben müssen zur korrekten Kalibrierung von der Grafikkarte verworfen werden und umso lückenloser bleiben Farbverläufe.

UGRA-Test

Um den Monitor nach allgemeinen Anforderungen zu testen, haben wir den 22-Zöller auf die Vorgaben der UGRA kalibriert (5800K, Gamma 1,8 und 120 cd/m²). Der 220CW9FB besteht diese Zertifizierung leider nicht, weil der Tonwertumfang im Zuge der Kalibration zu stark (87,5 %) von den strengen UGRA-Vorgaben abweicht.

Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Ugra Report
Der ausführliche UGRA UDACT Report kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Das Hauptaugenmerk eines Bildschirmes mit TN-Panel ist aber bestimmt nicht die Tauglichkeit als Druckvorstufe.

Wer mit dem Monitor im sRGB Farbraum arbeiten möchte, findet in der Werkseinstellung eine weitestgehend annehmbare Darstellung, auch wenn diese keinesfalls als optimal angesehen werden darf. Dafür die die Abweichungen bei den Grauwerten zu hoch. Ein perfektes Ergebnis erzielten wir nur durch eine Kalibration. Leider wird die Käufergruppe, an die sich der preisgünstige Monitor wendet, in der Regel über kein Kolorimeter verfügen.

Interpolation

Der Philips 220CW9FB bietet im Menü eine Breitbild sowie eine 4:3 Darstellung an. Die Breitbilddarstellung entspricht der Streckung auf Vollbild, während bei der Auswahl von 4:3 das Material auf jenes Seitenverhältnis gestaucht wird. Die pixelgenaue Anzeige wird leider gar nicht angeboten und auch auf die seitengerechte Darstellung von 5:4 und 16:9 Quellmaterial wird verzichtet.

Die folgenden Bilder zeigen verschiedene 16:10 Auflösungen, sowie die 5:4 Auflösung 1.280 x 1.024 und die 4:3 Auflösung 1.024 x 768 gestreckt auf Vollbild.

Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1680
Die native Auflösung 1.680 x 1.050.
Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1440
Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1280
Links: Auflösung 1.440 x 900; Rechts: Auflösung 1.280 x 800.
Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1280x1024
Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1024
Links: Auflösung 1.280 x 1.024; Rechts Auflösung 1.024 x 768.

Die native Auflösung bietet natürlich das schärfste Bild, weil jedem Pixel des Signals ein Pixel auf dem Bildschirm zugeordnet ist. Verändert man nun die Auflösung, muss ein Pixel des Signals auf mehrere Pixel gestreckt werden. Es entsteht die typische Schattenbildung. Besonders bei 1.280 x 800 verliert das Bild sichtlich an Schärfe. Zu unserer Überraschung wird gerade die kleinste Auflösung 1.024 x 768 am schärfsten interpoliert.

Folgende Bilder zeigen die Darstellung von 4:3-Input im 4:3-Modus des Monitors, somit wird eine seitengerechte Darstellung erzielt.

Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1024 4 3
Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1440 4 3
Links: 1.024 x 768; Rechts: 1.400 x 1.050 – beide im Modus „4:3“.

Auffällig verhält sich die Interpolation bei einer Auflösung von 1.400 x 1.050 Bildpunkten. Obwohl die Bildhöhe der nativen Pixelanzahl entspricht und die Auflösung (1.400 x 1.050) einem 4:3 Seitenverhältnis gleichkommt, was eine pixelgenau Anzeige ermöglichen sollte, ist das dargestellte Bild unscharf.

Da der 220CW9FB nur die Interpolationsmöglichkeiten Vollbild (16:10) und 4:3 bietet, können dementsprechend Signale im 16:9 und 5:4 Format nicht seitengerecht angezeigt werden.

Folgende Bildstrecke soll verdeutlichen, wie unser Testkandidat mit diesen Signalen umgeht.

Vollbildmodus:

Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1680 Skalierung
Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1280x1024 Skalierung
Links: Auflösung 1.680 x 1.050 (16:10); Rechts: 1.280 x 720 (16:9).

4:3-Modus:

Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1024 Skalierung 4 3
Philips 220cw9fb Monitor Philips 220cw9fb Interpolation 1280x1024 Skalierung
Links: Auflösung 1.024 x 768; Rechts: 1.280 x 1.024.

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