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Test Monitor Philips 225P1ES
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Kalibrierung – Teil 2

Erläuterung der DeltaC Abweichung: Die Neutralität der Grauachse überprüfen wir mit der Messung von Graustufen zwischen 10 Prozent und 90 Prozent, die wir in Bezug zum tatsächlichen Weißpunkt setzen. Das DeltaC gibt die Buntheitsdifferenz an und entspricht, bei Unbuntfarben als Referenz, dem DeltaE ohne Helligkeitsanteil. Um unschöne Schwankungen in Richtung verschiedener Farbtöne aufzudecken, ermitteln wir auch die DeltaC-Range. Sie gibt den Betrag des größten Abstandsvektors zwischen den Farbproben in der a*-b*-Ebene wieder.

Ein Bildschirm sollte bereits in der Werkseinstellung möglichst neutral sein. Im Maximum darf ein DeltaC von 4 und eine Range von 3 keinesfalls überschritten werden, weil es sonst zu deutlichen Farbstichen kommt. Die Wahrnehmungsschwelle liegt bei Unbunttönen mit einem DeltaC von etwa 0,5 erheblich niedriger. Für ein gutes Ergebnis kann man sich an den Vorgaben des UDACT (UGRA-Test) orientieren, das einen Durchschnittswert von maximal 1 und eine Range von maximal 2 fordert. Dieses Ergebnis sollte selbstverständlich auch und gerade im kalibrierten Zustand nicht signifikant überschritten werden. Bei ab Werk sehr neutralen Bildschirmen kann es nach der Kalibrierung auch zu einer leichten Verschlechterung kommen.

Darüber hinaus bereiten wir die Gradation des Testgerätes grafisch auf. Im unkalibrierten Zustand ist ein über die gesamte Grauachse stabiles Gamma von etwa 2.2 oder eine sRGB-Gradation, wünschenswert. Sie ist bei den entsprechenden Grafiken als Soll-Zustand hinterlegt. Damit erreicht man schon ohne Kalibration eine in Bezug auf die Helligkeitsverteilung korrekte Anzeige von sRGB-Inhalten. Gleichzeitig fallen die Korrekturen während der Kalibrierung (bei Zielwerten von sRGB oder 2.2) gering aus. Ein klarer Pluspunkt ist in diesem Zusammenhang eine Gamma-Einstellung am Gerät, insbesondere wenn neben Zahlwerten auch sRGB und L* auswählbar sind. Im kalibrierten Zustand sollte der Bildschirm die vor der Kalibrierung festgelegte Charakteristik erreichen (der Soll-Zustand ist auch hier hinterlegt).

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Werkseinstellung Ziel Erreicht
D65 (6502) 6188
95.04 100.00 108.88 96.77 100.00 106.97
3,22
– (0,08) 3,46
140 252,6
0 0,27
Nativ 935
sRGB (~ Gamma 2,2) 2,19

* CCT-Bezug

Philips 225p1es Monitor Werkseinstellung Farben
 
Philips 225p1es Monitor Werkseinstellung Graustufen
 
Philips 225p1es Monitor Werkseinstellung Gamma
 

Die werksseitig eingestellte Helligkeit (100 Prozent) ist wie üblich deutlich höher als für sRGB empfohlen und trifft die Herstellerangabe zur Maximalhelligkeit (250 cd/m²) recht genau. Die Farb- und Graustufenabweichungen fallen für ein unkalibriertes Display durchschnittlich aus und sind alltagstauglich, solange es nicht auf exakte Farbdarstellung ankommt.

Positiv zu erwähnen ist die Gammakurve des Monitors, welche recht konstant bei 2,2 bleibt. Über das OSD sind Gammawerte zwischen 1,8 und 2,6 in 0,2-Schritten einstellbar. Dies erleichtert eine Kalibrierung des Monitors, da zum Erreichen der gewünschten Gammakurve in die Farbkanäle der Grafikkarte kaum eingegriffen werden muss.

Der Schwarzpunkt fällt erwartungsgemäß recht hoch aus, was aber vor allem der hohen Helligkeitseinstellung geschuldet ist. Insgesamt kommt das Panel auf einen guten Kontrastwert von 935:1 in der Werkseinstellung.

Der 225PES verfügt über einen Farbmodus namens „sRGB“. Dieser setzt jedoch nur die Farbtemperatur auf 6500K fest und lässt Gammakurve und Helligkeit unbeeinflusst. Da in der Werkseinstellung ebenfalls 6500K eingestellt sind, besteht zwischen dem sRGB-Modus und der Werkseinstellung kein Unterschied. Wir haben daher auf eine separate Messung verzichtet.

Profilgenauigkeit

Im kalibrierten Zustand überprüfen wir zunächst die Profilgenauigkeit. Geringe Abweichungen lassen, sofern das Messgerät exakt arbeitet, darauf schließen, dass die Monitorcharakteristik korrekt erfasst wurde und stabil bleibt. Das CMM (ColorManagementModule) farbmanagementfähiger Software kann damit möglichst (die Grenze setzt spätestens der Monitorfarbraum) ideal in Monitor-RGB transformieren. Steigen die Abweichungen zu einem späteren Zeitpunkt spürbar an, ist es Zeit für eine neue Kalibrierung und anschließende Profilierung.

Von den während der Kalibrierung durchgeführten Änderungen an Bildschirmeinstellungen und Grafikkarten-LUT (bei einem hardwarekalibrierbaren Bildschirm wird die Monitor-LUT modifziert), die zu einer neutralen Grauachse, gewünschter Gradation und Weißpunkt führen sollen, profitiert man auch in ungemanagten Umgebungen.

Wir beschränken uns nachfolgend auf das Monitorprofil, das im Rahmen der Kalibrierung auf die Empfehlungen für sRGB erstellt wurde. Nach Kalibrierung und Profilierung wurde aus der verwendeten Software heraus ein Profiltest durchgeführt, der den Ist-Zustand des Monitors mit den Transformationen vergleicht, die sich aus dem Monitorprofil ergeben. Die Referenzwerte ergeben sich entsprechend aus dem Monitorprofil.

Parameter Ziel Erreicht
6487 6486
95.11 100.00 108.75 96.11 100.00 108.75
0,01
0,19 0,20
138,34 138,10
sRGB (~ Gamma 2,2) ~2,17 (avg.)

* CCT-Bezug

Philips 225p1es Monitor Profilgenauigkeit
 

Vergleich mit dem sRGB-Farbraum

Die Softwarekalibrierung und anschließende Profilierung basierte auf den weiter unten aufgeführten Parametern (Helligkeit: Sofern mit Bordmitteln erreichbar). Die Anführungszeichen sollten deutlich machen, dass es im Rahmen der Kalibrierung keinesfalls zu einer zielgerichteten Farbraumemulation kommt, sondern lediglich die in Klammern aufgeführten Vorgaben und eine möglichst hohe Neutralität bzw. Linearität sichergestellt werden. Die „Farbechtheit“ wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software und der im Profil erfassten Monitorcharakteristik erreicht.

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