Test Monitor Philips 225P1ES
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Bildqualität

Beim Philips 225PES kommt ein TN-Panel zum Einsatz. Diese Paneltechnologie hat zwei große Vorteile: Einerseits ist sie kostengünstig, andererseits reaktionsschnell. Doch dafür haben TN-Panel mit zwei mindestens ebenso großen Nachteilen zu kämpfen: Sie weisen eine starke Blickwinkelabhängigkeit auf und werden nur mit 6 Bit pro Farbkanal angesteuert; sie können also nur 64 Abstufungen für jeden Farbkanal anzeigen und wären daher rein rechnerisch auf 262.144 Farben limitiert.

Da für eine lückenlose Farbdarstellung jedoch erheblich mehr Farben nötig sind, bedienen sich TN-Panels des sogenannten Dithering, bei dem unterschiedliche Farbwerte mehrerer benachbarter Pixel zu einem Zwischenton gemischt werden. Je nachdem wie ausgefeilt das Dithering implementiert ist, sieht man unter Umständen entweder sogenanntes Banding, also Unterbrechungen in Farbverläufen, oder ein leichtes Farbflimmern in unterschiedlich starker Ausprägung.

Beim 225PES ist das Dithering verhältnismäßig gut gelungen: Banding ist genau wie Farbflimmern nur in speziellen Testbildern bei genauem Hinsehen auszumachen und fällt im Alltagsbetrieb nicht auf.

Bildhomogenität

Wir testen an dieser Stelle, wie einheitlich das Testexemplar über seine gesamte Bildfläche hinweg arbeitet. Zunächst wird hier mithilfe einer Langzeitbelichtung auf den eingeschalteten, aber komplett schwarzen Bildschirm subjektiv abgeschätzt, wie homogen das Backlight des Displays verteilt ist.

Philips 225p1es Monitor Ausleuchtung
Foto des dunklen Monitors mit langer Belichtungszeit.

Diese Grafik hat keinen akademischen Charakter, lässt aber aufgrund der sichtbaren Lichthöfe auf keine Spitzenleistung in dieser Disziplin schließen. Die gelblichen bzw. bläulichen Verfärbungen rühren von der Blickwinkelabhängigkeit her (die Aufnahme wurde in ca. 2 Meter Abstand gemacht) und sind auch mit bloßem Auge deutlich erkennbar.

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und Bildhomogenität an einem weißen Testbild, das wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die Helligkeitsabweichung in Prozent und das DeltaC (d.h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den zentral gemessenen Wert. Für das DeltaC liegt die Wahrnehmungsschwelle, in Bezug auf Unbunttöne als Referenz, bereits bei etwa 0,5. Ein DeltaC von 4 sollte nicht signifikant überschritten werden, sonst ist mit größeren Farbstichen zu rechnen.

Philips 225p1es Monitor Homogenitaet Prozent
Die Helligkeitsabweichung in Prozent.
Philips 225p1es Monitor Homogenitaet Deltac
Die Farbabweichung in DeltaC.

Wie schon vermutet treten sowohl in der Helligkeit als auch in der Farbdarstellung deutliche Inhomogenitäten auf. Für die semiprofessionelle Grafikbearbeitung ist der Monitor aus diesem Gesichtspunkt also nicht zu empfehlen, bei Office und Spielen hingegen stört es kaum.

Bildmodi

Wie bereits in der Vorstellung des OSD erwähnt, kann man per Knopfdruck zwischen einigen Bildmodi wählen, die die Darstellung an den Bildinhalt anpassen sollen. Einen großen praktischen Nutzen hat dieses Feature allerdings nicht.

Der Sparmodus setzt lediglich die Backlighthelligkeit auf 70 Prozent herab – in der Praxis wird man ohnehin mit heruntergedimmtem Backlight arbeiten und dabei noch deutlich weniger einstellen.

Der Büromodus reduziert die Helligkeit in ähnlichem Maße und versucht, Text durch einen Schärfefilter besser lesbar zu machen. Dies ist jedoch zum Scheitern verurteilt, da die Darstellung bei einem TFT-Bildschirm auch ohne jeglichen Filter scharf sein sollte. Mit diesem Filter sind daher alle Kanten leicht überschärft, was die Augen bei längerem Arbeiten mit Text anstrengt und je nach Empfindlichkeit sogar Kopfschmerzen auslösen kann.

In den Modi Film und Bildanzeige wird die Farbdarstellung stark verfälscht. Desweiteren wird wiederum eine Art Schärfefilter über das Bild gelegt, jedoch hier mit einer deutlich aggressiveren Vorgehensweise als im Büromodus. Kanten sind stark überschärft und bilden merkwürdige Artefakte. Und erschließ sich nicht, was sich die Entwickler der Bildmodi dabei gedacht haben.

Graustufendarstellung

Die Darstellung der höchsten und niedrigsten Graustufen hinterlässt ein zwiespältiges Bild: Der 225PES kann zwar auch noch die letzten Stufen differenziert darstellen, durch die TN-typische hohe Blickwinkelabhängigkeit bekommt man jedoch nie alle Graustufen gleichzeitig ins Blickfeld. Bei normalem Betrachtungswinkel kann man die letzten vier Dunkelgrautöne und die letzten zwei Hellgrautöne nicht mehr voneinander differenzieren. Bewegt man den Kopf auch nur wenig nach oben, so kann man zwar die dunkelgrauen Farbschattierungen genauer differenzieren, es fallen jedoch sehr schnell die obersten hellgrauen weg. Bewegt man umgekehrt den Kopf nach unten, so kann man den hellgrauen Bereich perfekt differenzieren, der Dunkelgraue aber fällt schlagartig weg.

Blickwinkel

Der 225PES weist eine TN-typisch hohe Blickwinkelabhängigkeit auf. Schon bei normalem Betrachtungsabstand kann man leichte Verfärbungen an den Bildschirmrändern erkennen. Besonders sehr dunkle Farbtöne verfärben sich recht schnell; so sieht aus einem Meter Abstand ein komplett schwarzer Bildschirm an der Oberkante bläulich und an der Unterkante gelblich aus (siehe auch die Langzeitbelichtung weiter oben unter „Homogenität“). Von unten betrachtet tritt der bei TN-Panels übliche Negativeffekt auf, nach oben hin bleichen insbesondere Rottöne stark aus. In horizontaler Richtung treten hingegen nur leichte Farbverfälschungen auf, das Bild bleicht jedoch auch hier schnell aus. Für den DVD-Abend mit mehr als zwei Personen eignet sich das Panel aus diesem Gesichtspunkt also genauso wenig wie für die Bildbearbeitung mit gehobenen Ansprüchen.

Philips 225p1es Monitor Blickwinkel
Dasselbe Bild abfotografiert aus unterschiedlichen Richtungen.

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