Test Monitor Philips 225P1ES
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Interpolation

Der 225PES kann Auflösungen, die nicht der nativen Auflösung des Panels entsprechen, entweder bildschirmfüllend im 16:10-Format oder im 4:3-Format mit schwarzen Rändern links und rechts darstellen. Diese Einstellung erfolgt über den OSD-Punkt „Bild“>“Bildformat“ mit den Auswahlmöglichkeiten „Breitbild“ oder „4:3“.

Diese eingeschränkten Möglichkeiten, das Interpolationsverhalten des Monitors zu beeinflussen, stellen nicht zufrieden: 16:9-Auflösungen, wie sie vom DVD- oder BluRay-Player wiedergegeben werden, werden in jedem Fall verzerrt dargestellt. Es fehlt die bei anderen Displays anzutreffende „Auto“-Einstellung, die das Bild zwar vergrößert, aber nicht verzerrt. Außerdem wäre eine 1:1-Darstellung wünschenswert gewesen.

Interpolation Text

Wird der Monitor nicht in seiner nativen Auflösung betrieben, so leidet technologiebedingt die Schärfe der Darstellung. Dennoch gelingt es dem 225PES, Texte gut lesbar auf den Bildschirm zu bringen. Eine perfekt scharfe Darstellung interpolierten Bildmaterials ist ohnehin nicht möglich, somit kann der Interpolationsalgorithmus an sich als gut bezeichnet werden – vorausgesetzt die Eingangsauflösung liegt im Seitenverhältnis 16:10 oder 4:3 vor.

Philips 225p1es Monitor Interpolation Text 3
Text in der nativen Auflösung 1.680 x 1.050 …
Philips 225p1es Monitor Interpolation Text 2
… in 1.440 x 900…
Philips 225p1es Monitor Interpolation Text 1
… und in 1.280 x 800.

Interpolation Spiele

Ältere Grafikkarten werden von neueren Spielen in der nativen Auflösung oft überfordert. Daher muss die Ausgabeauflösung reduziert werden, um dennoch eine flüssige Bildrate zu erreichen. Der Monitor muss dann die reduzierte Auflösung auf seine gesamte Bildfläche interpolieren. Glücklicherweise fällt bei Spielen, wo es auf einzelne Kanten nicht so sehr ankommt, die Interpolation weniger auf, sodass Spielspaß auch bei reduzierter Auflösung aufkommen kann.

Philips 225p1es Monitor Interpolation Bfme 1
Philips 225p1es Monitor Interpolation Bfme 2
Philips 225p1es Monitor Interpolation Bfme 3
Von links nach rechts der selbe abfotografierte Bildausschnitt aus dem Spiel „Schlacht um Mittelerde II“ in den Auflösungen 1.280 x 800, 1.440 x 900 und 1.680 x 1.050.

Der Interpolationsalgorithmus an sich kann durchaus überzeugen; enttäuschend ist jedoch, dass die seitenrichtige Wiedergabe nur in 16:10 (Einstellung „Breitbild“) und 4:3 (Einstellung „4:3“) möglich ist. Ein weiterer Beleg dafür, dass der 225PES auf den Office-Betrieb ausgelegt ist, wo selten andere als die native Auflösung gefragt sind.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, einem eventuellen Overdrive und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir in einem aufwendigen Verfahren mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den 225PES haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Für andere Auflösungen, Bildfrequenzen oder Anschlüsse können sich aus technischen Gründen auch andere Messwerte ergeben.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die dabei gemessenen Schaltzeiten, in denen die relative Pixelhelligkeit jeweils von 10 auf 90 Prozent angestiegen bzw. abgefallen ist, werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Philips 225p1es Monitor Bildaufbauzeit
Typische Schaltzeiten für ein TN-Panel.

Erläuterung der Darstellung: Die Schaltzeiten ermitteln wir in zwei Messreihen, die sich an beiden Normen orientieren. Die erste Messreihe beschreibt die Zeit für einen Schwarz-zu-Grau-Bildwechsel, bei dem das Bild abrupt von Schwarz (RGB 0) zu Grau umschaltet (Anstiegszeit, Rise Time) und wieder zurück (Abfallzeit, Fall Time). Der Grauwert variiert dabei von 30 % (RGB 77) bis 100 % (RGB 255 = Weiß), der 100 %-Wert entspricht also dem alten Normwert schwarz-zu-weiß. Diese Reihe trifft am ehesten auf Bildmaterial mit starken Kontrasten zu.

Die zweite Messreihe beschreibt die Zeit für einen Grau-zu-Grau-Bildwechsel, bei dem das Bild zwischen zwei Grauwerten umgeschaltet wird. Die beiden Grauwerte liegen jeweils nur um 30 Prozent auseinander (100 %: RGB 178 zu 255, 90 %: RGB 153 zu 230, 80 %: RGB 128 zu 205, usw.). Diese Reihe trifft eher auf Bildmaterial mit geringeren Kontrasten zu. Die so ermittelten Stichproben berücksichtigen nicht nur die günstigsten Werte aus dem gesamten Messfeld und liegen deshalb oft erheblich über den Herstellerangaben.

Der Hersteller gibt für den 225P1 eine Reaktionszeit von 5 Millisekunden an, ob Schwarz-zu-Weiß oder Grau-zu-Grau wird nicht genannt. Unsere Messungen zeigen, dass dieser Wert bei den Schwarz-zu-Grau-Übergängen auch tatsächlich erreicht wird. Die über alle Werte gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) beträgt gute 7,8 Millisekunden.

Philips 225p1es Monitor Schaltzeiten Sg
Philips 225p1es Monitor Schaltzeiten Gg30
Links: Schaltzeiten schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30 Prozent.

Die Untersuchung zeigt ein typisches Verhalten für ein aktuelles TN-Panel ohne besondere Beschleunigungsmaßnahmen. Die Schaltzeiten sind kurz, vor allem wenn auf Schwarz umgeschaltet wird. Hier liegt die Abfallzeit durchgehend unter einer Millisekunde, die Anstiegszeit variiert zwischen 4 und 6 Millisekunden. Bei der Umschaltung zwischen hellen Grauwerten steigt vor allem die Fall Time von 0,7 Millisekunden bei Dunkelgrau-zu-Schwarz (30 Prozent) auf 9 Millisekunden bei Weiß-zu-Hellgrau (100 Prozent) an.

Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine bestimmte Steuerspannung zugeordnet, mit der die Zielhelligkeit exakt erreicht wird. Die Umschaltgeschwindigkeit der Bildpunkte kann daher erhöht werden, indem man beim Bildwechsel zunächst eine höhere (oder niedrigere) Steuerspannung anlegt als es der Zielhelligkeit eigentlich entsprechen würde. Bei den nachfolgenden Bildern wird die tatsächliche Helligkeit dann mehr oder weniger zügig auf den Zielwert korrigiert. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Wie die gemessenen Schaltzeiten erwarten ließen, zeigte der 225PES während unserer Untersuchung keinerlei nachteiliges Verhalten, was bestätigt, dass der Monitor ohne Overdrive arbeitet.

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