Test Monitor Philips 225P1ES
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Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit) messen. Da der Bildpunkt dann erst noch seine Endhelligkeit erreichen muss, addieren wir zu diesem Wert noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu.

Erläuterung der Darstellung: Die rote Kurve zeigt die Helligkeit eines LCD-Pixels über der Zeit, während der Bildschirm mit einer definierten Folge von Bildern mit abnehmender Helligkeit angesteuert wird. Die grüne Linie zeigt das dazugehörige Steuersignal, wie man es z.B. auf einem verzögerungsfreien Röhrenmonitor sehen würde. Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich, indem man die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal und dem Aufleuchten des Pixels ausmisst. Verzögerungen von mehr als 1 Frame werden durch die unterschiedlich hohen Signale erkennbar.

Philips 225p1es Monitor Latenz
Der 225PES hat eine sehr geringe Verzögerungszeit.

Die Untersuchung zeigt zunächst, dass dieser LCD-Monitor eine sehr kurze Verzögerungszeit von nur 1,8 Millisekunden aufweist. Hinzu kommt noch die halbe mittlere Bildaufbauzeit von 3,9 Millisekunden. Die mittlere Gesamtlatenz des 225PES beträgt somit nur 5,7 Millisekunden.

Subjektive Bewertung

Für den Alltagsgebrauch und den Gelegenheitsspieler ist die Reaktionszeit absolut ausreichend. Beim Scrollen durch vertikale Texte fallen leichte Schlieren auf, die aber nicht weiter stören. Bei Videos muss man sich schon sehr anstrengen, um die trägen Pixel auszumachen. Bei Spielen, wo härtere Kontraste auftreten, kann man bei genauem Hinsehen ebenfalls leichte Schlieren beobachten. Diese fallen aber wirklich nur auf, wenn man sich darauf konzentriert.

Philips 225p1es Monitor Reaktionszeit Masseffect
Diese abfotografierte Szene aus „Mass Effect 2“ weist bei genauem Hinsehen leichte Schlieren auf.

Bei der Überprüfung der Verzögerungszeit über die herkömmliche Fotomethode mit dem Tool SMTT ergab sich ein sehr ähnlicher Wert wie in der exakten Messung oben: Hier betrug die durchschnittliche Verzögerung 5,2 Millisekunden – ein Beleg dafür, dass auch die Fotomethode, solange sie korrekt durchgeführt wird, ebenfalls zu recht genauen Ergebnissen führen kann.

Philips 225p1es Monitor Inputlag
Mit etwa 100 solcher Bilder wurde die Verzögerungszeit des 225PES abgeschätzt.

DVD und Video

Der 225PES besitzt keinen HDMI-Anschluss. Digitale Videosignale lassen sich somit von Handelsüblichen BluRay-Playern nur über einen HDMI-DVI-Adapter zuspielen. Durch die HDCP-Unterstützung lassen sich so jedoch auch geschützte BluRay-Filme in HD darstellen. Folgende im Videobetrieb relevanten Auflösungen nimmt der Monitor entgegen:

1080p (Full-HD) Ja, jedoch auf die Monitorauflösung herunterskaliert und somit leicht verzerrt; nur 50-60 hz.
Nein
Nein

Ein Overscan tritt in keinem Fall auf.

Neben dem im PC-Bereich eingesetzten RGB-Farbmodell unterstützt der 225PES das YCbCr-Farbmodell an seinem DVI-Eingang.

Optimale Bedingungen für die BluRay-Wiedergabe, die mit 24 Bildern pro Sekunde erfolgt, liegen nur vor, wenn sich die Bildschirmfrequenz auf ein Vielfaches von 24 einstellen lässt, also 24, 48 oder 72 hz. Da das Panel jedoch unterhalb von 50Hz und oberhalb von 60Hz den Dienst verweigert, lassen sich BluRays nur mit sogenannten „Mikrorucklern“ wiedergeben. Bei PAL-DVDs sieht es besser aus, sofern das Zuspielgerät in der Lage ist, das Panel in der korrekten Frequenz anzusteuern.

Skalierung

Die gängigen Videoauflösungen können nicht korrekt wiedergegeben werden, da der 225PES in der Einstellung „Breitbild“ alle Signale auf sein 16:10-Seitenverhältnis skaliert; somit werden die 16:9-Signale, die der Zuspieler liefert, leicht in vertikaler Richtung gestreckt. Einzig das kaum mehr anzutreffende 4:3-Format kann korrekt dargestellt werden, wenn man sowohl Zuspieler als auch Monitor auf 4:3 einstellt; auch andere Formate bekommt man so im korrekten Seitenverhältnis auf den Schirm, nutzt dabei aber nur noch einen Bruchteil der Bildschirmfläche.

Philips 225p1es Monitor Seitenverhaeltnis 1
Philips 225p1es Monitor Seitenverhaeltnis 2
Das macht der 225PES aus 16:9-Videosignalen: links in der Einstellung „Breitbild“, rechts in der Einstellung „4:3“.
Philips 225p1es Monitor Seitenverhaeltnis 3
So sollte es aussehen (Zuspielung über PC in der nativen Auflösung).
Philips 225p1es Monitor Video Matrix1
 

Die einzige Möglichkeit, Videosignale im korrekten Seitenverhältnis auf den Schirm zu bekommen: Sowohl den Player als auch den Monitor auf 4:3 einstellen. Dicke schwarze Ränder und reduzierte Auflösung (hier in: „Matrix“) sind die Folge, was dies nur für 4:3-Videos zu einer wirklichen Alternative macht.

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