Test Monitor Samsung P2370
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UGRA-Test

Im UGRA-Test macht der SyncMaster P2370 auch ohne erweiterten Farbraum einen ordentlichen Eindruck: Immerhin deckt er 89,9 Prozent der erforderlichen Grautöne ab. Um zertifiziert werden zu können, ist jedoch mindestens 95 Prozent Grautonabdeckung nötig.

Für dieses Resultat sind aber in der Regel Monitore mit 10- oder 12-Bit-Look-up-Tabelle erforderlich.

Einstellungswerte: Gammamodus 2, Helligkeit 64, R=50, G=40, B=32

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Der komplette UGRA-Report kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Insgesamt liefert der SyncMaster P2370 überraschend gute Ergebnisse, vor allem bei der sRGB-Kalibrierung. Für professionelle Grafiker, die mit Farbräumen wie AdobeRGB oder dem ECI2.0-Standard arbeiten, ist der 23-Zöller nicht zu empfehlen, da er nicht über den benötigten erweiterten Farbraum verfügt. Der „Standard-Anwender“ profitiert von diesem fehlenden Feature mehr als das er einbüßt.

Die Kalibrierung selbst ist sehr einfach und schnell vorgenommen. Ohne ein permanentes Schwanken und Einpendeln der Werte abwarten zu müssen, lässt sich der Monitor auf die entsprechenden Zielwerte konfigurieren. Im Alltagsgebrauch kann ohne Weiteres auf die Werkseinstellung mit reduzierter Helligkeitseinstellung und leicht abgesenktem Grünewert zurückgegriffen werden.

Reaktionsverhalten

Die Reaktionszeit des 23-Zöllers wird von Samsung mit zwei Millisekunden (grau-zu-grau) angegeben. Damit ist der SyncMaster 2370P natürlich in erster Linie für Gamer interessant. Allerdings haben sich Reaktionszeitangaben in der Praxis oft als ungenau oder realitätsfern herausgestellt. Des Weiteren bietet der Monitor unter der Funktion „Reaktionszeit“ im OSD drei verschiedene Bildmodi: Normal, Standbild und Filmmodus.

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Overdrive-Testbild mit drei Graustufen, Weiß, Rot und Blau.

In künstlichen Tests macht der SyncMaster 2370P keine besonders gute Figur. Bewegt man das Overdrive-Testbild über die Bildfläche, so sind deutliche, dunkle Schlieren hinter den farbigen Kästchen zu erkennen. Um das weiße Kästchen sind paradoxerweise keine Schlieren zu erkennen. Ändert man nun im OSD den Reaktionszeitmodus, verändert sich nichts an der Ausprägung der Schlieren. Es sind nun lediglich auch schattenartige Schlieren hinter dem weißen Kästchen festzustellen. Diese machen sich im Modus „Normal“ als weiße, im „Filmmodus“ als dunkelblaue Schlieren bemerkbar. Bei den anderen farbigen Kästchen ist auch ein leichter Unterschied im Schlierenfarbton festzustellen.

Die Funktion „Reaktionszeit“ im OSD verfehlt leider völlig den gewünschten Effekt, das Overdrive angemessen an die benötigten Bildverhältnisse anzupassen. Stattdessen übersteuert der Monitor mal in die eine, mal in die andere Richtung. Die Schlierenbildung wird dadurch jedenfalls in keinster Weise verringert. In künstlichen Tests konnte der SyncMaster 2370P nicht überzeugen, wie sieht es in der Praxis aus?

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Bei schnellen Bewegungen ist eine leichte Schlierenbildung zu erkennen (Unreal Tournament 3).

Bei Spielen ist durch das meist bunte und kontrastreich gestaltete Bild kaum etwas von der Schlierenbildung zu sehen. Bei genauem Hinsehen jedoch bemerkt man um schnell bewegte Objekte einen leichten Schatten. Dieser ist besonders gut zu erkennen, wenn es sich um einen starken Kontrast handelt, zum Beispiel an Kanten. Auch hier ist leider keine Verbesserung der Bewegtbilddarstellung auszumachen, wenn der Reaktionszeitmodus geändert wird.

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Szenen aus „Crysis Warhead“

Bei Texten, die über die Bildfläche gescrollt werden, macht sich leider auch der „Schatteneffekt“ bemerkbar. Bei aller Kritik ist dieser aber nicht so stark, dass die Schriftzeichen nicht mehr zu erkennen sind.

Input-Lag

Für ein ungehemmtes Gaming-Vergnügen sind nicht nur Reaktionszeit und eine saubere Bewegtbilddarstellung von Bedeutung, sondern auch das Input-Lag. Weist der Monitor eine zu starke Verzögerung auf, so schränkt dies die Aktionsgeschwindigkeit des Benutzers ein. Besonders bei Ego-Shootern, wo eine kurze Reaktionszeit erforderlich ist, kann dies problematisch werden. Für den Office- und Desktop-Betrieb ist das Input-Lag von untergeordneter Bedeutung.

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Oben: Input-Lag-freies Bild
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Rechts: Input-Lag von 16 ms (1 Frame). Links: Input-Lag von 32 ms (2 Frames).

Bei den Messungen zeigt sich, dass der SyncMaster P2370 meistens ein verzögerungsfreies Bild liefert. Gelegentlich kommt es aber zu einem Input-Lag von einem (16 ms), selten sogar von 2 Frames (32 ms). Der unten angegebene Durchschnittswert von sechs Millisekunden wird real nie erreicht, er rechnet sich nur aus den gelegentlich auftretenden Input-Lags und dem ansonsten verzögerungsfreien Bild zusammen. Daran erkennbar liegt die Wahrscheinlichkeit eines Lags bei etwa 35 Prozent. Dieses Resultat ist durchaus sehr gut.

Samsung P2370 Monitor Samsung P2370 Inputlag Diagramm
 

Die Bewertung des Samsung fällt beim Reaktionsverhalten leider zwiespältig aus: Auf der einen Seite arbeitet der 23-Zöller mit einem sehr geringen Input-Lag von nur 6 ms im Durchschnitt. Die vom Hersteller angegebene Reaktionszeit des TN-Panels von 2 ms (grau-zu-grau) klingt vielversprechend, ist aber in der Praxis ohne Bedeutung. In künstlichen Tests ist eine deutliche Schlierenbildung sichtbar, die sich auch nicht durch Änderungen im OSD beseitigen lässt. Gelegenheitsspieler werden sich daran nicht so stören, da es im Spielgeschehen kaum auffällt. Hardcoregamern ist vom SyncMaster P2370 aufgrund dieses „Schatteneffekts“ allerdings abzuraten.

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