Test Monitor Samsung XL2370
6/10

0
6516

Kalibrierung – Teil 2

Ein Bildschirm sollte bereits in der Werkseinstellung möglichst neutral sein. Im Maximum darf ein DeltaC von 4 und eine Range von 3 keinesfalls überschritten werden, weil es sonst zu deutlichen Farbstichen kommt. Die Wahrnehmungsschwelle liegt bei Unbunttönen mit einem DeltaC von etwa 0,5 erheblich niedriger. Für ein gutes Ergebnis kann man sich an den Vorgaben des UDACT (UGRA-Test) orientieren, das einen Durchschnittswert von maximal 1 und eine Range von maximal 2 fordert. Dieses Ergebnis sollte selbstverständlich auch und gerade im kalibrierten Zustand nicht signifikant überschritten werden. Bei ab Werk sehr neutralen Bildschirmen kann es nach der Kalibrierung auch zu einer leichten Verschlechterung kommen.

Darüber hinaus bereiten wir die Gradation des Testgerätes grafisch auf. Im unkalibrierten Zustand ist ein, über die gesamte Grauachse stabiles, Gamma von etwa 2.2, oder eine sRGB-Gradation, wünschenswert. Sie ist bei den entsprechenden Grafiken als Soll-Zustand hinterlegt. Damit erreicht man schon ohne Kalibration eine, in Bezug auf die Helligkeitsverteilung, korrekte Anzeige von sRGB-Inhalten. Gleichzeitig fallen die Korrekturen während der Kalibrierung (bei Zielwerten von sRGB oder 2.2) gering aus. Ein klarer Pluspunkt ist in diesem Zusammenhang eine Gamma-Einstellung am Gerät, insbesondere wenn neben Zahlwerten auch sRGB und L* auswählbar sind. Im kalibrierten Zustand sollte der Bildschirm die vor der Kalibrierung festgelegte Charakteristik erreichen.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Standard

Der XL2370 bietet die drei Farb-Presets Normal, Kalt und Warm. Nach dem Reset des Monitors wurden alle Werksvorgaben unverändert belassen: H100 / K75 / Farb-Preset Normal. Dann wurde die Farbwiedergabe mit dem sRGB-Standard verglichen.

Werkseinstellung Ziel Erreicht
D65 (6502) 6617
95.04 100.00 108.88 93.53 100.00 107.97
2,74 (D65)
– (0,08) 3,00
140 328
Nativ 0,35
Nativ 937
sRGB (~ Gamma 2.2) 2,07

* CCT-Bezug

Samsung Xl2370 Monitor Werkseinstellung Farbe
 
Samsung Xl2370 Monitor Werkseinstellung Grau
 
Samsung Xl2370 Monitor Werkseinstellung Gamma
 

Typische Nachteile vieler Werkseinstellungen zeigt auch der Samsung XL2370. Die Leuchtdichte ist für einen Arbeitsplatz viel zu hoch eingestellt, der Gammawert schwankt und fällt vor allem bei den hellen Grauwerten sehr stark ab. Obwohl die (vom Hersteller nicht näher qualifizierte) Einstellung „Normal“ rechnerisch nahe bei der sRGB-Farbtemperatur liegt, sind die Abweichungen der Farbwerte bei Rot und Grün eindeutig zu hoch, bei den übrigen Grund- und Mischfarben dagegen akzeptabel. Die Grauwertergebnisse sind überwiegend erstaunlich gut, verschlechtern sich allerdings rapide bei den sehr hellen Tönen. Der statische Kontrast erreicht mit über 900:1 einen sehr guten Wert. Die Abstimmung ab Werk ist für ein TN-Panel insgesamt befriedigend.

Die Einstellung Kalt ergibt im Test eine tatsächliche Farbtemperatur von 8200K und ist somit für farbneutrale Arbeiten nicht zu gebrauchen. Mit der Einstellung Warm erzielt man dagegen ohne Kalibration noch etwas farbneutralere Ergebnisse als mit der Einstellung Normal: die Farbtemperatur sinkt nur auf akzeptable 6200K, und der Gammaverlauf erweist sich bei den hellen Grauwerten als deutlich besser.

Profilgenauigkeit sRGB

Für die Kalibrierung auf den sRGB-Standard mit 140 cd/m² haben wir die freie Farbeinstellung gewählt, um einen akzeptablen Weißpunkt als Ausgangsbasis erzielen zu können. Dabei zeigte sich als Besonderheit, dass die Farbregler oberhalb der Einstellung 54 keine nachvollziehbare Veränderung des Farbanteils mehr bewirkten.

Mit dieser Kenntnis war ein guter Ausgangswert für die Kalibrierung zügig zu erreichen. Rot wurde moderat angehoben, Grün und vor allem Blau mussten dagegen abgesenkt werden. Zusätzlich haben wir auch die neutralere Kontrasteinstellung K70 aus der Graustufenanalyse gewählt. Schließlich wurde der Weißpunkt 6522K mit der Leuchtdichte 141 cd/m² bei folgenden Werten erreicht: K70 / H22 / R53 / G46 / B43.

Nach dem Kalibrieren auf sRGB überprüfen wir zunächst die Profilgenauigkeit im kalibrierten Zustand. Geringe Abweichungen lassen, sofern das Messgerät exakt arbeitet, darauf schließen, dass die Monitorcharakteristik korrekt erfasst wurde und stabil bleibt. Das CMM (Color Management Module) farbmanagementfähiger Software kann damit möglichst (die Grenze setzt spätestens der Monitorfarbraum) ideal in Monitor-RGB transformieren. Steigen die Abweichungen zu einem späteren Zeitpunkt spürbar an, ist es Zeit für eine neue Kalibrierung und anschließende Profilierung.

Profilgenauigkeit Ziel Erreicht
D65 (6502) 6488
95.04 100.00 108.88 94.97 100.00 108.54
0,0
sRGB (~ Gamma 2.2) 2,2 (avg.)

Das mit iColor 3.6 erstellte Profil zeigt im Profiltest nur geringe Abweichungen vom Sollprofil. Die Genauigkeit bei den Grauwerten ist akzeptabel, aber schlechter als bei den Farbwerten.
Vergleich des kalibrierten Farbprofils mit dem sRGB-Farbraum

Profilvergleich sRGB Ziel Erreicht
D65 (6502) 6526
95.04 100.00 108.88 94.99 100.00 109.17
0,20
– (0,08) 0,03
140 141
Nativ 0,16
Nativ 881
sRGB (~ Gamma 2.2) 2,26

* CCT-Bezug

Samsung Xl2370 Monitor Profilvergleich Srgb Farbe
 
Samsung Xl2370 Monitor Profilvergleich Srgb Grau
 
Samsung Xl2370 Monitor Profilvergleich Srgb Gamma
 

Um einen ersten Eindruck von den tatsächlichen Abweichungen in farbmanagementfähiger Software zu geben, haben wir in Adobe Photoshop entsprechende Testpattern erzeugt, mit dem Profil des Arbeitsfarbraums sRGB versehen und ausgemessen. Als CMM kam Adobe (ACE) zum Einsatz.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!