Test Monitor Samsung XL2370
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Deinterlacing

Der XL2370 kann auch halbbildbasierte Videosignale annehmen. Ein LCD arbeitet aber immer vollbildbasiert, daher muss dieser Monitor mit einem Deinterlacer ausgerüstet sein. Weitere Informationen bietet unsere Reportage: „Aus 2 mach 1“ – Deinterlacing.

Halbbildmaterial wird vom XL2370 u.a. mit 1080i50 und 1080i60 akzeptiert. Unsere Testergebnisse mit der Wiederholfrequenz 50 Hz zeigen die nachstehenden Fotos.

Samsung Xl2370 Monitor Deint 1a
Samsung Xl2370 Monitor Deint 1b
2:2 Signale werden erkannt und sauber dargestellt.
Samsung Xl2370 Monitor Deint 2a
Samsung Xl2370 Monitor Deint 2b
3:2 Signale werden nicht erkannt und per Fieldscaling hochskaliert.

Signale mit 2:2 Kadenz werden korrekt erkannt, die Vollbilder werden ohne Auflösungsverlust wieder hergestellt. Signale mit 3:2 Kadenz interpretiert der Deinterlacer dagegen als Videomaterial und skaliert hoch, dies äußert sich in Kammartefakten und auffälligen Moiré-Effekten (zu sehen an der Tribüne im 2:3:2:3 Foto links).

Skalierung

Wichtig ist die Darstellung mit korrektem Seitenverhältnis. Im Videobereich liegt nur bei HD-Material ein quadratisches Pixelseitenverhältnis vor. Falls ein Bildschirm im OSD über eine explizite „4:3“ und „16:9“ Einstellung verfügt, stehen die Chancen gut, entsprechendes Material korrekt anzeigen zu können.

Unsere Testbildreihe basiert auf einem anamorphen Video mit Kreisen, die bei korrekter Beachtung des Seitenverhältnisses absolut rund sein müssen.

Der XL2370 bietet in der Einstellung AV-Modus die explizite Wahl eines 16:9 oder 4:3-Formates an. Darüber hinaus werden HD-Signale mit 720p oder 1080i/p in der Einstellung „Bildanpassung“ unverändert und ohne Abschneiden angezeigt.

Samsung Xl2370 Monitor Hd Skalierung 1080
HD-Zuspielung in 1080p.

Bei normgerecht aufbereiteten Signalen zeigt der XL2370 ein unverzerrtes Bild ohne Overscan. Erzwingt man playerseitig eine Letterboxed-Darstellung, oder spielt man anamorphe Signale zu, kann beim XL2370 keine unverzerrte Wiedergabe erzielt werden.

Farbmodelle und HDMI-Blacklevel

Ebenfalls sehr wichtig für die korrekte Darstellung des Materials ist die Abstimmung des Videolevels. Abstimmungsprobleme können hier zu starkem Clipping in helleren und dunkleren Farben oder zu flauem Bild mit reduziertem Tonwertumfang ohne volles Schwarz und Weiß führen.

Samsung Xl2370 Monitor Blacklevel
Test des korrekten Signalpegels an HDMI.

Entsprechend der Einstellung im OSD geht der XL2370 an den beiden digitalen Eingängen von einer PC- oder einer AV-Quelle aus. Bei korrekter Wahl lässt das gezeigte Bild keine Probleme mit dem Signalpegel erkennen. Weitergehende Korrekturmöglichkeiten wie z.B. die Anpassung des HDMI-Schwarzwerts sind nicht gegeben, somit hängt die einwandfreie Wiedergabe letztlich stark von der Konfiguration des verwendeten Players ab.

Fazit

Der schwarze Samsung XL2370 beeindruckt mit seiner transparent umrandeten Hochglanzoptik und dem ungewöhnlich schlanken Gehäuse, das erst durch die platzsparende Edge-LED-Technik möglich wird. Die unsichtbaren berührungssensitiven Bedientasten und der schlanke transparente Standfuß integrieren sich harmonisch in das durchgestylte Konzept, das sich eindeutig an designorientierte Käufer wendet, die nicht nur einen PC-Monitor kaufen wollen.

Zwei digitale Eingänge zeigen, dass dieser Monitor auch als HD-fähiges Multimedia-Display genutzt werden kann. Mit DVI und HDMI stehen die beiden wichtigen Schnittstellen bereit. Darüber hinaus wird jedoch nicht viel geboten, selbst die Soundfunktionen beschränken sich auf das Durchschleifen des HDMI-Signals.

Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut ist die Bildqualität: das TN-Panel hat die üblichen Nachteile des eingeschränkten Betrachtungswinkels, der Farbraum ist mit 92 Prozent von sRBG eher klein, hinzu kommen leichte Probleme mit der Bildschärfe und nur mäßig gute Interpolationsleistungen. Für die gelegentliche Fotobearbeitung zeigt er sich wenig qualifiziert: die Differenzierung sehr dunkler wie auch sehr heller Farbtöne gelingt nicht so gut, und der starke Einfluss des Blickwinkels tut ein Übriges.

Aber das Panel hat auch unbestrittene Stärken: zu allererst ist es mit 328 cd/m² wirklich sehr hell, und dazu noch gut entspiegelt. Der Kontrastwert ist mit über 900:1 in allen Helligkeitseinstellungen sehr gut. Dies qualifiziert den Monitor als schickes Video- oder Internetdisplay auch in tagheller Umgebung. Gamer werden die kurzen Reaktionszeiten schätzen, vor allem aber, dass schnelle Spiele von keinerlei Inputlag beeinträchtigt werden.

Oberfläche und Material des Monitors hinterlassen einen guten Qualitätseindruck. Das Gehäuse und selbst der zierliche Standfuß wirken solide und sorgfältig produziert. Nur die Funktionalität des Standfußes wurde leider dem Design geopfert: da selbst das Neigen nach vorne oder hinten nur äußerst schwergängig und mit beängstigendem Kraftaufwand vor sich geht, kann dieser Fuß eigentlich nur eines: nämlich stehen.

Eins aber kann der XL 2370 richtig gut: und das ist Strom sparen. Mit nur 28 Watt bei voller Helligkeit und 18 Watt am Arbeitsplatz verbraucht dieser 23 Zoll LED-Monitor kaum mehr als ein 19 Zöller mit konventionellen CCFL-Röhren.

Design ist nicht alles. Doch wenn ein Hersteller ergonomische Funktionen so konsequent vernachlässigt, darf er sich nicht wundern, wenn trotz vieler positiver Ansätze nur eine befriedigende Gesamtwertung erreicht wird. Für die gebotene Leistung ist der momentane Preis noch zu teuer.

Bewertung

Bildstabilität:
(digital)
(analog)
Blickwinkelabhängigkeit (v/h):
Kontrasthöhe:
Farbraum:
Subjektiver Bildeindruck:
Graustufenauflösung:
Helligkeitsverteilung:
Interpoliertes Bild:
Gehäuseverarbeitung/Mechanik:
Bedienung/OSD:
Geeignet für Gelegenheitsspieler:
Geeignet für Hardcorespieler:
Geeignet für DVD/Video:
Preis [incl. MWSt. in Euro]: Keine Angaben
3.6

BEFRIEDIGEND

Technische Spezifikationen: Samsung XL2370

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