Test Monitor Samsung XL2370
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Inputlag

Neben der Reaktionszeit, die für den schnellen Bildaufbau notwendig ist, ist auch die Verzögerungszeit (Latenz) eines Monitors von Bedeutung. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Vergeht zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Mit Hilfe des Oszilloskops haben wir den Samsung XL2370 gegen einen Elsa Ecomo 19H98 Röhrenmonitor antreten lassen. Durch die optische Analyse der beiden synchronisierten Helligkeitssignale wurde die Verzögerungszeit ermittelt. Dieses Verfahren ist genauer als die verbreitete Fotomethode.

Erläuterung der Darstellung: Die gelbe Kurve zeigt den Verlauf der gemessenen Helligkeit eines LCD-Pixels über der Zeit, während die beiden Monitore mit einer Folge von je zwei weißen und einem schwarzen Bild gespeist werden. Die Lage der Bildwechsel ist erkennbar durch einen markanten kurzen Ausschlag der gelben Linie nach oben: dieser Zacken wird durch das Aufleuchten des entsprechenden Pixels auf dem Röhrenmonitor hervorgerufen. Die Latenzzeit des LCD ergibt sich, indem man die Verzögerung zwischen dem Bildwechsel und dem Helligkeitsanstieg des LCD ausmisst.

Samsung Xl2370 Monitor Latenz
Der XL2370 hat keine Verzögerungszeit.

Diese Untersuchung zeigt, dass der LCD-Monitor dem Röhrenmonitor praktisch ohne Verzögerung folgt: die Verzögerungszeit des XL2370 ist somit nahezu Null. Eine interne Bildzwischenspeicherung findet anscheinend nicht statt.

Eine andere reproduzierbare Eigenheit dieses Monitors nur im Modus Normal wurde ebenfalls erkennbar: ein Signalwechsel von Schwarz zu Weiß wird nicht immer vollständig umgesetzt. Im linken Teil des Bildes sieht man, dass während des ersten Frames nur etwa 70 Prozent der Soll-Helligkeit erreicht werden, erst der zweite Frame leuchtet dann mit voller Helligkeit. Wir wissen nicht, welchen Zweck die Konstrukteure von Samsung damit verfolgen, empfehlen aber lieber den Modus Schneller, bei dem dieses merkwürdige Verhalten nicht auftritt. Hinsichtlich der gemessenen Verzögerungszeit unterscheiden sich die drei möglichen Einstellungen nicht.

DVD und Video

Der XL2370 kann gleichzeitig mit zwei digitalen Zuspielern verbunden werden. Die HDMI-Buchse und die Umschaltung der Eingangssignale zwischen PC und AV unterstreicht dabei seine Eignung für Medienquellen wie Blu-Ray-Player oder HDTV-Tuner. Weitere Multimedia-Features wie Bild-in-Bild, ein integrierter DVB-Tuner oder auch nur einfache Lautsprecher fehlen allerdings.

Neuere Konsolen wie die Playstation 3 oder XboX 360 können direkt an den HDMI-Eingang angeschlossen werden. Kopiergeschützte Inhalte kann der XL2370 durch HDCP-Unterstützung an den digitalen Eingängen problemlos wiedergeben.

Am PC sollte der Monitor nur in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videoplayer wie VLC, PowerDVD oder Windows Media Player wählen dann automatisch das richtige Bildformat und verhindern dadurch eine beschnittene oder verzerrte Videowiedergabe. Abweichende Bildformate werden wo nötig mit schwarzen Streifen oben und unten bzw. links und rechts aufgefüllt.

Samsung Xl2370 Monitor Dvd
Szene aus „Bruegge sehen und sterben“.

Der XL2370 bietet im OSD mehrere Optionen an, die das Bild für die Wiedergabe von Filmen optimieren sollen. Im Menü BILD findet man die Option MagicBright mit der Einstellung Film, zusätzlich noch die Option Bildmodus mit der Einstellung Film. Im Menü Farbe gibt es die Option MagicColor mit Einstellungen zur Verbesserung der Wiedergabe von Hauttönen.

Während der Bildmodus Film nachvollziehbar die Helligkeit absenkt, sind die Auswirkungen der übrigen Optionen nicht so leicht erkennbar: MagicBright soll Helligkeit und Schärfe „für Unterhaltungssendungen“ optimieren, MagicColor soll klarere Bilder liefern. Nach den Erfahrungen mit vielen anderen Monitoren dieser Preisklasse raten wir aber von der Verwendung solcher Einstellmöglichkeiten ab: zu unklar ist, was sie mit dem Bild anstellen werden.

Wir haben eine DVD am PC im kalibrierten Zustand ohne alle Bildoptionen, aber bei wesentlich höherer Helligkeit als am Arbeitsplatz betrachtet (H70 / K70, ca. 250 cd/m²). Auch wenn der XL2370 keinen erweiterten Farbraum hat, zeigt das scharfe Bild doch natürlich wirkende und kräftige Farben. Grün scheint bisweilen ein wenig zu fehlen, aber Hauttöne werden gut dargestellt. In dunklen Szenen sind noch sehr viele Details erkennbar, in sehr hellen Bildbereichen vermissen wir aber einiges an Zeichnung und auch Farbe. Schlieren oder
Bewegungsunschärfe treten auch bei schnellen Kamerafahrten oder bewegten Objekten nicht auf.

Auch die Wiedergabe von HD-Videos ist einwandfrei, mit stimmigen Farben und sehr gutem Kontrast. Der Schwarzwert ist bei normaler Helligkeit sehr gut, dadurch gewinnen dunkle Szenen an Tiefe. Positiv fallen die fehlenden Lichthöfe an den Bildrändern auf, wenn das Bild von schwarzen Balken gesäumt ist. Nutzt man die enorme Helligkeitsreserve des Monitors in taghellen Räumen, spielt der nicht ganz so optimale Schwarzwert des Monitors wegen des Umgebungslichts naturgemäß keine große Rolle mehr.

Videosignalverarbeitung

Das Handbuch des XL2370 schweigt sich über die darstellbaren Signalfrequenzen im AV-Betrieb leider aus. Daher haben wir zunächst untersucht, welche der üblichen Frequenzen unterstützt werden. Es stellte sich heraus, dass der Monitor mit 480p60, 576p50, 720p50+60, 1080i50+60 und 1080p60+60 alle Frequenzen außer 1080p24 annimmt. Er zeigt im OSD allerdings auch bei 50 Hz Bildfrequenz immer 60 Hz an.

Unterstütze Refreshsraten

Frequenzen von 50 Hertz oder Vielfache von 24 sind für die judderfreie Darstellung von Videos und Filmen besonders geeignet. Zur Überprüfung, ob der Monitor auch intern mit diesen Frequenzen schaltet, haben wir einen Juddertest durchgeführt. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Special „Perfekter Bildgenuss: Auf die Bildfrequenz kommt es an“.

Samsung Xl2370 Monitor Judder
Juddertest am Samsung XL2370.

Mit 50 und 60 Hz werden sowohl 1.280 x 720 als auch 1.920 x 1.080 ohne Ruckeln verarbeitet. Damit ist der XL2370 gut geeignet für den Anschluss aller möglichen Zuspieler, nur Cineasten werden den 24p-Modus vermissen.

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