Test ViewSonic VP3481 – Curved-Allrounder für Filme
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Bildqualität und Signalverarbeitung

Allgemein

ViewSonic greift für den VP3481 auf ein 34 Zoll großes MVA-Panel mit LED-Hintergrundbeleuchtung zurück. Weitere Informationen sind dem Datenblatt nicht zu entnehmen. Die ermittelte spektrale Strahlungsverteilung ist typisch für einen Monitor mit W-LED-Hintergrundbeleuchtung. Sie basiert auf blauen LEDs mit gelber Fluoreszenzschicht. Das vor dem Passieren der Farbfilter verbleibende Emissionsspektrum des nun weißen Lichts limitiert den Farbumfang. Erst Monitore mit deutlich schmalbandigerer Strahlungsverteilung gehen hier deutlich über sRGB hinaus.

Spektrale Strahlungsverteilung Weiß (Farbort ~D65) nach Farbfiltern (i1Pro; optischer Bandpass: 10 nm)
Spektrale Strahlungsverteilung Weiß (Farbort ~D65) nach Farbfiltern (i1Pro; optischer Bandpass: 10 nm)

Die für die Signalverarbeitung entscheidenden LUTs weisen eine Präzision von 14 Bit pro Farbkanal aus. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für die akkurate und verlustfreie Farbreproduktion erfüllt. Das ist auch im Hinblick auf die Hardware-Kalibration mittels der Colorbration-Software wichtig, da hier auf eben diese Tabellen zurückgegriffen wird.

Die Erwartungen, die diese Implementierung weckt, werden in der Praxis nicht ganz erfüllt. Selbst mit Einstellungen, die der nativen Panel-Charakteristik sehr nahekommen dürften, können wir minimale Tonwertabrisse in den Tiefen ausmachen. Das ist zwar Kritik auf sehr hohem Niveau, dem angepeilten Einsatzgebiet aber angemessen. Ansonsten kann der ViewSonic VP3481 durchaus überzeugen: Die Darstellung ist visuell und messtechnisch absolut neutral. Weitere Pluspunkte sammelt der Amerikaner durch seinen hohen Kontrastumfang.

Testbild, um Grauverläufe zu überprüfen
Testbild, um Grauverläufe zu überprüfen

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic VP3481
Coating des ViewSonic VP3481
Referenzbild zum Coating
Referenzbild zum Coating

Ein mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ViewSonic VP3481 besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion. Körnungs- beziehungsweise Glitzereffekte bleiben aus.

Interpolation

Unsere Testsignale werden gut verarbeitet. Eine Skalierung durch die Grafikkarte verbessert die Darstellung nicht. Der fünfstufige Schärferegler wurde relativ zurückhaltend implementiert. Er sollte dennoch nur bis zur mittleren Stufe eingesetzt werden.

Inhalte mit quadratischem Pixelseitenverhältnis werden stets korrekt (d. h. verzerrungsfrei) dargestellt. Dank einer dedizierten 4:3- und 16:9-Einstellung gilt dies auch für Videosignale mit abweichendem Pixelseitenverhältnis.

Skalierungsoptionen im OSD
Skalierungsoptionen
Signal Anzeige maximale Fläche ohne Verzerrung Unskalierte Wiedergabe
SD (16:9 – anamorph) ja nicht sinnvoll
SD (4:3) ja nicht sinnvoll
HD (1080p) ja ja
HD (720p) ja ja
PC (5:4) ja ja
PC (4:3) ja ja
PC (16:10) ja ja
PC (16:9) ja ja

Die folgenden Bilder geben einen groben Eindruck zur Qualität der Skalierung wieder. Der Abstand der Kamera zum Bildschirm ist stets identisch, und es wird immer seitengerecht auf Vollbild skaliert.

Testbild: Auflösung 3840 x 1440 (nativ)
Auflösung 3840 x 1440 (nativ)
Testbild: Auflösung 1920 x 1080
Auflösung 1920 x 1080
Testbild: Auflösung 1280 x 1024
Auflösung 1280 x 1024
Testbild: Auflösung 1024 x 768
Auflösung 1024 x 768
Testbild: Auflösung 3840 x 1440 (nativ)
Auflösung 3840 x 1440 (nativ)
Testbild: Auflösung 1920 x 1080
Auflösung 1920 x 1080
Testbild: Auflösung 1280 x 1024
Auflösung 1280 x 1024
Testbild: Auflösung 1024 x 768
Auflösung 1024 x 768

Bildschärfeeinstellungen bei einer Auflösung von 1920 x 1200:

Testbild: Schärfe 0
Schärfe 0
Testbild: Schärfe 50
Schärfe 50
Testbild: Schärfe 100
Schärfe 100

Juddertest

Um die vom ViewSonic VP3481 unterstützten Frequenzen und Wiedergabe-Eigenschaften zu testen, haben wir verschiedene Signale zugespielt und das Ergebnis bewertet.

Juddertest am ViewSonic VP3481
Juddertest am ViewSonic VP3481

Unsere von 24 bis 75 Hz reichenden Testsignale werden durchgängig unterstützt. Die Darstellung ist mit allen, insbesondere für die Videowiedergabe wichtigen Bildwiederholfrequenzen (24 Hz, 50 Hz, 60 Hz) judderfrei.

Deinterlacing

Da ein LC-Display immer Vollbild-basiert (progressiv) arbeitet, muss ein eingebauter Deinterlacer aus eingehenden Halbbildern (interlaced) eine Vollbildfolge erstellen.

Wir überprüfen das Deinterlacing mit Halbbildfolgen im 3:2- und 2:2-Rhythmus und spielen danach noch echtes Videomaterial mit nicht zusammenhängenden Halbbildern zu. Im Optimalfall kann der Deinterlacer in den beiden ersten Fällen die Originalvollbildfolge verlustfrei rekonstruieren.

Der Scaler des ViewSonic VP3481 skaliert eingehende Halbbilder unabhängig voneinander auf die Panel-Auflösung. Mit dem erheblichen Auflösungsverlust geht ein in diesen Zusammenhang unvermeidliches Zeilenflimmern einher. Angesichts der inzwischen geringen Bedeutung von Halbbild-basiertem Material sollte dieses Manko allerdings verschmerzbar sein.

Deinterlacing: 3:2-Signale werden nicht erkannt
3:2-Signale werden nicht erkannt
Deinterlacing: 2:2-Signale werden auch nicht erkannt
2:2-Signale werden auch nicht erkannt
Test des Video-Mode-Deinterlacings
Test des Video-Mode-Deinterlacings

Signalpegel und Farbmodell

Der ViewSonic VP3481 verarbeitet digitale RGB- und YCbCr-Signale. Eine Anpassung des Dynamikbereichs ist über den Schalter „Color Format“ möglich. Die Einstellung „(RGB/ YUV) Full Range“ wird für Quellen verwendet, die den vollen Dynamikbereich nutzen (PC-Level, Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 0–255). Eine nach der Auswahl von „(RGB/ YUV) Limited Range“ durchgeführte Tonwertspreizung sorgt für die korrekte Darstellung von Signalen mit eingeschränktem Dynamikbereich (Videolevel, Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235).

Ausleuchtung

Die Ausleuchtung unseres Testgerätes ist gut. In den Randbereichen sind Unregelmäßigkeiten auszumachen, die aber erst im Rahmen unserer Aufnahmen mit langer Belichtungszeit deutlich zutage treten. Im praktischen Einsatz kommt es nur zu geringen Beeinträchtigungen.

Ausleuchtung des Monitors bei kurzer Belichtungszeit
Ausleuchtung des Monitors bei kurzer Belichtungszeit
Ausleuchtung des Monitors bei langer Belichtungszeit
Ausleuchtung des Monitors bei langer Belichtungszeit

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert.

Diagramm: Helligkeitsverteilung [%]
Helligkeitsverteilung [%]
Diagramm: Farbreinheit [Delta C]
Farbreinheit [Delta C]

Die Darstellung ist über die gesamte Panel-Fläche hinreichend gleichmäßig. Der ViewSonic VP3481 erzielt hier zwar keine Spitzenwerte, ist aber auch weit von einem schlechten Ergebnis entfernt. Das gilt angesichts von Breite und Krümmung des Panels umso mehr. An dieser Stelle weisen wir darauf hin, dass die Positionen unserer Messungen gegenüber den Anforderungen in ISO 12646 zu den Rändern hin verschoben sind. Wir legen die Messlatte damit ein gutes Stück höher.

Die ab Werk eingemessene Ausgleichsfunktion ist im Modus „Custom“ leider nicht aktiv. In den unter „StandardColor“ gelisteten Modi kann sie dagegen optional zugeschaltet werden. Bei nun besserer Helligkeitsverteilung halbiert sich der Kontrast, während die maximale Leuchtdichte auf 130 cd/m² reduziert wird. Angesichts dieser Einschränkungen nehmen wir die Funktion nicht in unsere Bewertung auf.

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