Test ViewSonic VP3481 – Curved-Allrounder für Filme
4/5

0
28460

Messungen nach Kalibration und Profilierung Teil 2

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Monitor kalibriert (sRGB)
Monitor kalibriert (sRGB)

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Diagramm: Monitor kalibriert (Adobe RGB)
Monitor kalibriert (Adobe RGB)

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit ECI-RGB v2 (farbtransformiert)

Diagramm: Monitor kalibriert (ECI-RGB v2)
Monitor kalibriert (ECI-RGB v2)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Monitorprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Das gelingt für den ViewSonic VP3481 einwandfrei.

In sRGB treten nur wenige Out-of-Gamut-Farben auf. Viele gesättigte Tonwerte in Adobe RGB und ECI-RGB v2 können dagegen nur näherungsweise durch eine Abbildung auf die Farbraumgrenze dargestellt werden. Damit steigt auch die Gefahr von Tonwertabrissen in diesen Bereichen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Hardware-Kalibration

Mittels der Software Colorbration kann der ViewSonic VP3481 kalibriert werden. Da die LUTs der Scaler programmierbar sind, sollte es sich um eine sogenannte Hardware-Kalibration handeln. Als Messgeräte können i1Display Pro sowie i1Pro und i1Pro 2 von X-Rite sowie ViewSonics OEM-Version des i1Display Pro (CS-XRi1) verwendet werden. Ergebnisse und Kalibrations-Ablauf lassen die Möglichkeit offen, dass über eine entsprechende Schnittstelle lediglich die passenden Voreinstellungen getroffen werden und sich dann eine Charakterisierung (Profilierung) ohne Erstellung von Korrekturdaten für die Grafikkarte anschließt. Damit entfällt unter anderem die Messwert-basierte Optimierung der Grauachse über die LUTs des Monitors. Übrig bliebe die „Lightversion“ einer Hardware-Kalibration.

Die Software lag zum Testzeitpunkt in der Version 1.5.1 vor und kann von der Website des Herstellers kostenlos für Windows und macOS heruntergeladen werden.

Alle wichtigen Einstellungen werden auf dem Startbildschirm getroffen. In einer Farbmanagement-fähigen Umgebung wird man in der Regel den nativen Farbumfang nutzen wollen, um die bestmögliche Flexibilität zu erhalten. Eine entsprechende Auswahl ist zwar möglich, allerdings lässt sich darüber hinaus nur noch die gewünschte Leuchtdichte bestimmen.

Alternativ können die farbmetrischen Daten der Primärfarben durch Voreinstellungen oder Eingabe ihrer xy-Normfarbwertanteile definiert werden. Nun ist auch die Anpassung von Weißpunkt und Tonwertkurve (Gammagradationen sowie sRGB-Charakteristik) freigeschaltet. Die Auswahl „Standardwerte verwenden“ führt zu einem Emulationsziel, das den nativen Farbumfang des Monitors überschreitet. Es kommt in diesem Fall zu keinem Gamut-Clipping. Stattdessen treten unschöne Nichtlinearitäten zutage.

Um den Farbumfang über sRGB hinausreichen zu lassen, die volle Kontrolle über die weiteren Kalibrationsparameter zu erhalten und eine störungsfreie Farbreproduktion zu gewährleisten, müssen die Zielwerte möglichst passgenau eingetragen werden.

Nach den Zielvorgaben werden wichtige Profilparameter spezifiziert. Colorbration kann Matrix- und LUT-Profile in den Versionen 2 und 4 erzeugen. Die Profile enthalten ein vcgt-Tag, das normalerweise die Kalibrationstabellen für die LUTs der Grafikkarte enthält. Tatsächlich werden hier aber keine verlustbehafteten Korrekturen gespeichert.

Die Kalibration gestaltet sich aufgrund der umfangreichen Testformen sehr langwierig. Das ist für Monitore so eigentlich nicht nötig, hier könnte deutlich reduziert werden. Gleichzeitig kam es vereinzelt zu Abstürzen der Software.

ViewSonic bietet mit Colorbration+ allerdings eine weitere Variante der Colorbration-Software mit völlig neuem UI an. Der Begleittext führt hier erstmals explizit den Begriff der Hardware-Kalibration auf. Leider hat uns diese Information für den Test nicht rechtzeitig erreicht.

Colorbration im Detail

Monitor-Einstellungen: Benutzerdefinierte Auswahl
Monitor-Einstellungen: Benutzerdefinierte Auswahl
Monitor-Einstellungen: Native Messung
Monitor-Einstellungen: Native Messung
Monitor-Einstellungen: Auswahl Weißpunkt
Monitor-Einstellungen: Auswahl Weißpunkt
Referenzmessfelder
Referenzmessfelder

Reaktionsverhalten

Den ViewSonic VP3481 haben wir in der nativen Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 5 ms (GtG) angegeben. Der ViewSonic VP3481 implementiert eine Overdrive-Funktion, die in drei Stufen („Standard“, „Advanced“, „Ultra Fast“) zugeschaltet werden kann.
Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Der Messwert Color to Color (CtC) geht über die herkömmlichen Messungen von einfarbigen Helligkeitssprüngen hinaus, schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren.

Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Overdrive 60 Hz

60 Hz, ResponseTime „Standard“

Wir ermitteln den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit guten 6,6 ms. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte steigt jedoch auf 25 ms. Der CtC-Wert ist mit 19,2 ms ebenfalls eher hoch. Dafür bleibt der Helligkeitsverlauf (GtG 80–50 %) völlig neutral.

Diagramm 60 Hz, ResponseTime "Standard": Sehr gemächliche Schaltzeiten
60 Hz, ResponseTime „Standard“: Sehr gemächliche Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz, ResponseTime "Standard": Völlig neutrale Abstimmung
60 Hz, ResponseTime „Standard“: Völlig neutrale Abstimmung

60 Hz, ResponseTime „Erweitert“

In der mittleren Stufe verbessern sich die Reaktionszeiten leicht. Das gilt selbst für den Schwarz-Weiß-Wechsel, der sich auf 10,8 ms verkürzt. Die Grauwechsel sinken auf durchschnittlich 16,9 ms. Überschwinger bleiben weiterhin aus. Der CtC-Wert liegt immer noch bei hohen 16,8 ms.

Diagramm 60 Hz, ResponseTime "Erweitert": Messbar schnellere Schaltzeiten
60 Hz, ResponseTime „Erweitert“: Messbar schnellere Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz, ResponseTime "Erweitert": Völlig neutrale Abstimmung
60 Hz, ResponseTime „Erweitert“: Völlig neutrale Abstimmung

60 Hz, ResponseTime: „Ultraschnell“

In der höchsten Stufe erzielt der ViewSonic VP3481 ein noch deutlich besseres Ergebnis. Der Schwarz-Weiß-Wechsel sinkt auf 8,4 ms. Der schnellste Grauwechsel liegt bei 4,9 ms und im Mittel bei 10,4 ms – und das bei einem weiterhin fast völlig neutralen Helligkeitsverlauf. Das ist eine außerordentlich gute Abstimmung.

Diagramm 60 Hz, ResponseTime "Ultraschnell": Messbar schnellere Schaltzeiten
60 Hz, ResponseTime „Ultraschnell“: Messbar schnellere Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz, ResponseTime "Ultraschnell": Völlig neutrale Abstimmung
60 Hz, ResponseTime „Ultraschnell“: Völlig neutrale Abstimmung

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!