Test ViewSonic VP3481 – Curved-Allrounder für Filme

Der neue 34 Zoll Monitor ist vor allem ein guter Allrounder, was durch den Einsatz eines kontraststarken IPS-Panels unterstrichen wird

0
26565

Einleitung

Mit dem VP3481 ergänzt ViewSonic sein Produktportfolio um einen 34 Zoll großen LC-Monitor in gewölbter Ausführung (1800 R). Der Neuzugang reiht sich in die ColorPro-Produktlinie ein. Diese wendet sich an ambitionierte Anwender mit hohen Ansprüchen an eine verlässliche Farbreproduktion.

Dass der US-amerikanische Hersteller eine programmierbare 14-Bit-3D-LUT ausweist, verwundert daher nicht. Wir sind gespannt, ob eine Kalibration über die mitgelieferte Colorbration-Software diesen potenten Unterbau nutzen und für entsprechend optimale Ergebnisse sorgen kann. Die Darstellung erfolgt auf einem kontraststarken MVA-Panel. Es löst mit 3440 x 1440 Pixeln fein genug auf, um als guter Allrounder gelten zu können. Eine konventionelle W-LED-Hintergrundbeleuchtung schränkt den Farbumfang zwar in Richtung sRGB ein. Für viele Anwendungsbereiche reicht die dafür sehr effiziente Durchleuchtung der Pixelmatrix aber aus. Eine Ausgleichsfunktion zur Verbesserung der Flächenhomogenität wurde ebenfalls nicht vergessen.

Den Anspruch, ein weites Anwendungsfeld abdecken zu können, unterstreicht auch die Unterstützung einer variablen Synchronisation (Adaptive Sync). Dem heimischen Spieleabend steht also nichts entgegen. Der Frequenzbereich fällt mit 24 bis 100 Hz erfreulich weit aus.

Eine DisplayHDR-Spezifikation der VESA bleibt dem neuen Modell versagt, trotzdem wird das HDR10-Format eingangsseitig unterstützt. Die technischen Daten lassen erwarten, dass zumindest die VESA-DisplayHDR-400-Variante erreicht würde.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des ViewSonic VP3481.

Testumgebung

Farbmessgeräte: X-Rite i1Pro, X-Rite i1Display Pro
Grafikkarte: EVGA GeForce GTX 1080 Ti
Software: UDACT 2.4, CCalc 2.4

Lieferumfang

ViewSonic liefert den VP3481 mit je einem DisplayPort-, HDMI- und USB-Typ-C-Kabel aus. Letzteres kann sowohl für die Übertragung von Bildsignalen (mitgeführtes DisplayPort) als auch für die USB-Datenverbindung zum Rechner genutzt werden. Ein weiteres USB-Kabel (Typ A auf Typ B), das obligatorische Netzkabel sowie ein Audiokabel mit 3,5-mm-Klinkenstecker komplettieren den Kabelsatz.

Eine CD enthält das Benutzerhandbuch in elektronischer Form. Neben einer Kurzanleitung wurde dem Monitor ein Kalibrationsreport beigelegt.

Optik und Mechanik

Längst ist ein gewölbter Monitor kein Exot mehr – und auch in allen anderen Belangen gibt sich der ViewSonic VP3481 auffällig unauffällig. Mit seinem dunklen, schnörkellosen Kunststoffgehäuse macht er in jeder Arbeitsumgebung eine gute Figur. Durch den dünnen Rand scheint das Panel an drei Seiten fast rahmenlos montiert. Nur der untere Bereich mit den Bedienelementen verbreitert sich. Einen Akzent setzt das zweigeteilte und farblich etwas abgesetzte Standbein, das auf einem massiven (und dementsprechend schweren) Fuß ruht.

ViewSonic VP3481
ViewSonic VP3481

Die Rahmenbreite beträgt zu den Seiten hin etwa 8 mm, wobei der größte Teil nicht auf das Gehäuse, sondern das Frontglas entfällt. Auf dem Schreibtisch beansprucht der ViewSonic VP3481 gut 28 cm. Ohne Standfuß verbleiben rund 5 cm.

Höhenverstellung des ViewSonic VP3481 im Detail
Höhenverstellung im Detail

Die Verarbeitungsqualität ist gut. Größere Spaltmaße können wir auch bei genauerer Betrachtung nicht ausmachen. Praktisch ist der in das Standbein eingelassene Griff, mit dem sich der Monitor trotz seiner Dimensionen und seines Gewichtes leicht und sicher anheben lässt.

Display in der niedrigsten Stellung von vorn
Niedrigste Stellung von vorn
Display in der niedrigsten Stellung von hinten
Niedrigste Stellung von hinten
Display in der höchsten Stellung von vorn
Höchste Stellung von vorn
Display in der höchsten Stellung von hinten
Höchste Stellung von hinten

Der Regelungsbereich der Höhenverstellung umfasst 13 cm. In der niedrigsten Einstellung beträgt der Abstand von der Rahmenunterkante zur Tischoberfläche 11 cm. In der höchsten Position ermitteln wir 24 cm. Die maximale Neigung nach hinten wird bei 21 Grad erreicht. Eine Neigung in Gegenrichtung ist bis etwa 6 Grad möglich. Alternative Befestigungssysteme werden über die VESA-100-Verschraubung mit dem Monitor verbunden.

Maximaler Neigungswinkel des Displays nach hinten
Maximaler Neigungswinkel nach hinten
Maximaler Neigungswinkel nach vorn
Maximaler Neigungswinkel des Displays nach vorn

Der Standfuß erlaubt eine Drehung um 60 Grad in beide Richtungen.

Seitliche Drehung des Displays
Seitliche Drehung

Ein Betrieb in Hochkant-Ausrichtung ist nicht vorgesehen. Dies verbietet sich, abgesehen von der schieren Größe, schon durch die Wölbung des Panels.

Die im Betrieb entstehende Abwärme wird passiv über das Gehäuse mit seinen wenigen Lüftungsschlitzen abgeführt. Hier wirkt sich die effiziente W-LED-Hintergrundbeleuchtung positiv aus.

Rückseite des ViewSonic VP3481 mit den Lüftungsschlitzen
Rückseite des ViewSonic VP3481 mit den Lüftungsschlitzen

Stromverbrauch

Bei einer Leuchtdichte von 140 cd/m² ermitteln wir eine Effizienz von knapp 1,4 Candela pro Watt. Das ist ein ordentlicher Wert, der vor allem auf die W-LED-Hintergrundbeleuchtung zurückzuführen ist. Die sich teils widersprechenden Angaben der verschiedenen von ViewSonic lancierten Datenblätter werden stets unterboten. Lösungen mit mehrfarbigen LEDs oder optimierten Leuchtstoffen erzielen deutlich mäßigere Werte. Dafür fällt dann allerdings auch der Farbumfang entsprechender Monitore deutlich größer aus.

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 74,5 W 51,8 W
140 cd/m² k. A. 26,7 W
Betrieb minimal k. A. 15,5 W
Energiespar­modus 0,5 W 0,4 W
Ausgeschaltet 0,3 W 0 W

Im Energiesparmodus sinkt die Leistungsaufnahme dann auf ein erfreulich niedriges Niveau, an dem auch eine bestehende USB-Verbindung zum Rechner nichts ändert.

Anschlüsse

Der ViewSonic VP3481 nimmt Videosignale über vier Anschlüsse entgegen. Dem Benutzer stehen dabei ein DisplayPort nach Version 1.2, zwei HDMI-Eingänge nach Version 2.0a sowie ein USB-C-Anschluss mit DisplayPort-Implementierung zur Verfügung.

Die Signaleingänge des ViewSonic VP3481
Die Signaleingänge des ViewSonic VP3481

Der integrierte USB-Hub stellt zwei Downstream-Anschlüsse nach Version 3.0 mit USB-A-Buchse sowie einen weiteren Downstream-Port mit USB-C-Buchse bereit. Die Ausgabe von Audiosignalen erfolgt über die beiden eingebauten Lautsprecher oder einen Kopfhöreranschluss.

Bedienung

Die sechs Bedienelemente wurden senkrecht im unteren Rahmen eingelassen. Es handelt sich um echte Tasten mit entsprechend haptischer Rückmeldung. Die Belegung wird als Teil des OSDs nach Betätigung eingeblendet. Damit ist trotz nicht ganz idealer Platzierung eine bequeme Bedienung garantiert.

Die Tasten am unteren Monitorrahmen zur Menüsteuerung (OSD)
Die Tasten zur Menüsteuerung

OSD

Das OSD gliedert sich in sechs Hauptmenüpunkte. Sie ermöglichen eine umfangreiche Abstimmung der Darstellung auch abseits einer Hardware-Kalibration über die Colorbration-Software.

Über einen Helligkeitsregler wird die Intensität der Hintergrundbeleuchtung verändert. Der gewünschte Weißpunkt kann über grobe Voreinstellungen oder drei RGB-Gain-Regler verändert werden. Eine Anpassung der Tonwertkurve ist über den Gammaregler möglich.

Leider offenbar sich im Aufbau des Menüs auch eine große Schwäche des ViewSonic VP3481: Die Schachtelung scheint teils beliebig, und die Optionen wurden stellenweise inkonsistent implementiert. Beispielsweise enthält der Menüpunkt „StandardColor“ diverse fixe Voreinstellungen, unter anderem den wichtigen sRGB-Modus. Die Auswahl des Anwenders wird ausschließlich auf der Ebene eben dieser Kindknoten farblich hervorgehoben. Auf der Ebene des Vaterknotens „StandardColor“ findet sich aber noch die Möglichkeit, in den Modus „Custom“ zu wechseln. Nur hier sind alle Bildparameter verfügbar. Damit wird ein zuvor gewählter Modus unter „StandardColor“ unbemerkt abgewählt. Hier hätte es schon gereicht, auch „StandardColor“ hervorzuheben oder die Modi am besten gleich zusammenzufassen. Denn die Firmware-Ingenieure haben diversen Bildmodi noch einen separaten Hauptmenüpunkt spendiert – obwohl sie mit den bereits angesprochenen Modi in einer Entweder-oder-Beziehung stehen und eigene, konfigurierbare Bildparameter definieren. Die Verwirrung ist vorprogrammiert.

Abgesehen von diesem Fauxpas in Sachen Benutzerführung kann der weitere Aufbau dann aber wieder überzeugen. Gleich vier Skalierungseinstellungen sorgen für die verzerrungsfreie Wiedergabe jeglicher Eingangssignale. Ein mehrstufiger Schärfefilter hebt auf Wunsch Objektkanten hervor. Zudem kann der Dynamikbereich in Bezug auf das Eingangssignal angepasst werden.

Weitere Optionen umfassen die Auswahl der Menüsprache und die mehrstufige Zuschaltung der Pixelbeschleunigung. Eine Ausgleichsfunktion zur Verbesserung der Flächenhomogenität ist leider im Modus „Custom“ nicht verfügbar, ansonsten aber optional.

Die folgenden Bilder zeigen einen Ausschnitt aus der Menüstruktur des ViewSonic VP3481:

OSD: "Input Select"
OSD: „Input Select“
OSD: "Auto Adjust"
OSD: „Auto Adjust“
OSD: "ViewMode"
OSD: „ViewMode“
OSD: "Color Adjust"
OSD: „Color Adjust“
OSD: "Manual Image Adjust"
OSD: „Manual Image Adjust“
OSD: "Setup Menu"
OSD: „Setup Menu“

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!