Test MSI Optix MAG272CQR: Curved-Gaming-Monitor
6/7

11
32171

Subjektive Beurteilung

Abseits des umfangreichen Testparcours, in dem mit nüchternen Zahlen jongliert wird, beschreiben wir, wie sich das Display im praktischen Test schlägt. Dafür haben wir weitere kleine Sichttests durchgeführt und mit dem MSI Optix MAG272CQR eine längere Zeit gespielt, um die Performance und zusätzliche Features zu testen.
Als Testspiel eignet sich sehr gut die Rennsimulation „Project CARS 2“. In der Cockpit-Perspektive, mit Sicht auf die Rennstrecke, kann man die Performance des Displays aufgrund der schnellen Schwenks und der vorbeifliegenden Vegetation sehr gut beurteilen.

Gameplay bei 60 Hz

An Spielekonsolen, die kein Adaptive Sync erlauben, ist der MSI Optix MAG272CQR keine gute Wahl. Bei deaktiviertem Overdrive zeigt das ohnehin schon wenig flüssige Gameplay eine verschmierte Anzeige. Um Abhilfe zu schaffen, muss Overdrive angehoben werden, was wiederum zu starken Überschwingern führt und heftiges Nachleuchten an Objekträndern verursacht.

Anti-Verschwimmen (Anti-Motion-Blur)

Die deutsche Übersetzung für „Anti-Motion-Blur“ im OSD-Menü hört sich mit „Anti-Verschwimmen“ etwas hakelig an. Zu erreichen ist das Feature unter „Gaming -> Anti-Verschwimmen“ und lässt sich sogar bei 165 Hz aktivieren. Die verringerte Leuchtdichte, die zwangsläufig durch die pulsierende Hintergrundbeleuchtung zum Tragen kommt, fällt mit 164 cd/m² unkritisch aus. Die Overdrive-Einstellungen sind bei aktivierter Blur-Reduction ausgegraut und nicht wählbar, aber werkseitig in dem Maße eingestellt, dass hier nur minimales Ghosting zu erkennen ist. Unangenehmer wirkt sich das unterschwellige Microstuttering aus, was wir als ziemlich unangenehm empfanden. Zudem kann die pulsierende Hintergrundbeleuchtung bei empfindlichen Menschen zu Kopfschmerzen führen. Nichtsdestoweniger wird die Bewegungsunschärfe stark abgemildert, was besonders Freunde schneller Shooter gefallen dürfte.

165 Hz + FreeSync

Bei aktiviertem FreeSync erhält man das gewohnt flüssige Gameplay, das bereits bei geringen fps-Raten zum Tragen kommt. Wie bereits im Teil „Reaktionsverhalten“ vermutet, stellt sich auch die maximale Overdrive-Stufe „Am schnellsten“ als unproblematisch dar und zeigt nur minimales Nachleuchten an bewegten Objekten.

Unkritisches Nachleuchten an bewegten Objekten bei maximalem Overdrive
Unkritisches Nachleuchten an bewegten Objekten bei maximalem Overdrive

Zwar gibt es Displays, die das bewegte Bild mit weniger Bewegungsunschärfe darstellen, doch macht sich dies am Gameplay nur minimal bemerkbar und hat uns nicht gestört. Wie bei fast allen Bildschirmen, die über FreeSync verfügen, beginnt die Synchronisation bei 48 Hz.

VRR an NVIDIA-Grafikkarten

Zwar zählt der MSI Optix MAG272CQR nicht zu den G-Sync-Compatible-Displays, doch wir konnten im Gameplay keine Nachteile gegenüber AMD-Grafikkarten erkennen.

HDR

Im OSD-Menü ist unter der Kategorie „Professional -> Pro Mode“ die Einstellungsebene „HDR“ zu finden. Wird dieser Modus aktiviert, erkennt man in den Grundeinstellungen einzig eine Überschärfung des Bildes. Diese kann zwar durch den Schärferegler wieder heruntergesetzt werden, doch dann ist überhaupt kein Effekt mehr sichtbar. Damit ist dieser Modus direkt unbrauchbar. Wird ein Spiel mit HDR-Unterstützung gewählt, erscheint auf dem Display die Meldung „HDR“, was bedeutet, dass der Bildschirm HDR-Inhalte erkennt und entgegennimmt. Leider ist auch hier nahezu kein Effekt erkennbar. Das liegt einfach an der viel zu geringen maximalen Leuchtdichte von nur 328 cd/m². Daher wurde der Proband auch nicht vom VESA-Konsortium zertifiziert, da hier die untere Grenze für eine DisplayHDR-400-Zertifizierung bei 400 cd/m² Leuchtdichte erreicht werden muss. Aus anderen Tests wissen wir aber bereits, dass auch dann noch kein ordentliches HDR-Erlebnis zustande kommt.

Sound

Lautsprecher wurden dem MSI Optix MAG272CQR nicht spendiert.

DVD und Video

Für HD-Zuspieler wie BD-Player, Spielkonsolen oder HD-Receiver verfügt das Display über zwei HDMI-Anschlüsse. Falls angeschlossen, wird der Ton an die Kopfhörer weitergeleitet.

Es steht zwar ein Kinomodus zur Auswahl, doch hat dieser kein bestimmtes Profil, sondern kann komplett angepasst und nach den eigenen Bedürfnissen eingestellt und gespeichert werden. Der MSI Optix MAG272CQR liefert bereits in den Grundeinstellungen mit rund 6300 K ein ordentliches Bild. Dunkle Passagen werden durch das hohe Kontrastverhältnis gut durchzeichnet und auch Hauttöne gesund dargestellt. Zudem wirkt das Bild durch den erweiterten DCI-P3-Farbraum etwas farbenfroher.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Zugespieltes Material in Full HD und „HD ready“ wird richtig erkannt und folgerichtig als Vollbild dargestellt. Auch SD-Material stellt das Display mit Balken an den Seiten auf die volle Panel-Höhe korrekt dar.

Angeschlossen an einen HDTV-Receiver, werden auch Interlaced-Signale bei 1080i angenommen, jedoch kann man ein leichtes Zittern erkennen, was uns nach kurzer Zeit zum Ausschalten veranlasste.

Am Computer ist der MSI Optix MAG272CQR sehr flexibel, was die Bildwiederholungsrate betrifft. An HDMI zeigt sich der Monitor wählerisch. Ein 24-Hz-Support wird nicht geboten. BDs werden bei 60 Hz und DVDs bei 50 Hz abgespielt.

Overscan

Overscan bietet der MSI Optix MAG272CQR nicht an.

Farbmodelle und Signallevel

Der MSI Optix MAG272CQR verarbeitet an den HDMI-Schnittstellen RGB- und YCbCr-Signale. Angeschlossen an einen BD-Player, wird automatisch Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt. So werden Weiß- und Schwarztöne richtig dargestellt und zeigen kein flaues Bild. Sollte dies allerdings einmal nicht passen, gibt es im OSD-Menü keine Möglichkeit, darauf zu reagieren.

11 KOMMENTARE

  1. Moin Herr Oliver Jachmann, ich brauche hilfe bei der einstellung des monitor (farbe usw). Ich kenne sonst kein der sich so gut mit monitoren auskennt wie sie,ich würde mich sehr freuen, wenn es möglich wäre wenn sie zeit dafür hätten. Danke

      • Ja ich weiß,Entschuldigung Herr Jachmann ,aber schön dass sie geantwortet haben. Es geht um die farbeinstellung allgemein,bekomme das nicht so auf die reihe und danke Herr Jachmann sehr net von ihnen Ps:Kommt auch nicht wieder vor XD Danke

        • was möchtest Du denn einstellen? Bevor ich helfen kann, muss ich doch zunächst einmal wissen, was das Problem ist. Der Monitor arbeitet grundsätzlich im erweiterten Farbraum. Um etwas mehr Neutralität zu erreichen ist ein Kalibriergerät erforderlich. Um etwas an den Farben zu ändern, muss mit den RGB-Gain Reglern auf Sicht experimentiert werden. Aber Vorsicht, Farben reagieren bei Veränderungen an den Reglern immer in Abhängigkeit voneinander. Da sollte man schon wissen was man da tut, ansonsten verschlimmbessert man das Ergebnis in der Regel nur.

          • Entschuldigung konnt nicht Antworten war im Krankenhaus,nun zu meiner frage nochmal beste einstellunge für rektionszeit ,bildoptimierung, Farbtemperatur zb.rektionszeit:Normal oder schnell

  2. Hallo ich selbst habe mir den Monitor bestellt. Aber bin von der Farbwiedergabe und dem Flackern bei Freesync nicht begeistert.

    • Hallo Jens,
      sicherlich ist die Farbdarstellung aufgrund des erweiterten Farbraums gewöhnungsbedürftig und erstmal befremdlich. Das wurde aber so auch im Test kommuniziert. Du sprichst von einem Flackern bei Freesync?!? Flackern konnte ich nicht feststellen, sondern unterschwelliges Stuttering bei Blur-Reduction. Was hast Du für eine Grafikkarte und ist der Treiber aktuell? Ist da ein ständiges Flackern, oder nur bei bestimmten Spielen?

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hallo das Flackern hatte ich immer bei hohen Frequenzen, ich habe eine RX5500 Sapphire Grafikkarte.
        Das flimmern/Flackern trat zum Beispiel bei Shadow of the tombraider auf (beim Benchmarktest), aber auch bei Fallen Order.

  3. Danke für den Test. Bitte auch den DELL S32 testen. Wäre interessant ihn mit dem MSI 32 Zoll zu vergleichen (sollte ja ähnlich dem hier getesteten 27 Zoll sein?)

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!