Test NEC E273F: Energie­effi­zienter Office-Monitor
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27 Zoll großer Büro-Monitor der MultiSync-Serie begeistert mit einem sparsamen Energieverbrauch sowie einer guten Farbreinheit und Helligkeitsverteilung

Messungen vor Kalibration und Profilierung

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "Originalfarben"
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Originalfarben“

Bezogen auf die Delta-C-Abweichungen liefert der NEC E273F in der Werkseinstellung zunächst ein gutes Ergebnis. Den Weißpunkt messen wir mit 6900 K. Wenig begeistern kann aber das Gamma. Der Verlauf wirkt zwar zunächst noch an die sRGB-Norm angepasst – bis er ab 90 % plötzlich zum Höhenflug ansetzt. Auch im Durchschnitt ist das Gamma ungewöhnlich hoch und lässt sich im OSD leider nicht anpassen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "sRGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Der Gammaverlauf und das zu hoch liegende Gamma bleiben im sRGB-Modus unverändert. Wie wir bereits zuvor bei den Farbraumgrafiken gesehen haben, wurde der Farbraum auch nicht besser zugeschnitten. Die hohen Farbabweichungen können daher nicht überraschen. Im Durchschnitt liegt das Delta E94 bei 3,69 %, im Maximum sogar bei 6,3 %.

Lediglich die Farbtemperatur wurde hier etwas besser an die D65-Norm angepasst, wir messen sie mit 6600 K. Da sich im Gegenzug aber die Graubalance verschlechtert und im Durchschnitt wie auch bei der Range nur noch zufriedenstellende Werte erreicht, kann man den sRGB-Modus nicht empfehlen. Besser, man bleibt gleich in der Werkseinstellung.

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Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: „User“
Helligkeit: 49
Kontrast: 50
Gamma: Keine Einstellmöglichkeit
Farbtemperatur: „User“
RGB: 100/100/98
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Ein

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der NEC E273F zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht.

Die Graubalance und die Farbwerte sind gleichermaßen sehr gut. Ein derart gutes Ergebnis bei der Kalibrierung ist nicht nur für einen Büro-Monitor ungewöhnlich und ein Zeichen dafür, dass sich das Gerät sehr gut kalibrieren lässt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.

Mittels Kalibrierung lässt sich die Graubalance sogar auf ein sehr gutes Niveau bringen. Auch die Farbabweichungen sind trotz der nur befriedigenden Farbraumabdeckung im Durchschnitt gut (Delta-E94-Average: 1,17). Selbst die Maximalabweichung im Bereich Rot bleibt mit einem Delta E94 von 3,9 noch im Rahmen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 6 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Hier gibt es die Möglichkeit, die Funktion ein- oder auszuschalten. Ab Werk ist der Overdrive aktiv.

60 Hz, Overdrive „Aus“

Bei ausgeschaltetem Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 13,6 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 13,2 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 20,9 ms und der CtC-Wert wird mit 20,4 ms ermittelt.

Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist sehr neutral.

Das Schaltzeiten-Diagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Ein“

In der Werkseinstellung „Ein“ werden die Schaltzeiten dagegen deutlich verkürzt. Der Schwarz-Weiß-Wechsel benötigt nur noch 10,4 ms und der schnellste Grauwechsel verkürzt sich sogar auf nur 5 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte ist mit 9,7 ms ebenfalls recht flott. Das Gleiche gilt für den CtC-Wert, der nur noch 4,4 ms beträgt.

Kritische Farbübergänge bauen sich somit in der Werkseinstellung schnell auf. Insgesamt werden hier sehr kurze Reaktionszeiten erreicht. Im Gegenzug muss man allerdings Überschwinger in Kauf nehmen.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Ein“): schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Ein“): schnelle Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Ein“): teils größere Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Ein“): teils größere Überschwinger
Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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