Test Philips 272B7QUPBEB mit USB-C-Dockingstation
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Bildqualität

Sowohl der Panel-Rahmen als auch die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugen nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm. Auffällig waren bei unserem Testgerät drei bis vier helle Flecken im unteren Drittel, etwa in der Mitte des Displays. Diese Flecken entstehen ganz offensichtlich unterhalb der Display-Oberfläche und sind deutlich größer als die üblichen Pixelfehler. Der Durchmesser liegt bei etwa 2 bis 3 mm. Interessanterweise verschwinden die Flecken beim Schwarzbild völlig und sind umso deutlicher zu sehen, je heller der Bildinhalt ist – am deutlichsten bei einem weißen Bild.

Das mag ein Ausrutscher bei unserem Testgerät sein, wirft im Gesamtkontext hinsichtlich Qualitätskontrolle bei Philips/MMD aber doch Fragen auf.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: SmartImage: Aus
Helligkeit: 100
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500
RGB:
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: aus

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Der Grauverlauf ist in der Werkseinstellung nahezu einwandfrei. Der Verlauf wie auch die einzelnen Abstufungen wirken völlig farbneutral. Wir konnten weder Banding noch Farbschimmer beobachten.

Graustufendarstellung des Philips 272B7QUPBEB
Graustufen

Bei der Graustufen-Darstellung sind die hellsten Stufen vollständig und die dunkelsten zumindest bis einschließlich Stufe 5 noch gut zu erkennen. Die Blickwinkelneutralität ist dabei relativ gut. Auch wenn sich in dunkleren Bereichen leichte Schwächen aufgrund von Aufhellung und Spiegelung zeigen, so bleibt die Zeichnung dennoch in den hellen Bereichen vollständig und in den dunklen Bereichen weitgehend erhalten.

Feine Grau- und Farbverläufe sind frei von Banding-Effekten und wirken auch in der Vertikalen sehr gleichmäßig. Problematisch ist dabei aber die Aufhellung an den Ecken, vor allem in der Ecke links unten.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Die Ausleuchtungsschwäche in der Ecke links unten wird erst recht im Schwarzbild-Test deutlich. Generell sieht man auch bei zentrierter Sitzposition Einstrahlungen an den Rändern, die eindeutig nicht durch den Blickwinkel bedingt sind. Auch wenn man genau lotrecht auf diese Stellen schaut, kann man sie nicht völlig zum Verschwinden bringen.

Am stärksten fällt die großflächige Einstrahlung in der Ecke links unten auf. Sie kann bei der EBV und bei Videos stören, zumal sie sich auch durch Herunterregeln der Helligkeit (ab Werk auf 100 %) nicht wesentlich abschwächen lässt. Ansonsten sind die Einstrahlungen zumindest farbneutral.

Sobald man die mittige Sitzposition verlässt, zeigt sich die auch von anderen IPS-Panels bekannte Aufhellung der gesamten Display-Fläche. Bei rein horizontalen Blickwinkeln sind es primär zwei Streifen oben und unten. Sobald auch noch ein leichter Winkel in der Vertikalen dazukommt, hellt sich das gesamte Display deutlich auf.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des Philips 272B7QUPBEB
Helligkeits- und Kontrastverlauf des Philips 272B7QUPBEB

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 327 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 80 cd/m². Die Herstellerangabe von 350 cd/m² erreichen wir erst nach der Kalibrierung. Das ist insofern überraschend, da sie hier normalerweise eher sinkt.

Die Minimalhelligkeit steigt nach der Kalibrierung ebenfalls leicht auf 85 cd/m². Das ist ein vergleichsweise hoher Wert, der dennoch auch in absoluter Dunkelheit ein augenschonendes Arbeiten ermöglichen sollte.

Das Kontrastverhältnis des IPS-W-LED-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei ausgezeichneten 1118:1. Bei 140 cd/m² liegt der Schwarzwert bei nur 0,12 cd/m² – das ist vor allem für ein IPS-Panel ein erstklassiger Wert.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Die Maximalabweichung ist mit 14,25 % bei der Helligkeitsverteilung zwar noch gut, den Durchschnittswert von 8,84 % können wir aber nur noch als zufriedenstellend werten. Besser sieht es bei der Farbhomogenität aus. Sie ist sowohl im Durchschnitt (Delta-C-Average: 1.24), als auch bei der Maximalabweichung (Delta-C-Maximum: 2.57) gut.

Für einen nicht speziell für die EBV beworbenen Monitor sind das zwar recht gute Ergebnisse, subjektiv sind die Schwächen bei der Homogenität aber auch mit freiem Auge ganz gut zu erkennen.

7 KOMMENTARE

  1. Hi Manuel.
    Do you have the icc file after your calibratión. I have this Philips and would be great to apply your icc on muy computer.
    Thanks from Spain.

  2. „Und Funkempfänger für eine schnurlose Maus vertragen sich in der Regel nicht mit USB-3.0-Geräten.“

    Könnt ihr bitte darauf mal genauer eingehen? Ich planen einen Monitorkauf mit USB Hub und die meisten haben ja USB 3.0. Verwenden möchte ich den Hub für Funkmaus und Kopfhörer. Warum vertragen sich die Empfänger nicht mit USB 3.0? Danke.

    • Das ist ein altbekanntes Problem, das mit dem Philips an sich nichts zu tun hat. USB 3.0 überträgt Daten mit bis zu 5 Gigabit/Sekunde. Die Basisfrequenz beträgt dabei 2,5 GHz. Das liegt sehr nahe am 2,4 GHz-Funk-Band. Kabel, Buchsen und Geräte können daher hochfrequente Signale abstrahlen und andere Geräte stören (Funkmaus, -Tastatur, Kopfhörer, 2,4 GHz-WLAN, etc.)
      Bei guter Schirmung sollte das Problem eigentlich nicht auftreten und bei neueren Motherboards behoben sein. Ist es aber oft nicht. Das bereits beim Microsoft Surface Book 1 im Netz monierte Problem, konnte ich kürzlich auch beim Surface Book 2 eindeutig feststellen. Viele wissen das nicht und wundern sich, wieso (nach dem Anstecken eines USB-3.0-Sticks) der Rechner plötzlich ständig laggt (obwohl die Prozessor-Auslastung annähernd 0 ist). Das teils unerträgliche Ruckeln des Mauszeigers liegt aber nur daran, dass die Funkverbindung gestört wird.
      Abhilfe schafft hier meist nur ein Verlängerungskabel (bzw. ein USB-2.0-Hub). Logitech hat eine Zeitlang solche Verlängerungen seinen Schnurlos-Geräten beigelegt. Den Funkempfänger in einer USB-3.0-Buchse des Monitors direkt anzustecken ist generell keine gute Idee. Sobald man ein daneben angestecktes USB-3.0-Gerät nützt, wird auch der Funk gestört.

      • Vielen Dank für die Antwort. Diese Thematik ist an mir komplett vorbei gegangen, entsprechend erstaunt bin ich gerade wie prominent das doch ist, wenn man mal googelt. Da wurde ja bei der Entwicklung von USB 3.0 doch etwas geschlampt und man hätte eine andere Frequenz nehmen sollen.
        Wenn ich dann an dem Hub meine Funkempfänger mit Hilfe eines USB Kabels anschließen möchte, um die Störung zu umgehen, darf das dann ein USB 3.0 Kabel sein oder setzt sich die Problematik dann, nur örtlich versetzt, fort? Ist dann ein USB 2.0 Kabel notwendig?

        • Die Frequenz ist durch die Übertragungsrate 5 GB/s bedingt. Geschlampt wird da vermutlich eher bei der Schirmung. Möglicherweise ist das in der Nähe der Ports auch nicht besser realisierbar.

          Das Kabel ist egal. Ein USB-3.0 Kabel sollte generell besser geschirmt sein. Wenn Du aber an den Monitor einen HUB anschließt, wäre für Funk-Geräte, sofern sie auch nur USB-2.0 können, einen USB 2.0-Hub zu verwenden. Sonst ja, das Problem wird dann örtlich nur versetzt.

          Wenn an einem USB-3.0-Hub neben einem Funk-Empfänger ein USB-3.0-Stick angeschlossen ist, tritt das Problem übrigens erst auf, wenn man auch tatsächlich auf den Stick zugreift. Das Bedienen des Datei-Explorers kann dann aber äußerst mühselig werden…

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