Test Philips 329P9H – sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 343 cd/m². Das liegt im Rahmen der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit nur auf ein Minimum von 80 cd/m². Die Minimalhelligkeit ist damit beim Philips 329P9H ungewöhnlich hoch.

Diagramm: Helligkeits- und Kontrastverlauf des Philips 329P9H
Helligkeits- und Kontrastverlauf des Philips 329P9H

Nach Kalibrierung steigt die Maximalhelligkeit sogar etwas und erreicht 358 cd/m². Die Minimalhelligkeit liegt bei 84 cd/m². Für das Arbeiten in sehr dunklen Umgebungen ist der Philips 329P9H damit zwar nicht mehr sehr flexibel, aber aus unserer Sicht immer noch geeignet.

Das Kontrastverhältnis des IPS-W-LED-Panels gibt der Hersteller mit 1300:1 an. Gemäß unseren Messungen wird die Herstellerangabe sogar noch übertroffen und liegt nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei ausgezeichneten 1387:1.

Bildhomogenität

Daigramm: Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Diagramm: Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Ganz offensichtlich weniger gut gelungen ist beim Philips 329P9H die Bildhomogenität. So richtig gleichmäßig wirkt das Display weder in puncto Helligkeit noch bei der Farbhomogenität. Hier ist links von der Bildmitte bei genauem Hinsehen eine rötliche Wolke zu sehen.

Die Messewerte bestätigen den subjektiven Eindruck. Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 11,86 % und einer Maximalabweichung von 20,9 % nur zufriedenstellend. Die Farbhomogenität kratzt aufgrund der Maximalabweichung sogar schon an einer schlechten Wertung (Delta-C-Average: 2.02, Delta-C-Maximum: 4.49).

Abhilfe könnte unter den SmartImage-Modi die Option „SmartUniformity“ schaffen. Sie soll die Bildhomogenität sowohl bei den Farben, als auch bei der Helligkeit verbessern. Die Funktion zeigte im Test aber keine echte Wirkung. Beim Zuschalten konnten wir zwar visuell eine geringfügige Veränderung am Display erkennen, unsere Messwerte sind aber trotzdem auch hier völlig identisch.
Für die EBV ist der Philips 329P9H daher nicht die erste Wahl.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des Philips 329P9H
Coating des Philips 329P9H
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der Philips 329P9H besitzt eine leicht abgestumpfte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion. Das erklärt auch das unterdurchschnittliche Abschneiden bei der Entspiegelung.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Philips verwendet beim 329P9H ein IPS-Panel mit White-LED-Hintergrundbeleuchtung.

Horizontale und vertikale Blickwinkel vom Panel des Philips 329P9H
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Die Blickwinkelstabilität ist erwartungsgemäß auch bei extremeren Blickwinkeln vor allem bei den Farben sehr gut. Wahrnehmbar sind vor allem die verminderte Helligkeit und eine etwas schlechtere Zeichnung in dunklen Bildbereichen. Das liegt primär an der beim Schwarzbild am besten zu erkennenden Aufhellung dunkler Bildbereiche. Beim Graustufen-Testbild werden dadurch mehrere Stufen abgeschnitten. In hellen Bereichen bleibt die Zeichnung dagegen gut erhalten. Änderungen bei der Farbtemperatur sind – wenn überhaupt – nur bei extremen horizontalen Blickwinkeln minimal zu erkennen.

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen. Die Standardeinstellung 50 haben wir für den Test so belassen.

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

An Skalierung abweichenden Formaten hat das OSD die Optionen „Breitbild“, „4:3“ und „1:1“ parat. Eine pixelgenaue 1:1-Darstellung ist damit zwar in jedem Fall möglich, eine verzerrungsfreie Streckung auf die maximale Bildgröße aber abseits vom nativen 16:9-Format nur teilweise.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

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