Test Philips 329P9H – sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
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Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Die folgenden Grafiken zeigen zunächst die Farbraumabdeckung nach der Software-Kalibrierung. Der sRGB-Farbraum wird nicht nur vollständig abgedeckt, sondern stellenweise sogar deutlich übertroffen.

Ohne Kalibrierung bzw. außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen bekommt man daher teils kräftigere Farben zu sehen, als eigentlich im Quellmaterial vorhanden wären.

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Gut versteckt ist beim Philips 329P9H auch ein sRGB-Modus vorhanden. Man findet ihn nicht erwartungsgemäß unter den „SmartImage“ getauften Bildmodi, sondern als Option bei der Farbtemperatur. Das ist reichlich irreführend, da hier nicht nur die Farbtemperatur besser an die sRGB-Norm angepasst, sondern auch der native Farbraum entsprechend beschnitten wird. In den Grafiken unten ist das im Vergleich gut zu sehen.

Außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen ist der sRGB-Farbraum daher die beste Option.

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 99 % 100 %
Adobe RGB 73 %
ECI-RGB v2 66 %
DCI P3 RGB 77 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 90 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: Aus
Helligkeit: 100
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: k. A.
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: Aus
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Aus

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Aus“
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Aus“

Der Philips 329P9H liefert in der Werkseinstellung nur ein befriedigendes Ergebnis. Das gilt sowohl für den Durchschnitt als auch für die Range. Der Weißpunkt ist passend zur letzten Game-of-Thrones-Staffel mit 8400 K schon wirklich winterlich kühl eingestellt. Die sRGB-Norm liegt bei 6500 K. Der Gammawert liegt bei 2,13 und verläuft annähernd linear.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Wie bereits bei der Farbraumabdeckung beschrieben, besitzt der Philips 329P9H etwas versteckt auch einen dedizierten sRGB-Modus. Hier kann der Proband sogar mit einer ausgezeichneten Graubalance glänzen. Im Durchschnitt sind die Farbwerte ebenfalls sehr gut, allerdings sehen wir im Extrem auch Ausreißer. Ferner ist die Farbtemperatur mit 7400 K immer noch erheblich zu kühl, und der Gammaverlauf ist nur recht leidlich an die Norm angepasst. Das zeigt sich ebenso beim Durchschnittswert, der mit 2,08 schon signifikant nach unten abweicht.

Für einen unkalibrierten Monitor ist das Ergebnis dennoch recht ansprechend. Wer seinen Bildschirm nicht kalibriert, findet hier die beste Option für EBV-Aufgaben.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Aus
Helligkeit: 20
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: Benutzerdefiniert
RGB: 100/97/92
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: Aus
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Aus

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der Philips 329P9H zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist gut, die Farbwerte sind sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Die Farbwerte sind ausgesprochen gut und zeigen keine nennenswerten Ausreißer mehr. Lediglich die Range bei der Graubalance verwehrt ein sehr gutes Gesamtergebnis.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Den Philips 329P9H haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Hier gibt es die Stellungen „Aus“, „Schnell“, „Schneller“ und „Am schnellsten“. Als Standardwert ist „Aus“ voreingestellt.

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