Test Philips 329P9H – sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
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Anschlüsse

Mit Anschlüssen ist der Philips 329P9H sehr großzügig ausgestattet. Für Video- und Audiosignale stehen zweimal HDMI 2.0, einmal DisplayPort 1.2 und einmal USB-C 3.1 Gen 2 zur Verfügung.

Der USB-C-Eingang dient zugleich als Upstream für den USB-Hub und kann angeschlossene Geräte mit bis zu 65 Watt mit Strom versorgen. Ein zweiter DisplayPort dient als Ausgang für das Daisy-Chaining. An allen Signaleingängen wird HDCP 2.2 (HDMI/DP/USB-C) unterstützt.

Der Philips 329P9H verfügt ferner über eine integrierte USB-C-Dockingstation. Mit nur einem USB-C-Kabel können alle Peripheriegeräte wie Tastatur und Maus und der RJ-45-Gigabit-LAN-Anschluss verbunden werden. Der USB-3.1-Hub verfügt über vier Downstream-Ports – einer davon ist mit Schnellaufladungs-BC 1.2 ausgestattet.

Anschlüsse des Philips 329P9H
Anschlüsse

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über fünf Multifunktionstasten, die versteckt auf der Rückseite angebracht sind. Sie befinden sich in einer angenehmen Höhe und lassen sich auch leicht ertasten. Die Power-Taste ist zwar etwas größer als die übrigen Tasten, dennoch muss man hier am Anfang etwas aufpassen, um nicht versehentlich das Gerät auszuschalten.

Ansonsten genügt ein beliebiger Tastendruck der anderen Tasten, um die Funktionsübersicht der Direktwahlmöglichkeiten aufzurufen. Im Hauptmenü dienen die Tasten der Navigation. Alle haben einen klaren Druckpunkt und fühlen sich bei der Bedienung sehr wertig an.

Tasten und Bedienung des Philips 329P9H
Tasten und Bedienung

OSD

Das OSD ist optisch eher nüchtern und funktional gehalten. Leider wurde es nicht an die 4K-Auflösung angepasst und wirkt daher stellenweise recht pixelig. Der Bedienung und dem zweifellos sehr großen Funktionsumfang tut das natürlich keinen Abbruch.

Bis auf ein paar kleine Fallstricke findet man sich auch ohne Handbuch intuitiv zurecht. Weniger gut gefallen hat uns das unnötige Verstreuen auf sage und schreibe zwölf Hauptmenü-Ebenen, die man erst durch vertikales Scrollen vollständig erreicht. Manche Funktionen wie „Picture“ und „Color“ hätte man auch unter handlichen Gesichtspunkten besser zusammenfassen können. Das gilt erst recht für den Power- und Lichtsensor, deren Option zum Ein-und-aus-Schalten gleich jeweils einen eigenen Hauptmenüpunkt belegt.

OSD: SmartImage-Bildmodi (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: SmartImage-Bildmodi (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: Struktur des OSDs (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: Struktur des OSDs (Screenshot Handbuch Philips)

Eine durchgängige Logik ist bei der Verteilung der OSD-Funktionen über die Hauptmenüpunkte leider auch nicht überall zu erkennen. Beispielsweise ist die Option zur Verbesserung der Gleichförmigkeit unter „SmartImage“ untergebracht. Die Optionen dort erinnern ansonsten eher an die üblichen Bildmodi.

OSD: Power-Sensor (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: Power-Sensor (Screenshot Handbuch Philips)
Lichtsensor: Bildeinstellungen (Screenshot Handbuch Philips)
Lichtsensor: Bildeinstellungen (Screenshot Handbuch Philips)

Den sRGB-Modus finden wir dagegen unter „Color“, wo sonst eigentlich nur die Farbtemperatur angepasst wird. Tatsächlich handelt es sich hier aber um einen echten sRGB-Modus, der auch den erweiterten Farbraum auf die Norm zuschneidet. Das auf den ersten Blick sehr nutzerfreundlich illustrierte Handbuch lässt bei wirklich erklärungsbedürftigen Funktionen dann entsprechende Detail-Erklärungen vermissen.

OSD: PiP/PbP (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: PiP/PbP (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot Handbuch Philips)

Unglücklich ist ferner, dass das relativ große OSD nicht wie üblich am Rand, sondern genau in der Bildmitte platziert ist und sich zudem nicht verschieben lässt. Da Philips bzw. MMD mit dem Gerät auch professionelle Grafiker ansprechen will, wäre das eigentlich selbstverständlich. Denn das OSD befindet sich so genau dort, wo man für die Software-Kalibrierung auch den Sensor anbringt.

Hat man im Blindflug trotzdem die notwendigen Regler gefunden, verschwindet das große Fenster glücklicherweise zugunsten von schmalen Fortschrittsbalken, die sich nicht mit dem Sensor überlagern. Eine Kalibrierung ist somit zwar etwas umständlich, aber dennoch möglich.

Sieht man davon ab, dass man öfter Funktionen über Trial & Error erkunden muss, sind Bedienung und OSD in Summe trotzdem ordentlich.

Bildqualität

Der schmale Panel-Rahmen ist matt und verursacht keine störenden Reflexionen. Auch bei Oberfläche des Panels selbst ist eine Entspiegelung vorhanden, die aber eher unterdurchschnittlich ausfällt.

Beim Reset (Werkseinstellungen) stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Aus
Helligkeit: 100
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: k. A.
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: Aus
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Aus

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Bei der subjektiven Begutachtung in der Werkseinstellung erscheinen die Graustufen nicht völlig neutral. Die hellen Stufen werden nach oben hin wärmer (gelblich). Die mittleren Tonwerte wirken dagegen ziemlich neutral.

Die hellsten Stufen lassen sich vollständig unterscheiden, die dunkelsten gerade noch bis einschließlich Stufe 5. Die Blickwinkelneutralität ist in den hellen Bereichen gut. In den dunklen Bereichen geht bei extremeren Blickwinkeln sichtbar Zeichnung verloren.

Hinsichtlich Farbtemperatur ist der Philips 329P9H ganz offensichtlich merklich kühler als die sRGB-Norm eingestellt. Die Grauverläufe sind ansonsten okay, auffällig ist lediglich die rechte hart wirkende Trennung zu reinem Weiß.

Graustufendarstellung des Philips 329P9H
Graustufen

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Auch bei mittiger Sitzposition sind deutliche Aufhellungen in den Ecken zu sehen. Sie sind zudem nicht rein Blickwinkel-bedingt. Einstrahlungen finden wir am rechten Rand und am Rand unten vor allem auf der rechten Bildhälfte. Sie sind aber nicht sehr stark und ragen auch nicht sehr weit in das Bild hinein.

Sobald man von der mittigen Sitzposition abweicht, wird eine sehr deutliche Aufhellung über die gesamte Bildfläche sichtbar. Das ist bei einem IPS-Panel nicht ungewöhnlich. Sie fällt beim Philips 329P9H aber überdurchschnittlich stark auf.

Die Aufhellungen sind auch nicht vollständig farbneutral. Unten ist eine Tendenz zu Rot zu erkennen. Die Ausleuchtung kann daher insgesamt gerade so zufriedenstellen.

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