Test Philips 329P9H – sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
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Overdrive

60 Hz, Overdrive „Aus“

In der Werkseinstellung ist der Overdrive abgeschaltet. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 20 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 16,6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 26,2 ms, und der CtC-Wert wird mit 22 ms ermittelt.

Insgesamt sind das also erwartungsgemäß recht gemächliche Werte. Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist sehr neutral.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schneller“

Der Philips 329P9H kann aber auch „schneller“ und verkürzt mit eingeschaltetem Overdrive die Schaltzeiten recht effektiv. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 16,8 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 13,6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 16,6 ms. Ein CtC-Wert von 10 ms ist bereits gut.
Erfreulicherweise sind auch hier kaum Überschwinger auszumachen. Die Abstimmung bleibt fast vollständig neutral.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Schneller“): ordentliche Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schneller“): ordentliche Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Schneller“): keine Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Schneller“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

In der maximalen Overdrive-Stufe kann der 329P9H teilweise nochmals spürbar zulegen. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 18,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 10 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt jetzt 12,6 ms. Der CtC-Wert kann sich ebenfalls noch mal auf 6,4 ms verbessern.

Überschwinger werden jetzt zwar sichtbar, bleiben aber immer noch in einem akzeptablen Rahmen.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Am Schnellsten“): flotte Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Am Schnellsten“): flotte Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Am Schnellsten“): akzeptable Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Am Schnellsten“): akzeptable Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Aus"
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Schneller"
60 Hz, Overdrive „Schneller“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Am schnellsten"
60 Hz, Overdrive „Am schnellsten“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. In der höchsten Overdrive-Stufe kann der Philips 329P9H mit recht flotten Reaktionszeiten glänzen, ohne dass man dabei allzu große Einbußen bei der Bildqualität befürchten muss. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 6,3 ms durchaus brauchbar. Leider fällt die Signalverzögerung mit 25 ms aber sehr groß aus und macht die Gaming-Tauglichkeit des Gerätes wieder zunichte. Insgesamt beträgt die Latenzzeit stolze 31,3 ms.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des Philips 329P9H arbeitet mit „White LED“ und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längeres Arbeiten geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Bereits die Messungen zeigen sehr deutlich, dass sich der Philips 329P9H nur sehr bedingt als Gaming-Monitor eignet. Aufgrund der hohen Signalverzögerung kann daran auch der gut wirksame Overdrive nichts ändern.

Für den Betrieb als Allrounder scheint uns die Overdrive-Stufe „Schneller“ den besten Kompromiss aus Reaktionszeit und Bildqualität darzustellen. Das Gerät ist vor allem auf Produktivität und Office-Einsätze ausgerichtet und zeigt hier in puncto Reaktionsverhalten keine sichtbaren Schwächen.

Sound

Der Philips 329P9H hat zudem zwei Stereo-Lautsprecher integriert. Mit zweimal 3 Watt ist die Ausgangsleistung zwar vergleichsweise hoch, viel zu spüren ist davon aber nicht – obwohl der Lautstärkeregler ab Werk mit 80 % schon recht hoch eingestellt ist. Allzu hohe Erwartungshaltungen an Volumen und Klangqualität sollte man daher nicht haben. Zur Wiedergabe der Systemklänge reicht es allemal.

Integrierte Lautsprecher des Philips 329P9H
Lautsprecher

Tonsignale kann der Philips 329P9H an allen Eingängen entgegennehmen, die auch für Videosignale geeignet sind. Sie werden dann wahlweise über die integrierten Lautsprecher wiedergegeben oder an den Kopfhörer-Ausgang weitergeleitet.

DVD und Video

Mit einer Display-Diagonalen von 32-Zoll und 4K-Auflösung ist der Philips 329P9H auch als TV-Ersatz eine Option. HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse angeschlossen werden. Eine 24p-Wiedergabe beherrscht das Gerät aber nicht, sodass man bei entsprechenden Szenen mit Mikrorucklern rechnen muss.

Wem die Werkseinstellung für die Filmwiedergabe zu kühl ist, der sollte es mit dem sRGB-Modus versuchen. Ansonsten gibt es zur Videowiedergabe auch ein Werks-Preset „Film“, das aber Geschmackssache ist.

Die Bildqualität ist bei der Videowiedergabe erwartungsgemäß sehr gut. Die etwas kräftigeren Farben im nativen Farbraum dürften für die meisten eher als Mehrwert empfunden werden. Die Kontrastwahrnehmung ist subjektiv zwar gut, entspricht aber nicht den von der Kontrastmessung geweckten Erwartungen. Der tatsächliche Im-Bild-Kontrast scheint uns auch nicht spürbar besser zu sein als bei gängigen IPS-Panels mit 1000:1-Kontrast.

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