Test Video-Enjoyment-Monitor BenQ EX3501R

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BenQs neues Flaggschiff im Segment Video-Enjoyment muss sich beweisen

Aktuell im Test haben wir den BenQ EX3501R, den der Hersteller gerade als neues Flaggschiff seiner Video-Enjoyment-Produktreihe vorgestellt hat. Dazu ist das Curved-Modell mit einem 35 Zoll großen VA-LED-Panel im 21:9-Format ausgestattet.

Durch seine WQHD-Auflösung von 3440 x 1440 Pixel und die Bildschirmkrümmung mit einem 1800R-Wölbungsradius wird das Sichtfeld deutlich erweitert. Die Wölbung ist an die des menschlichen Auges angepasst und bietet dem Betrachter somit ein besonderes Seherlebnis. Selbst für ein Multi-Monitor-Setup ist der EX3501R durch seine extra schmalen Rahmen geeignet.

Da sich HDR dank seiner kontrastreichen Wiedergabe wachsender Beliebtheit erfreut und die Verfügbarkeit von HDR-Inhalten auf Online-Streaming-Diensten, Spielekonsolen und Blu-rays stark zunimmt, hat BenQ den EX3501R mit speziellen Features wie der HDR10- und der FreeSync-Technologie von AMD ausgestattet. Zudem soll der sRGB-Farbraum zu 100 % abgedeckt werden.

Video-Enjoyment-Monitor BenQ EX3501R rockt!

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Hands on Video BenQ EX3501R

Die BenQ-Technologie „Brightness Intelligence Plus“ soll ferner die Peak-Luminanz steigern, helle Bildbereiche angleichen und für eine weiche Abstufung sorgen. Ziel ist es, Überzeichnungen zu vermeiden und dunklere Bildbereiche kontrastreich darzustellen. Der EX3501R unterstützt die gängigen Videoformate 24p, 25p, und 30p.

Curved-Monitore sind von Haus aus auch für das Gaming prädestiniert. Der BenQ EX3501R hat dazu zusätzlich AMDs FreeSync-Technologie mit an Bord und leistet eine Bildwiederholfrequenz von 100 Hz. Für das Zusammenspiel mit unterschiedlichsten Quellgeräten wie Set-Top-Boxen, Blu-ray-Playern, Spielekonsolen und Smartphones oder Tablets sorgen modernste Anschlüsse – darunter auch USB-C.

BenQ gewährt drei Jahre Garantie inklusive Vor-Ort-Austausch-Service auf den EX3501R. Der EX3501R ist zum Preis von 879 Euro inkl. MwSt. im Handel erhältlich. Zum Zeitpunkt der Testerstellung war er sogar schon für 795 EUR bestellbar.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im BenQ EX3501R Datenblatt.

Lieferumfang

Neben dem obligatorischen Netzteil enthält der Lieferumfang auch gleich die Anschlusskabel für HDMI, DisplayPort und USB-C. BenQ empfiehlt, insbesondere zur HDR10-Nutzung auch das beiliegende Kabel zu nutzen. Handbuch, Treiber und AutoKey-Utility findet man auf der beiliegenden CD.

Lieferumfang
Lieferumfang

Die Treiber-Installation verlief problemlos und brachte auch ein Standard-Farbprofil mit. Das Handbuch ist ausführlich, verständlich geschrieben und gut illustriert.

Optik und Mechanik

Die Montage des BenQ EX3501R ist denkbar einfach: Das Gerät wird vormontiert geliefert und braucht nur aus dem Karton gehoben zu werden. Auch wenn auf den ersten Blick dadurch nicht ersichtlich: Bei Bedarf kann das Standbein abmontiert werden, um das Display auf einen Schwenkarm zu montieren.

Allerdings folgt BenQ dabei keinem VESA-Standard. Der Monitor benötigt eine Adapterplatte (VESA Transfer Kit), die im BenQ Online-Shop für 39,00 EUR zu finden ist. Diese Lösung ist total unpraktisch und für ein Stück Blech 39,00 EUR zu verlangen ist mehr als kundenunfreundlich. Wenn man beim Design schon auf den VESA-Standard verzichtet, dann muss die Adapterplatte auch im Lieferumfang zu finden sein.

Montage des Standbeins
Montage des Standbeins (Grafik: Handbuch BenQ)

Die geschwungenen Linien der Wölbung werden auch beim silber-schwarzen Design fortgeführt. Das v-förmige Standbein ist dagegen eher zackig und geradlinig. Insgesamt macht die Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck.

Ansicht von vorne in der höchsten Stellung
Ansicht von vorne in der höchsten Stellung
Ansicht von hinten in der höchsten Stellung
Ansicht von hinten in der höchsten Stellung
Ansicht von vorne in der niedrigsten Stellung
Ansicht von vorne in der niedrigsten Stellung
Ansicht von hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht von hinten in der niedrigsten Stellung

Die Display-Rückseite ist im silbernen Bereich glatt und bietet wenig Angriffsfläche für Staubablagerungen. Das elegante Design kommt auch komplett ohne Lüftungsschlitze aus. Die Materialanmutung ist gut – mit kleineren Schwächen im Detail.

Umfangreiche Ergonomiefunktionen bekommt man bei Curved-Displays in der Regel nicht geboten. Der BenQ EX3501R kann aber immerhin mit einer Höhenverstellung von 6 cm und einer Neigung von -5 bis +20 Grad aufwarten. Eine Drehfunktion gehört nicht dazu – die folgenden Abbildungen zeigen das Gerät aus den Diagonalen.

Diagonale Ansicht von rechts
Diagonale Ansicht von rechts
Diagonale Ansicht von links
Diagonale Ansicht von links
Seitliche Ansicht
Seitliche Ansicht
Seitliche Ansicht mit Neigung
Seitliche Ansicht mit Neigung

Ein beliebiger Tastendruck auf eine der Multifunktionstasten führt zunächst zu einer Schnellauswahl, deren Funktionen direkt über den Tasten angezeigt wird. Einstellungen zu Farbmodus, Quellwahl und Blue-Light-Filter lassen sich so ohne Umweg über das Menü erledigen.

Das Standbein sieht nach verchromtem Metall aus, besteht äußerlich tatsächlich aber aus Kunststoff. Die Optik ist allerdings täuschend echt und fühlt sich auch beim Anfassen nicht billig an. Der Nachteil von verchromtem Metall ist dafür leider auch vorhanden: Jede Berührung führt zu unschönen Rückständen, die sich aber mit einem Tuch ganz gut wieder abwischen lassen.

Standbein in täuschend echter Chrom-Nachbildung
Standbein in täuschend echter Chrom-Nachbildung

Zur Kabelführung dient eine Öffnung im Standbein. Die Anschlüsse selbst können elegant hinter einer Abdeckung verborgen werden. Allerdings ist das Anstecken der Kabel ziemlich fummelig und nicht für häufigen Wechsel, sondern eher für eine feste Aufstellung im Wohnzimmer etc. gedacht.

Kabelführung mit eleganter Abdeckplatte
Kabelführung mit eleganter Abdeckplatte
Kreisrunde Öffnung im Standbein
Kreisrunde Öffnung im Standbein

Die Stromversorgung ist beim EX3501R in einem externen Netzteil untergebracht. Damit entsteht im Display kaum noch Wärme. Das Netzteil ist dafür ziemlich groß und schwer. Im normalen Betrieb wird es gut handwarm, aber nicht übermäßig heiß.

Großes und schweres Netzteil
Großes und schweres Netzteil

Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim BenQ EX3501R keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby wie auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos, unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Nur mittels spezieller Testbilder ist dem Testgerät ein Surren zu entlocken. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 106 W 58,7 W
Betrieb typisch k.A.
140 cd/m² k.A. 33,5 W
Betrieb minimal k.A. 22,3 W
Energiespar­modus (Standby) < 0.5 W < 0,3 W
Ausgeschaltet (Soft Off) < 0.5 W < 0,2 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

BenQ nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 106 Watt. Das muss niemanden erschrecken. Nach unseren Messungen liegt der Maximalverbrauch bei voller Helligkeitsstufe mit 58,7 Watt ganze 45 % darunter. Die Angabe und die Größe des Netzteils sind dennoch erstaunlich, da der USB-C-Anschluss keine Stromversorgungsfunktion bietet.

Die Betätigung des Soft-off-Buttons kann man sich getrost sparen, da der Verbrauch auch im automatischen Standby bereits auf unter 0,3 Watt sinkt. Einen speziellen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der BenQ EX3501R allerdings nicht.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 33,5 Watt an, die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu guten 1,2 cd/W.

Anschlüsse

Bei den Anschlüssen ist der BenQ EX3501R mit den modernsten Schnittstellen ausgestattet: 2 x HDMI 2.0, 1 x DP 1.4 und 1 x USB-C (3.1 Gen 2).

Der USB-C-Anschluss kann sowohl Bildsignale als auch Daten transportieren, bietet aber keine Stromversorgung der angeschlossenen Geräte. Er dient somit auch als Upstream-Anschluss für den USB-3.0-Hub. Einen Adapter, um den Hub auch an Geräten ohne nativen USB-C-Anschluss zu nutzen, muss man sich ggfls. separat besorgen.

Moderne Anschlüsse mit 2 x HDMI 2.0, 1 x DP 1.4 und 1 x USB-C (3.1 Gen 2)
Moderne Anschlüsse mit 2 x HDMI 2.0, 1 x DP 1.4 und 1 x USB-C (3.1 Gen 2)

Die beiden USB-3.0-Downstream-Ports (bzw. „neudeutsch“ USB 3.1 Gen1) befinden sich ebenfalls neben den Anschlüssen für die Bildsignale. Da die Anschlüsse recht schlecht zugänglich sind und hinter einer Abdeckklappe verborgen werden, kann man sie am besten zum dauerhaften Anschluss von externen Festplatten etc. nutzen.

8 KOMMENTARE

  1. Der doch durchaus gute Testbericht hat mich zum Kauf des Monitors veranlasst. Grundsätzlich stimme ich dem Review in allen Punkten zu. Leider ist die Ausleuchtung bzw. die zu beobachtenden Lichthöfe deutlich schlechter, als in Ihrem Review. Selbst mit 30% Helligkeit sind in dunklen Szenen verschiedene Stellen extrem aufgehellt und weisen den beschriebenen „Taschenlampeneffekt“ auf.
    Der Monitor wurde durch mich gegen ein anderes Modell ausgetauscht (via RMA). Dieses Modell hat genau die gleichen Probleme. Auch nahezu an den gleichen Stellen. Von „gleichmäßigen“ Helligkeitsschwankungen kann keine Rede sein.
    Ist das heute normal? Ich besaß davor einen HP LP2475W IPS Screen. Dieser hatte nicht annähernd solche Probleme (natürlich ist es ein komplett anderer Monitor, kleiner und mit anderem Panel).

    Ich bin sehr unzufrieden.

    Ohne die Probleme mit der Helligkeitsverteilung und den Lichthöfen könnte ich den Monitor uneingeschränkt empfehlen. Sollte meine erneute Kontaktaufnahme mit BenQ (2. RMA) keine Besserung verschaffen, werde ich den Monitor komplett zurück geben und mich nach Alternativen umsehen.

    Freesync funktioniert übrigens hervorragend.

  2. Thank u for a in depth review. And honors to google translate for helping me understand it, i to read from Sweden.
    About HDR10 Andreas, Benq say that it kan recive a HDR10 signal, and that it (only) gives a HDR experience. It’s a known limitation of this screen i’m afraid.

  3. Vielen Dank. Wie immer sehr interessant! Ich habe auch tüchtig Werbung angeklickt 😉

    Ein paar Bemerkungen:
    1)
    Sofern HDR10 verarbeitet wird, muss es sich um ein HDMI 2.0a Eingang handeln. 2.0 reicht dazu nicht.

    2)
    Mit dem DisplayHDR „Zertifikat“ können Hersteller die HDR Fähigkeiten ihrer Monitore klarar anpreisen. Aufgrund des Artikels ist unklar, ob dieser Monitor überhaupt die minderwertigste Zertifizierungs-Stufe (DisplayHDR 400) erfüllt, der wiederum selbst derart niedrige Anforderungen stellt, dass es kaum als HDR verstanden werden darf.

    Es reicht eben nicht aus nur ein HDR10 Signal verarbeiten zu können. Um verdient „high dynamic range“ tauglich genannt werden zu dürfen, muss der „dynamic range“ auch tatsächlich „high“ sein. Sofern dieser Monitor wirklich nur eine Luminanz von maximal 336 nits erreicht, ist dies nicht der fall! Dies ist kaum höher als jeder normale SDR (standard dynamic range) Bildschirm.

  4. Eine Anmerkung: das störende Sensorsymbol, das die gemessene Helligkeit vom BI+ anzeigt lässt sich im OSD abschalten. Die Option heißt Picture Advanced -> B.I.+ -> Light Meter -> OFF

    Freesync kann ich noch nicht beurteilen, da ich meinen Grafikkartenkauf wegen der derzeitigen Preise noch etwas nach hinten geschoben habe.

    Ansonsten bin ich nach den ersten drei Tagen sehr zufrieden mit dem Gerät.

  5. Thanks for a thourogh review. I couldn’t find any English reviews of this monitor and I understand German reasonably well, although it takes two or three times longer for me to read than a swedish or english text. Thanks, greetings from Sweden

  6. Im Fazit steht leider die verkehrte Auflösung, das sollte noch behoben werden.

    Ich vermisse noch einige klärende Worte zum Standfuß, bzw. den fehlenden VESA-Bohrungen. Laut BenQ soll die VESA-Montage über einen Adapter möglich sein, den ich jedoch noch nicht auftreiben konnte. Möglicherweise ist das gute Stück Premium-Lochblech auch nur direkt bei BenQ für einen Premiumpreis zu haben (sagen wir…50€?). Bei einem 700€-Monitor könnte man das als Beigabe erwarten, wenn der Designer schon irgendwelche Faxen macht. Mit bloßer Demontage wie es im Artikel anklingt ists jedenfalls nicht erledigt, die dortigen Befestigungslöcher sind tief ins Gehäuse zurückgesetzt und entsprechen keinem Standard.

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