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BRANDHEISS

Test Video-Enjoyment-Monitor BenQ EX3501R
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Bedienung

An der Rahmenunterseite – optisch gut kaschiert und dennoch gut zu erreichen – befinden sich die Tasten zur Bedienung des Gerätes, allerdings an einer etwas ungewöhnlichen Position. Die Tasten haben eine angenehme Größe und einen klaren Druckpunkt. Lediglich die Pfeilnavigation von BenQ ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Monitortasten zum Bedienen des OSD
Monitortasten zum Bedienen des OSD

Die Betriebs-LED im Powerbutton leuchtet im Betrieb weiß und im Standby orange. Abschalten lässt sie sich nicht, bleibt aber in jedem Fall so dezent, dass sie auch beim Einsatz im Wohnzimmer nicht stört.

An der Rahmenunterseite unter dem Herstellerlogo hat der BenQ EX3501R einen kleinen Sensor versteckt. In Verbindung mit BI+ („Bright Intelligence Plus“) ist das Gerät damit in der Lage, das Umgebungslicht, die Bildhelligkeit, den Kontrast und die Farbtemperatur zu erkennen und den Bildschirm anschließend automatisch auszugleichen. Die Option ist im OSD unter den erweiterten Bildeinstellungen versteckt und nicht in jedem Bildmodus verfügbar.

Bedienlogik mit Schnellauswahl
Bedienlogik mit Schnellauswahl (Screenshot Handbuch BenQ)

Während solche automatischen Veränderungen beim Bearbeiten von Fotos kontraproduktiv sind, ist die Funktion gerade im Unterhaltungsbereich durchaus sinnvoll und willkommen.

BI+-Sensor zur automatischen Anpassung von Helligkeit und Farbtemperatur
BI+-Sensor zur automatischen Anpassung von Helligkeit und Farbtemperatur

 

Im Test hat der Sensor auch ausgesprochen gut und schnell funktioniert. Allerdings wurde bei Sensor-Aktivität immer ein „Überwachungs-Auge“ auf dem Bildschirm eingeblendet. Zur Überprüfung der Funktionsweise ist das am Anfang ganz hilfreich, beim Arbeiten bzw. Filmeschauen kann es aber stören. Soweit ersichtlich, lässt sich diese Sensor-Aktivitäts-Meldung nicht abschalten.

OSD

Das OSD ist umfangreich und weitgehend selbsterklärend. Die Funktionen sind auf fünf Hauptebenen verteilt. Wählt man eine Hauptebene aus, erscheinen die entsprechenden Unterpunkte in der Mittelspalte und in der Spalte rechts die dazugehörigen Detaileinstellungen.

OSD: Bildeinstellungen
OSD: Bildeinstellungen (Screenshot Handbuch BenQ)

Der Sinn der Ebene „Bild erweitert“ bzw. „Picture Advanced“ erschließt sich nicht so ganz. Der Display-Mode (Auswahl des Seitenverhältnisses) gehört sprachlich wie logisch zum Hauptpunkt „Display“. Der Bildmodus als grundlegende Einstellung wäre in den normalen Einstellungen besser aufgehoben.

OSD: Erweiterte Bildeinstellungen
OSD: Erweiterte Bildeinstellungen (Screenshot Handbuch BenQ)

Die Funktionen und Begrifflichkeiten des OSDs sind klar auf den Unterhaltungsbereich ausgelegt (z. B. Farbtemperatur „normal“, „warm“ etc.). Eine Software-Kalibrierung ist aber problemlos möglich, und auch ein dedizierter sRGB-Modus für die Fotobearbeitung ist vorhanden. Wenn auch Logik und Übersetzung bei BenQ manchmal noch etwas holprig sind, gibt es am Umfang der Einstellmöglichkeiten nichts auszusetzen.

OSD: Systemeinstellungen
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot Handbuch BenQ)

Bildqualität

Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm. Die Entspiegelung des Panels würden wir sogar als überdurchschnittlich gut bezeichnen – was aber auch an der Wölbung liegen mag.

Eingestellte Werte ab Werk

EinstellungWert
Bildmodus:Standard
Helligkeit:100
Kontrast:50
Gamma:Stufe 3
Farbtemperatur:normal
RGB:k.A.
Color-Gamut:k.A.
DUE Priority:k.A.
Schärfe:5
Reaktionszeit:hoch

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Die Graustufen wirken in der Werkseinstellung auf den ersten Blick sehr neutral und dürften auch recht zielgenau bei der gewünschten Farbtemperatur von 6500 K liegen. Bei genauerem Hinsehen fallen allerdings Unterschiede zwischen der rechten und linken Bildhälfte auf (links kühler, rechts wärmer).

Die hellsten und die dunkelsten Stufen können zwar nahezu vollständig differenziert werden, wobei aber die Farbtemperatur vor allem in den dunkelsten und hellsten Bildbereichen zu variieren scheint.

Graustufen
Graustufen

Auch wirken feine Grau- und Farbverläufe nicht recht gleichmäßig. In dem hier gezeigten Testbild fällt das noch nicht so stark auf, im EIZO-Monitor-Tool wird es aber recht deutlich. Im Idealfall sollten die Verläufe an einer bestimmten Stelle von oben nach unten völlig gleichmäßig aussehen. Beim BenQ EX3501R sieht das aber eher fleckig und keinesfalls gleichmäßig aus.

Testbilder mit derartigen Verläufen sehen beim BenQ EX3501R auch überdurchschnittlich „flimmerig“ aus. Der Hersteller gibt zwar eine Farbtiefe von 8 Bit an. Da kein PWM verwendet wird, vermuten wir aber, dass dieser Effekt durch Dithering bedingt ist. Außerhalb von speziellen Testbildern ist uns auch kein Flimmern negativ aufgefallen.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Frontal und mittig betrachtet ist die Ausleuchtung beim Schwarzbild sehr gut gelungen. Bei einem komplett schwarzen Bild kann man zwar zu den Rändern hin gewisse Aufhellungen erkennen, die sich aber so gut verteilen, dass es kaum auffällt. Bei schlechten Displays werden hier entweder größere „Wölkchen“ deutlich stärker aufgehellt oder kleine, dafür sehr massive Einstrahlungen an den Rändern sichtbar.

Von vorne betrachtet ist das Schwarzbild auch weitgehend farbneutral. Extremere Blickwinkel führen aber insgesamt zu einer sehr starken Aufhellung (siehe Video), die dann auch nicht mehr farbneutral aussieht.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ EX3501R
Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ EX3501R

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 327 cd/m². Das liegt bereits 9 % über der Herstellerangabe von 300 cd/m². Nach der Kalibrierung steigt die Maximalhelligkeit sogar auf 336 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf 41 cd/m², sodass ein ordentliches Spektrum zur Anpassung an unterschiedliche Umgebungslichtbedingungen zur Verfügung steht.

Das Kontrastverhältnis des VA-Panels gibt der Hersteller mit 2500:1 an. Gemäß unseren Messungen wird das zwar nach der Kalibrierung nicht ganz erreicht, liegt im Durchschnitt aber bei ausgezeichneten 1982:1.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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11 Gedanken zu „Test Video-Enjoyment-Monitor BenQ EX3501R“

  1. Preis Fehler der Monitor war noch Nie unter 550,00€ zu haben! Wie kommen sie auf 279,00€ ?
    Amazon zur Zeit 18.8.2019 638,55 €
    Bitte ändern

    Antworten
    • Der Preis wird direkt von Amazon geliefert, also muss es den Preis dort gegeben haben. Sicherlich eine fehlerhafte Einstellung, aber gegeben hat es den Preis sicher.

      Antworten
  2. Der doch durchaus gute Testbericht hat mich zum Kauf des Monitors veranlasst. Grundsätzlich stimme ich dem Review in allen Punkten zu. Leider ist die Ausleuchtung bzw. die zu beobachtenden Lichthöfe deutlich schlechter, als in Ihrem Review. Selbst mit 30% Helligkeit sind in dunklen Szenen verschiedene Stellen extrem aufgehellt und weisen den beschriebenen „Taschenlampeneffekt“ auf.
    Der Monitor wurde durch mich gegen ein anderes Modell ausgetauscht (via RMA). Dieses Modell hat genau die gleichen Probleme. Auch nahezu an den gleichen Stellen. Von „gleichmäßigen“ Helligkeitsschwankungen kann keine Rede sein.
    Ist das heute normal? Ich besaß davor einen HP LP2475W IPS Screen. Dieser hatte nicht annähernd solche Probleme (natürlich ist es ein komplett anderer Monitor, kleiner und mit anderem Panel).

    Ich bin sehr unzufrieden.

    Ohne die Probleme mit der Helligkeitsverteilung und den Lichthöfen könnte ich den Monitor uneingeschränkt empfehlen. Sollte meine erneute Kontaktaufnahme mit BenQ (2. RMA) keine Besserung verschaffen, werde ich den Monitor komplett zurück geben und mich nach Alternativen umsehen.

    Freesync funktioniert übrigens hervorragend.

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  3. Thank u for a in depth review. And honors to google translate for helping me understand it, i to read from Sweden.
    About HDR10 Andreas, Benq say that it kan recive a HDR10 signal, and that it (only) gives a HDR experience. It’s a known limitation of this screen i’m afraid.

    Antworten
  4. Vielen Dank. Wie immer sehr interessant! Ich habe auch tüchtig Werbung angeklickt 😉

    Ein paar Bemerkungen:
    1)
    Sofern HDR10 verarbeitet wird, muss es sich um ein HDMI 2.0a Eingang handeln. 2.0 reicht dazu nicht.

    2)
    Mit dem DisplayHDR „Zertifikat“ können Hersteller die HDR Fähigkeiten ihrer Monitore klarar anpreisen. Aufgrund des Artikels ist unklar, ob dieser Monitor überhaupt die minderwertigste Zertifizierungs-Stufe (DisplayHDR 400) erfüllt, der wiederum selbst derart niedrige Anforderungen stellt, dass es kaum als HDR verstanden werden darf.

    Es reicht eben nicht aus nur ein HDR10 Signal verarbeiten zu können. Um verdient „high dynamic range“ tauglich genannt werden zu dürfen, muss der „dynamic range“ auch tatsächlich „high“ sein. Sofern dieser Monitor wirklich nur eine Luminanz von maximal 336 nits erreicht, ist dies nicht der fall! Dies ist kaum höher als jeder normale SDR (standard dynamic range) Bildschirm.

    Antworten
  5. Eine Anmerkung: das störende Sensorsymbol, das die gemessene Helligkeit vom BI+ anzeigt lässt sich im OSD abschalten. Die Option heißt Picture Advanced -> B.I.+ -> Light Meter -> OFF

    Freesync kann ich noch nicht beurteilen, da ich meinen Grafikkartenkauf wegen der derzeitigen Preise noch etwas nach hinten geschoben habe.

    Ansonsten bin ich nach den ersten drei Tagen sehr zufrieden mit dem Gerät.

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  6. Thanks for a thourogh review. I couldn’t find any English reviews of this monitor and I understand German reasonably well, although it takes two or three times longer for me to read than a swedish or english text. Thanks, greetings from Sweden

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  7. Im Fazit steht leider die verkehrte Auflösung, das sollte noch behoben werden.

    Ich vermisse noch einige klärende Worte zum Standfuß, bzw. den fehlenden VESA-Bohrungen. Laut BenQ soll die VESA-Montage über einen Adapter möglich sein, den ich jedoch noch nicht auftreiben konnte. Möglicherweise ist das gute Stück Premium-Lochblech auch nur direkt bei BenQ für einen Premiumpreis zu haben (sagen wir…50€?). Bei einem 700€-Monitor könnte man das als Beigabe erwarten, wenn der Designer schon irgendwelche Faxen macht. Mit bloßer Demontage wie es im Artikel anklingt ists jedenfalls nicht erledigt, die dortigen Befestigungslöcher sind tief ins Gehäuse zurückgesetzt und entsprechen keinem Standard.

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