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Test Video-Enjoyment-Monitor BenQ EX3501R
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Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wie bereits nach der subjektiven Graustufen-Beurteilung zu vermuten, schwächelt der BenQ EX3501R in diesem Bereich doch gehörig.

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 5,64 % und einem Maximalwert von 15,22 % zwar noch zufriedenstellend, für die Farbhomogenität gilt das aber nicht mehr. Sowohl der Durchschnitt beim Delta C von 5,54 als auch die Maximalabweichung von 4,12 in der Ecke links oben können wahrlich nicht begeistern.

Auch wenn sich die Messergebnisse subjektiv gut nachvollziehen lassen, würden wir für den Einsatz zu Unterhaltungszwecken kein allzu großes Manko darin sehen.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des BenQ EX3501R
Coating des BenQ EX3501R
Coating Referenzbild
Coating Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche:  Der BenQ besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Im Falle des BenQ EX3501R erscheint uns diese Angabe jedoch reichlich optimistisch.

Das Foto zeigt den Bildschirm bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Wie auch der EW277HDR hat der EX3501R ein VA-Panel verbaut. Dass VA-Panels in puncto Blickwinkelstabilität nicht auf dem Niveau gängiger IPS-Panels liegen, ist bekannt. Während der EW277HDR hier aber dennoch sehr respektabel abgeschnitten hat, ist beim EX3501R der Verlust an Bildqualität bei extremeren Blickwinkeln doch schon sehr beträchtlich.

Verlässt man die zentrierte Sitzposition, verblassen die Farben sehr schnell und deutlich. Das Bild hellt sich insgesamt auf und wird hinsichtlich des Kontrasts flau. Bei genauem Hinsehen werden teilweise sogar Farbverschiebungen deutlich.

Der BenQ EX3501R ist aber schon alleine durch die Wölbung für eine zentrierte Sitzposition ausgelegt. Da die Wölbung auch die Blickwinkel zu den Rändern mindert, sehen wir am Schreibtisch für Office, Video und Gaming keinerlei Einschränkungen, da sich die Bildqualität nur bei Blickwinkeln verschlechtert, die hier eigentlich nicht vorkommen.

Als Allrounder kann man den EX3501R also auch problemlos zur Bearbeitung seiner Urlaubsbilder verwenden, und mit entsprechend Abstand vom Gerät sollten beim Videoschauen auch zwei bis drei Zuschauer nebeneinander noch sehr zufrieden sein können.

Interpolation

Der Schärferegler steht ab Werk auf „5“ und wirkt auch an den Digital-Eingängen. Wir sahen keinen Grund, an der Voreinstellung etwas zu ändern.

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß klasse, und die native Auflösung von 3840 x 1440 Pixeln passt sehr gut zum Bildschirmformat bzw. der 35-Zoll-Fläche.

Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet der BenQ EX3501R die Optionen „Vollbild“ (ggfls. verzerrt), „Seitenverhältnis“ (unverzerrt) und auch eine pixelgenaue 1:1-Darstellung an.

Testgrafik nativ
Testgrafik nativ
Testgrafik 1920 x 1080 (Vollbild)
Testgrafik 1920 x 1080 (Vollbild)
Testgrafik nativ
Testgrafik nativ
Testgrafik 1280 x 720 (Vollbild)
Testgrafik 1280 x 720 (Vollbild)

Bei 1280 x 720 hat die Interpolation zwar aufgrund des ganzzahligen Teilers leichtes Spiel, aber auch bei 1080p ist das Ergebnis sehr gut. Die notwendige Pixelvergrößerung wird hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Textwiedergabe nativ
Textwiedergabe nativ
Textwiedergabe 1920 x 1080 (Vollbild)
Textwiedergabe 1920 x 1080 (Vollbild)
Textwiedergabe nativ
Textwiedergabe nativ
Textwiedergabe 1280 x 720 (Vollbild)
Textwiedergabe 1280 x 720 (Vollbild)

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektralphotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums
Abdeckung des sRGB-Farbraums 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums
Abdeckung des sRGB-Farbraums 2

Die beiden Grafiken zeigen die dreidimensionale Farbraumabdeckung aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln. Man kann deutlich erkennen, dass der BenQ EX3501R den sRGB-Farbraum nicht nur vollständig abdeckt, sondern teilweise sogar noch deutlich übertrifft.

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen.

FarbraumAbdeckung im Werks-PresetAbdeckung nach Kalibrierung
sRGB99 %99 %
Adobe RGBnicht ermittelt76 %
ECI-RGB v2nicht ermittelt68 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L)nicht ermitteltnicht ermittelt

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

EinstellungWert
Bildmodus:Standard
Helligkeit:100
Kontrast:50
Gamma:Stufe 3
Farbtemperatur:normal
RGB:k.A.
Color-Gamut:k.A.
DUE Priority:k.A.
Schärfe:5
Reaktionszeit:hoch

Nach dem Reset im OSD sind obige Werte vorgegeben.  Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "Standard"
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Standard“

Der BenQ EX3501R liefert in der Werkseinstellung ein ausgezeichnetes Ergebnis. Der Weißpunkt liegt mit 6534 K praktisch punktgenau bei den gewünschten 6500 K. Der Gammawert liegt im Durchschnitt bei 2,28.

Schaut man auf die Diskrepanz zu unserer subjektiven Beurteilung der Graustufen, zeigt sich deutlich, dass man ein Gerät mit einer blinden Auswertung von Labordaten nicht zuverlässig beurteilen kann. Bei der Graustufen-Messung befindet sich die Sonde in der Mitte des Bildschirms. Ungleichmäßigkeiten über die Bildschirmfläche werden dagegen in der Homogenitätsmessung berücksichtigt und fallen dem geübten Auge auch subjektiv bei entsprechenden Testbildern auf.

Das erklärt, wieso die Graustufen hier zwar messtechnisch exzellent abschneiden, im Falle des BenQ EX3501R aber subjektiv – über den Bildschirm verteilt – Farbtemperatur-Varianzen sichtbar werden.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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11 Gedanken zu „Test Video-Enjoyment-Monitor BenQ EX3501R“

  1. Preis Fehler der Monitor war noch Nie unter 550,00€ zu haben! Wie kommen sie auf 279,00€ ?
    Amazon zur Zeit 18.8.2019 638,55 €
    Bitte ändern

    Antworten
    • Der Preis wird direkt von Amazon geliefert, also muss es den Preis dort gegeben haben. Sicherlich eine fehlerhafte Einstellung, aber gegeben hat es den Preis sicher.

      Antworten
  2. Der doch durchaus gute Testbericht hat mich zum Kauf des Monitors veranlasst. Grundsätzlich stimme ich dem Review in allen Punkten zu. Leider ist die Ausleuchtung bzw. die zu beobachtenden Lichthöfe deutlich schlechter, als in Ihrem Review. Selbst mit 30% Helligkeit sind in dunklen Szenen verschiedene Stellen extrem aufgehellt und weisen den beschriebenen „Taschenlampeneffekt“ auf.
    Der Monitor wurde durch mich gegen ein anderes Modell ausgetauscht (via RMA). Dieses Modell hat genau die gleichen Probleme. Auch nahezu an den gleichen Stellen. Von „gleichmäßigen“ Helligkeitsschwankungen kann keine Rede sein.
    Ist das heute normal? Ich besaß davor einen HP LP2475W IPS Screen. Dieser hatte nicht annähernd solche Probleme (natürlich ist es ein komplett anderer Monitor, kleiner und mit anderem Panel).

    Ich bin sehr unzufrieden.

    Ohne die Probleme mit der Helligkeitsverteilung und den Lichthöfen könnte ich den Monitor uneingeschränkt empfehlen. Sollte meine erneute Kontaktaufnahme mit BenQ (2. RMA) keine Besserung verschaffen, werde ich den Monitor komplett zurück geben und mich nach Alternativen umsehen.

    Freesync funktioniert übrigens hervorragend.

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  3. Thank u for a in depth review. And honors to google translate for helping me understand it, i to read from Sweden.
    About HDR10 Andreas, Benq say that it kan recive a HDR10 signal, and that it (only) gives a HDR experience. It’s a known limitation of this screen i’m afraid.

    Antworten
  4. Vielen Dank. Wie immer sehr interessant! Ich habe auch tüchtig Werbung angeklickt 😉

    Ein paar Bemerkungen:
    1)
    Sofern HDR10 verarbeitet wird, muss es sich um ein HDMI 2.0a Eingang handeln. 2.0 reicht dazu nicht.

    2)
    Mit dem DisplayHDR „Zertifikat“ können Hersteller die HDR Fähigkeiten ihrer Monitore klarar anpreisen. Aufgrund des Artikels ist unklar, ob dieser Monitor überhaupt die minderwertigste Zertifizierungs-Stufe (DisplayHDR 400) erfüllt, der wiederum selbst derart niedrige Anforderungen stellt, dass es kaum als HDR verstanden werden darf.

    Es reicht eben nicht aus nur ein HDR10 Signal verarbeiten zu können. Um verdient „high dynamic range“ tauglich genannt werden zu dürfen, muss der „dynamic range“ auch tatsächlich „high“ sein. Sofern dieser Monitor wirklich nur eine Luminanz von maximal 336 nits erreicht, ist dies nicht der fall! Dies ist kaum höher als jeder normale SDR (standard dynamic range) Bildschirm.

    Antworten
  5. Eine Anmerkung: das störende Sensorsymbol, das die gemessene Helligkeit vom BI+ anzeigt lässt sich im OSD abschalten. Die Option heißt Picture Advanced -> B.I.+ -> Light Meter -> OFF

    Freesync kann ich noch nicht beurteilen, da ich meinen Grafikkartenkauf wegen der derzeitigen Preise noch etwas nach hinten geschoben habe.

    Ansonsten bin ich nach den ersten drei Tagen sehr zufrieden mit dem Gerät.

    Antworten
  6. Thanks for a thourogh review. I couldn’t find any English reviews of this monitor and I understand German reasonably well, although it takes two or three times longer for me to read than a swedish or english text. Thanks, greetings from Sweden

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  7. Im Fazit steht leider die verkehrte Auflösung, das sollte noch behoben werden.

    Ich vermisse noch einige klärende Worte zum Standfuß, bzw. den fehlenden VESA-Bohrungen. Laut BenQ soll die VESA-Montage über einen Adapter möglich sein, den ich jedoch noch nicht auftreiben konnte. Möglicherweise ist das gute Stück Premium-Lochblech auch nur direkt bei BenQ für einen Premiumpreis zu haben (sagen wir…50€?). Bei einem 700€-Monitor könnte man das als Beigabe erwarten, wenn der Designer schon irgendwelche Faxen macht. Mit bloßer Demontage wie es im Artikel anklingt ists jedenfalls nicht erledigt, die dortigen Befestigungslöcher sind tief ins Gehäuse zurückgesetzt und entsprechen keinem Standard.

    Antworten

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