Test ViewSonic PX748-4K: Preiswerter 4K-Heim­kino­projektor
3/6

Der Beamer will mit der weltweit niedrigsten Eingangsverzögerung von 5 ms und einer Bildwiederholrate von 240 Hz überzeugen

Bedienung und OSD

Die Projektorfunktionen lassen sich auch komplett über das Bedienfeld an der Geräte-Oberseite steuern. Es fällt mit insgesamt zehn Tasten recht großzügig aus. Damit lässt sich das Gerät nicht nur ein- und ausschalten und das Hauptmenü aufrufen, denn für viele Funktionen sind auch Direkttasten vorhanden. Die runden Tasten haben dabei eine angenehme Größe und einen klaren Druckpunkt.

Bedienfeld am Projektor
Bedienfeld am Projektor
Fernbedienung des ViewSonic PX748-4K
Fernbedienung

In der Regel wird man den Beamer aber noch bequemer über die Fernbedienung steuern. Mit einer Länge von ca. 13 cm liegt sie prima in der Hand – zumal sie auf der Rückseite in der Höhe des Zeigefingers noch eine Ausbuchtung aufweist.

Die Tasten sind gummiert, und ein beliebiger Tastendruck schaltet eine blaue Hintergrundbeleuchtung ein. Dank der logisch strukturierten Anordnung der Funktionsbereiche findet man sich aber mit etwas Eingewöhnung auch im Blindflug gut zurecht. Ganz oben wird das Gerät ein- und ausgeschaltet. Darunter – perfekt in Daumenhöhe – befinden sich das Navigationskreuz und der Menü-Aufruf. In der unteren Hälfte können wichtige Funktionen auch direkt ausgewählt werden. Darunter: Bildmodi, Helligkeit und Kontrast sowie das Umschalten auf den leiseren Eco-Modus.

Ähnlich gut gegliedert ist auch das OSD. Die Funktionen sind auf sechs Hauptmenü-Ebenen verteilt. Beim siebten Hauptmenüpunkt handelt es sich um eine hilfreiche Informationsanzeige, mit der beispielsweise die Parameter des Eingangssignals überprüft werden können.

OSD: Display-Menü (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Display-Menü (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Bild-Menü (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Bild-Menü (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)

Der Funktionsumfang ist insgesamt sehr ordentlich. Er gibt auch bei der Ausgestaltung der einzelnen Punkte keine großen Rätsel auf. Das Handbuch wird der Standardnutzer eher selten bemühen müssen. Falls doch, ist es durchaus hilfreich, da auch weniger selbsterklärende Funktionen recht gut erläutert werden. Wer seinen Projektor kalibrieren möchte, findet dazu auch wichtige Einstellparameter wie Farbtemperatur, Gamma und RGB-Gain. Sogar ISF-Modi sind vorhanden.

OSD: Energieverwaltung (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Energieverwaltung (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Standard-Einstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Standard-Einstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)

Optisch ist das OSD eher nüchtern und funktional gehalten. Auch der zur Verfügung stehende Platz könnte besser ausgenutzt werden. Die Darstellung ist dennoch ausreichend groß und noch gut zu lesen. Vor allem aber läuft die Bedienung flüssig und praktisch verzögerungsfrei. Das ist beim Umschalten der Lampenleistung ebenso der Fall.

OSD: Erweiterte Einstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Erweiterte Einstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: System-Einstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: System-Einstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)

Die Menüs werden grundsätzlich als Überlagerung vor das bisherige Bild eingeblendet. Filme laufen im Hintergrund weiter. Bei einfacheren Einstellungen wie Helligkeit und Kontrast kann man die Auswirkung von Änderungen unmittelbar im Bild sehen. Auch beim Umschalten der Bildmodi kommt es nur ganz kurz zu einer Schwarzbild-Pause.

Sobald man seine präferierten Einstellungen gefunden hat, braucht man das Menü nur noch selten. Zahlreiche Direktwahltasten auf der Fernbedienung rufen die betreffende Funktion sofort auf. Eine Einstellmöglichkeit bzw. Bestätigung der gewählten Einstellung erfolgt dann mit einer kleinen Einblendung.

Insgesamt hat uns die Bedienung des ViewSonic PX748-4K sehr gut gefallen.

Bildqualität

Für den Test am PC haben wir den Projektor am HDMI-Anschluss in der nativen Auflösung betrieben. Zudem wurde er mit einem Reset auf die Werkseinstellung zurückgesetzt. Die Farbmessungen führten wir mit einem i1Display Pro von X-Rite durch.

Main-Testscreen (Testbild)
Main-Testscreen

Zur Durchführung der Messungen sowie zur Erstellung des Videos und der Fotos vom projizierten Bild wurde der Projektor waagerecht ausgerichtet und im Abstand von ca. 3,7 m auf eine 2 m breite Leinwand mit GAIN-Faktor 1 ausgerichtet (entspricht einer Bilddiagonalen von 2,29 m bzw. 90 Zoll). Die Raumbeleuchtung wurde dabei vollständig abgedunkelt.

Auflösung

Je größer die Bilddiagonale, desto mehr profitiert man von den Vorteilen einer höheren Auflösung. Projektoren mit nativer 4K-Auflösung stehen daher schon lange auf dem Wunschzettel von Heimkino-Enthusiasten. Bislang musste man dafür aber sehr tief in die Tasche greifen.

Der ViewSonic PX748-4K trägt das „4K“ nicht nur prägnant im Namen, sondern macht auch auf der Produktseite mit „True 4K“ für sich Werbung. Im Datenblatt und im Handbuch wird die native Auflösung mit 3840 x 2160 Pixeln angegeben. Doch stimmt das wirklich? Dazu hätte uns schon der BenQ TK850i beinahe hinters Licht geführt. Hier enthält die Produktseite wenigstens noch den kleingedruckten Hinweis auf die verwendete XPR-Technologie, die den BenQ TK850i als Pixelshifter offenbart. Wie es um den ViewSonic PX748-4K tatsächlich bestellt ist, sehen wir uns im Folgenden noch genauer an.

„Echtes 4K“ – oder Täuschung? (Screenshot: ViewSonic-Website)
„Echtes 4K“ – oder Täuschung? (Screenshot: ViewSonic-Website)

Am PC gibt sich der ViewSonic PX748-4K im Treiber auf jeden Fall als nativer 4K-Projektor aus. Die eingebaute Skalierungseinheit verarbeitet auch zahlreiche andere PC- und AV-Formate bis hinunter zu 480p. Das Gerät verträgt dabei sowohl Vollbilder als auch Interlaced-Bildmaterial.

Timing-Tabelle (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
Timing-Tabelle (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)

Die möglichen Auflösungen sind in einer Liste im Handbuch zusammengestellt. Skalierungsverluste führen allerdings grundsätzlich bei jedem Gerät zu Einbußen bei der Bildqualität. Die native Auflösung ist daher meist die beste Wahl.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

Interessante Themen

Schreibe einen Kommentar

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!