Test ViewSonic PX748-4K: Preiswerter 4K-Heim­kino­projektor
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Der Beamer will mit der weltweit niedrigsten Eingangsverzögerung von 5 ms und einer Bildwiederholrate von 240 Hz überzeugen

Betrieb

Ein- und Ausschalten

Projektoren mit herkömmlicher Hochdrucklampe benötigen typischerweise eine Aufwärm- und Abkühlphase. Dass solche Modelle bis zur Anzeige des ersten Bildes ein bisschen Zeit brauchen, ist also durchaus normal.

Der ViewSonic PX748-4K geht dabei aber recht flott zu Werke und zeigt bereits nach ca. 10 Sekunden ein Startbild. Bis zur Anzeige des PC-Desktops – also inklusive der Erkennung der HDMI-Quelle – benötigt er weitere 30 Sekunden, sodass man nach insgesamt 40 Sekunden mit der Filmvorführung/Präsentation beginnen kann. Für einen Beamer mit Hochdrucklampe ist das ein anständiger Wert.

Deutlich länger braucht der ViewSonic PX748-4K aber für die Abkühlphase. Nach dem Ausschalten muss man noch ca. 2:14 Minuten warten, bis die Lüfter verstummen und wieder Ruhe im Wohnzimmer einkehrt. Bei einem versehentlichen Ausschalten kann diese Wartezeit schnell nervig werden, da man das Gerät in der Abkühlphase auch nicht wieder starten kann.

Stromverbrauch

Die Leistungsaufnahme im Betrieb wird vom Hersteller mit maximal 310 W angegeben. Der Verbrauch im Standby soll weniger als <0,5 W betragen. In Betrieb hängt der Strombedarf dabei von der gewählten Lampenleistung ab. Der Eco-Modus soll ihn um 30 % reduzieren und der SuperEco+-Modus sogar um 60 %. Im DynamicEco-Modus soll die Einsparung bis zu 65 % betragen. Da der Wert hier vom Bildinhalt abhängt, lässt sich das kaum nachprüfen.

Nach unseren Messungen bleibt aber auch der Maximalverbrauch im Lampenmodus „Normal“ mit 292 W erfreulicherweise noch unter der Herstellerangabe. Mit dem Eco-Modus konnten wir die Leistungsaufnahme um 27 % reduzieren und mit dem SuperEco+-Modus sogar um genau 50 %.

Modus Stromverbrauch in Watt/h
Lampenleistung: Normal 292 W
Lampenleistung: Sparmodus 213 W
3D-Modus (Lampenleistung normal) 146 W
Standby 0,34 W

Betriebsgeräusch, Kühlung und Wartung

Das Betriebsgeräusch beträgt laut Hersteller 33 dB(A) im Normalmodus und 28 dB(A) im Eco-Modus. Den subjektiv empfundenen Lärmpegel geben solche Messwerte selten richtig wieder.

Soweit für uns ersichtlich, hängt die Lüfterlautstärke primär mit der gewählten Lampenleistung zusammen, die unabhängig vom gewählten Bildmodus in vier Stufen (Normal/Eco/SuperEco+/DynamicEco) geregelt werden kann. Im laufenden Betrieb bleibt die Drehzahl dann jeweils konstant, wird vermutlich aber auch noch etwas an die Betriebstemperatur des Gerätes angepasst. Im DynamicEco-Modus wird dabei die Lichtleistung an den Bildinhalt angepasst, sodass auch hier die Lüfterdrehzahl gewissen Anpassungen unterliegen dürfte.

Kräftiger Lüfter für die Frischluftzufuhr auf der linken Seite
Kräftiger Lüfter für die Frischluftzufuhr auf der linken Seite

Ein großer Lüfter auf der linken Seite des ViewSonic PX748-4K versorgt das Gerät mit frischer Luft. Die warme Abluft wird mittels eines schräg gestellten Lüfters nach vorne rechts wieder aus dem Gehäuse befördert. Das ist gut gelöst, da der Zuschauer typischerweise hinter dem Gerät und damit nicht im Luftstrom sitzt. Die Abluft ist auch deutlich erwärmt, vor allem zur rechten Seite hin. Das muss bei der Aufstellung auf jeden Fall berücksichtigt werden, damit hier kein Luftstau entsteht.

Schräg gestellter Lüfter zum Ausblasen vorne rechts
Schräg gestellter Lüfter zum Ausblasen vorne rechts

Im normalen Lampenmodus ist leider nicht nur die Lichtleistung, sondern auch die erzeugte Geräuschkulisse schon recht ordentlich. ViewSonic hat zwar möglichst große Lüfter verbaut, die aber vor allem im Abluftbereich mit entsprechend hoher Drehzahl arbeiten müssen. Der Lüfter links für die Frischluftzufuhr scheint etwas langsamer zu drehen. Allerdings ist in diesem Bereich zusätzlich zum Geräusch des Luftstroms ein zirpendes Geräusch beigemengt. Unangenehm hochfrequente Fiep-Geräusche konnten wir aber nicht feststellen.

Beim Anschauen von Spielfilmen und beim Spielen wird die Geräuschkulisse des Projektors – abgesehen von leiseren Passagen – recht gut übertönt, sodass sie uns hier auch im normalen Lampenmodus insgesamt überhaupt nicht aufgefallen ist. Bei Fotovorführungen ist man dagegen schon froh, wenn die Lüfter wieder verstummen. Der Lärmpegel des ViewSonic PX748-4K ist aber nicht ungewöhnlich hoch, sondern liegt auf dem üblichen Niveau von Heimkino-Projektoren mit UHP-Lampe.

Deutlich leiser geht der ViewSonic PX748-4K außerdem im Eco-Modus zu Werke. Allerdings dann mit deutlich reduzierter Lichtleistung, die für einen vollständig abgedunkelten Raum jedoch in der Regel noch völlig ausreicht.

Bei Projektoren mit Hochdrucklampe muss die Lampe regelmäßig ausgetauscht werden. Zudem nimmt bis zum Ende der Lebensdauer die Lichtleistung merklich ab und beträgt am Ende nur noch etwa die Hälfte des Ursprungswerts. Bei regelmäßiger Nutzung muss man alle zwei bis drei Jahre die Lampe und den Lüftungsfilter erneuern, und das ist durchaus kostspielig.

Die Lebensdauer einer Lampe gibt ViewSonic mit 20 000 Stunden an. Das gilt aber nur für den SuperEco+-Modus, der auch die Farbtemperatur verändert. Im Normalmodus sind es dagegen lediglich 4000 Stunden – leicht besser als das übliche Niveau. Eine Ersatzlampe kostet 239 Euro.

Zum Thema Lampenwechsel gibt sich das Handbuch leider recht wortkarg und empfiehlt dazu, „qualifiziertes Fachpersonal“ zu kontaktieren. Das ist ungewöhnlich und wäre noch mit weiteren Zusatzkosten verbunden. Wir vermuten, dass sich dazu der vordere Teil der Abdeckung oben abnehmen lässt, nachdem jeweils auf der linken und rechten Seite eine Schraube gelöst wurde. Ausprobiert haben wir es allerdings nicht.

Im Gegensatz zu LCD-Projektoren entfällt bei der DLP-Technik die regelmäßige Reinigung des Luftfilters (ca. alle 100 Betriebsstunden). Abgesehen von äußerlichem Abstauben ist der ViewSonic PX748-4K also bis zum nächsten Lampenwechsel praktisch wartungsfrei.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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