Test ViewSonic PX748-4K: Preiswerter 4K-Heim­kino­projektor
6/6

Der Beamer will mit der weltweit niedrigsten Eingangsverzögerung von 5 ms und einer Bildwiederholrate von 240 Hz überzeugen

Subjektive Beurteilung

Während der BenQ TK850i bei den Messungen zur Farbraumabdeckung eine deutlich bessere Figur gemacht hat, zeigt der subjektive Vergleich ein genau gegenteiliges Bild. In der Wahrnehmung ist der ViewSonic PX748-4K zwar nicht ganz so leuchtkräftig wie der Vergleich mit einem Monitor, die Farben sind aber durchweg ausgesprochen stimmig zur Sollvorgabe.

Originalfoto (Testbild)
Originalfoto
Foto von der Leinwand
Foto von der Leinwand

Das Gelb wirkt beim ViewSonic PX748-4K etwas kraftlos und die Hauttöne manchmal etwas zu rötlich. Im obigen Vergleich fällt das zwar kaum auf, bei genauem Hinsehen kommen flachere Gesichtspartien allerdings irgendwie etwas platt herüber. Hier geht die Differenzierung etwas verloren.

Der Grünbereich ist offensichtlich nicht die Stärke des ViewSonic PX748-4K. Stark gesättigte Grüntöne sind etwas in Richtung Gelb verschoben. In der Praxis ist uns das aber nicht negativ aufgefallen. Selbst schwierige Szenen wirken sehr natürlich. Giftig-bläuliches Gras muss man nicht befürchten.

Großes Kino mit insgesamt recht stimmiger Farbdarstellung
Großes Kino mit insgesamt recht stimmiger Farbdarstellung

Der Grünbereich ist offensichtlich nicht die Stärke des ViewSonic PX748-4K. Stark gesättigte Grüntöne sind etwas in Richtung Gelb verschoben. In der Praxis ist uns das aber nicht negativ aufgefallen. Selbst schwierige Szenen wirken sehr natürlich. Giftig-bläuliches Gras muss man nicht befürchten.

Die Farbbrillanz, die man bereits von einigen LED-Projektoren gewohnt ist, finden wir beim ViewSonic PX748-4K aber generell nicht. Der Beamer ist eher auf Lichtleistung optimiert. Die hohe Lichtleistung des normalen Lampenmodus ist in eher hell eingerichteten Wohnzimmern am Abend gar nicht unbedingt hilfreich. Das Herunterregeln der Helligkeit auf „Eco“ mag zwar das Betriebsgeräusch, den Stromverbrauch und unerwünschte Raumaufhellungen mindern, der Schwarzwert und die Detailzeichnung in düsteren Szenen sind dennoch generell nicht die Stärke des Probanden.

Natürliche Darstellung von Pflanzen-Grün
Natürliche Darstellung von Pflanzen-Grün
Hauttöne hier etwas rötlich statt gelb
Hauttöne hier etwas rötlich statt gelb
Blau-Darstellung
Blau-Darstellung
Wolverine besser nicht reizen, sonst wird er rot vor Wut
Wolverine besser nicht reizen, sonst wird er rot vor Wut

Dem Thema HDR sollte man sich beim ViewSonic PX748-4K schon nach einem Blick auf die technischen Daten eher mit gedämpfter Erwartungshaltung nähern. Dazu gehört nämlich auch ein erweiterter Farbraum. Die durchaus respektablen Kontrastwerte aus unseren Messungen oben erreicht man nur unter Optimalbedingungen. Selbst dann liegt der darstellbare Dynamik-Umfang bestenfalls auf dem Niveau eines Standardmonitors. Mit HDR hat das noch nicht viel zu tun.

In Sachen 4K empfehlen wir ebenfalls eher eine gedämpfte Erwartungshaltung. Hinter „True 4K“ verbirgt sich auch beim ViewSonic PX748-4K nach den erzielten Ergebnissen wieder nur ein Pixelshifter, der auf jeden Fall nicht alle Details des Quellmaterials voll auf die Leinwand bringen kann.

Mit einer Eingangsverzögerung von nur 4,2 ms (Herstellerangabe) und der Fähigkeit zur 240-Hz-Wiedergabe ist der ViewSonic PX748-4K sicher auch für Sportübertragungen und Spiele sehr gut geeignet. Doch hier gibt es ebenfalls wieder Fußnoten zu beachten. Das Ganze funktioniert nur, wenn man die Auflösung auf 1080p reduziert.

Sound

Der ViewSonic PX748-4K hat sogar eigenen Sound an Bord. Allerdings handelt es sich lediglich um einen Mono-Lautsprecher, der obendrein nicht ganz optimal positioniert nach links abstrahlt. Mit 10 Watt ist er zwar recht kräftig und kann durchaus zur Filmvorführung in einem kleineren Raum genutzt werden. Echtes Kino-Feeling kommt damit jedoch noch nicht auf.

Mono-Lautsprecher mit 10 Watt
Mono-Lautsprecher mit 10 Watt

Bewertung

Keine Angaben
4.1

(GUT)
11%
PX748-4K UHD 3840x2160 4000AL 12.000:1
(1132 Kundenrezensionen)
1.319,00 €
Preis: 1.167,82 €
(Stand von: 02.02.2023 10:45 - Details
×
Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
)

Preis inkl. MwSt., ggfs. zzgl. Versandkosten
Bei Amazon ansehen *
(* = Affiliate-Link) Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Fazit

Der ViewSonic PX748-4K ist solide verarbeitet und passt mit seinen kompakten Abmessungen und der freundlich-weißen Farbgebung in jedes Wohnzimmer. Mit einem Eigengewicht von nur 2,6 kg kann er auch problemlos mal zu Freunden mitgenommen werden. Wer dabei gleich an die nächste Fußball-WM denkt, liegt genau richtig, denn für Sportübertragungen und Gaming ist das Modell mit seinen schnellen Reaktionszeiten und der Fähigkeit zur 240-Hz-Wiedergabe ausgezeichnet geeignet.

Bei der Wiedergabe von Spielfilmen kann der Projektor mit einer natürlichen Farbwiedergabe überzeugen. Mit „True 4K“ wird der Proband beworben, wir verstehen darunter aber etwas anderes als ein nicht kommuniziertes Pixelshifting. Weder im Handbuch noch auf der Website wird hierzu etwas gesagt – zumindest wurde es von uns nicht gefunden. Und dass hier kein natives 4K vorliegen kann, zeigen unsere Tests.

An Lichtleistung mangelt es dem ViewSonic PX748-4K ganz sicher nicht. Dafür sind der Schwarzwert und die Detailzeichnung in düsteren Szenen nicht seine Stärke. Bei einem statischen Kontrastverhältnis von maximal 1000:1 und einem nicht vorhandenen erweiterten Farbraum braucht man zum Thema HDR auch nicht mehr viel zu schreiben.

Marketing hin oder her: Das Ziel, einen preiswerten Heimkino-Projektor zur kreieren, der noch dazu mit einer sehr respektablen Lichtleistung und einer Energieeffizienz auf LED-Niveau glänzen kann, ist ViewSonic mit dem PX748-4K sehr gut gelungen. Sehr gut gefallen hat uns dabei auch die flüssige Bedienung. Das Umschalten zwischen verschiedenen Bildmodi und unterschiedlichen Lichtleistungen erfolgt nahezu verzögerungsfrei.

Apps und Smart-Beamer-Funktionen hat der ViewSonic PX748-4K zwar nicht zu bieten, mit knapp 1.200 Euro zum Zeitpunkt der Testerstellung ist er aber in dieser Preisklasse einen Blick wert. Wer in die Welt der Heimkino-Projektion einsteigen möchte, kann mit dem Gerät eigentlich nicht viel verkehrt machen.

Plus

  • Kraftvolle Lichtleistung auch für große Leinwände
  • Sehr gutes Objektiv mit gleichmäßiger Schärfe über das ganze Bild
  • Gut gelungener Filmmodus mit natürlicher Farbwiedergabe
  • Niedrige Eingangsverzögerung und Fähigkeit zur 240-Hz-Wiedergabe
  • Flüssige Bedienung und sehr gute Fernbedienung
  • Kompaktes Design

Minus

  • Irreführendes Marketing zum Thema 4K
  • Lautes Betriebsgeräusch bei normaler Lampenleistung
  • Mäßiger Schwarzwert
  • Mäßige Aufstellungsflexibilität
  • Ggfls. DLP-bedingter Regenbogen-Effekt

Testlogo ViewSonic PX748-4K

Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den PX748-4K leihweise von ViewSonic zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag ?

93%
gefällt es
Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

Interessante Themen

Schreibe einen Kommentar

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!