Test ViewSonic PX748-4K: Preiswerter 4K-Heim­kino­projektor
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Der Beamer will mit der weltweit niedrigsten Eingangsverzögerung von 5 ms und einer Bildwiederholrate von 240 Hz überzeugen

Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das an neun Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Diagramm der Helligkeitsabweichungen im Vergleich zur Bildmitte
Helligkeitsabweichungen im Vergleich zur Bildmitte

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt bei sehr guten 92 %. Nennenswerte Abweichungen sind in den Ecken oben zu messen. Subjektiv hatten wir beim Weißbild den Eindruck, dass es im unteren Drittel etwas heller ausfällt. Das kommt aufs Gleiche heraus. Schwankungen bei der Farbtemperatur sind dagegen so gut wie keine auszumachen.

Unten links ist das schwarze Testbild zu sehen, wie man es auch mit freiem Auge sieht. Das Foto unten rechts zeigt das Schwarzbild mit verlängerter Belichtung, um die Problembereiche stärker sichtbar zu machen.

Weißbild: Ordentliche Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität
Weißbild: Ordentliche Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Wie bereits erwähnt, ist der Schwarzwert keine besondere Stärke des ViewSonic PX748-4K. Auch bei einem schwarzen Testbild kommt noch deutlich sichtbares Restlicht durch. Es sieht daher eher nach einem dunklen Grau als nach Schwarz aus. Ansonsten wirkt aber auch das Schwarzbild mit freiem Auge sehr gleichmäßig. Zwar sieht es beim aktuellen Probanden ebenfalls eher warm bzw. leicht rötlich aus, aber bei Weitem nicht so deutlich wie zum Beispiel beim BenQ TK850i.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Graustufen und Farbverläufe

Die Graubalance kann beim ViewSonic PX748-4K auf Anhieb überzeugen. Die Graustufen wirken alle völlig neutral. Die hellsten Stufen sind vollständig und die dunkelsten bis einschließlich Stufe 10 zu erkennen.

Graustufendarstelluing des ViewSonic PX748-4K
Graustufen

Graustufen-Testbild 2
Graustufen-Testbild 2
Graustufen-Testbild 3
Graustufen-Testbild 3

Nicht ganz so gut sieht es beim Grauverlauf aus. Bei genauem Hinsehen sind hier dezente Farbschimmer zu erkennen, allerdings nur aus nächster Nähe. Aus normalem Betrachtungsabstand wirkt der Verlauf durchaus sehr gleichmäßig – horizontal wie vertikal. Schwach ist lediglich der dunkle Bereich aufgrund des geringen Schwarzwertes.

Farbwiedergabe

Während die hellhäutige Dame im folgenden Testbild positiv formuliert noch recht lebendig wirkt, ist bei der dunkelhäutigen Dame ein gewisser Rotstich nicht zu übersehen. In den Farbverläufen der drei Primärfarben erkennt man, dass in stark gesättigten Bereichen teilweise die Differenzierung verloren geht. Während es bei Blau noch ganz passabel aussieht, fallen bei Rot und Grün die Abstufungen in der Bildmitte komplett zusammen. In solchen Bereichen wirkt das Bild dann flach, Details gehen verloren.

Details können in stark gesättigten Farbbereichen verloren gehen – vermutlich durch Pixelshifting bedingte Moiré-Probleme
Details können in stark gesättigten Farbbereichen verloren gehen – vermutlich durch Pixelshifting bedingte Moiré-Probleme

Während das Gamma und die Helligkeitsabstufungen sehr gut aussehen, werden in der Grafik mit den sehr eng zusammenliegenden Linienpaaren Moiré-Effekte sichtbar. Möglicherweise ist das durch das Pixelshifting bedingt.

Zur Farbraumabdeckung macht ViewSonic beim PX748-4K keine Angaben. Im Standardmodus geht der Farbraum bei Rot und Blau etwas über die HDTV-Norm hinaus. Bei Grün finden wir dagegen in jedem Bildmodus ein merkliches Defizit.

Diagramm: Farbraum im Modus "Film-Normal"
Farbraum im Modus „Film-Normal“
Diagramm: Farbraum im Modus "Film-Eco"
Farbraum im Modus „Film-Eco“

Generell kann man sagen, dass die verringerte Lichtleistung im Lampenmodus „Eco“ auch die Farbraumgröße etwas reduziert. Die Reduzierung fällt aber eher geringfügig aus. Die Farbtemperatur und die Position des Farbraums bleiben ansonsten ziemlich konstant, sodass subjektiv beim Umschalten keine Dissonanz entsteht.

Diagramm: Farbraum im Modus "Standard-Normal"
Farbraum im Modus „Standard-Normal“
Diagramm: Farbraum im Modus "Standard-Eco"
Farbraum im Modus „Standard-Eco“
Diagramm: Farbraum im Modus "Sport-Normal"
Farbraum im Modus „Sport-Normal“
Diagramm: Farbraum im Modus "Max-Normal"
Farbraum im Modus „Max-Normal“

Am größten fällt der Farbraum im Modus „Sport“ aus, dicht gefolgt von „Standard“. Am stärksten getrimmt wird der native Farbraum im Modus „Film“. Aus unserer Sicht ist das aber eher ein Mehrwert. Da uns die Darstellung vor allem im Spielfilm-Betrieb hier am besten gefallen hat, beziehen wir uns im Folgenden und in der subjektiven Beurteilung vor allem auf diesen Modus.

Der Anstieg der Helligkeit ist sehr ordentlich mit nahezu deckungsgleichen Primärfarben. Erst ab 60 % splitten sie sich etwas auf. Der Gamma-Verlauf ist zwar – bis auf das Wegknicken ab 80 % – ganz gut an den Normverlauf angepasst, die Kurve liegt aber durch die Bank zu niedrig. Im Durchschnitt ermitteln wir das Gamma mit 1,95 (statt 2,2).

Diagramm Modus "Film-Normal": Helligkeitsanstieg
Modus „Film-Normal“: Helligkeitsanstieg
Diagramm Modus "Film-Normal": Gamma-Verlauf
Modus „Film-Normal“: Gamma-Verlauf

Auch die Farbtemperatur verläuft sehr gleichmäßig und entspricht ziemlich genau der Kinonorm von 6500 K. In der eigenen Heimkino-Umgebung ist dabei aber auch der Einfluss der Leinwand zu berücksichtigen und ggfls. auszugleichen.

Beim Verlauf des RGB-Niveaus sieht man noch einmal das leichte Auseinanderdriften der Primärfarben. Die Farbtemperatur-Abweichung macht aber nur knapp 150 K aus. Das ist selbst für geschulte Augen kaum zu erkennen.

Wer seinen ViewSonic PX748-4K dennoch kalibrieren möchte, findet dazu im OSD zahlreiche Einstellmöglichkeiten. Selbst zwei zusätzliche ISF-Bildmodi (Day & Night) sind dazu vorhanden.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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