Test ViewSonic VG2755-2K – prädestiniert für das Büro
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Reaktionsverhalten

Den ViewSonic VG2755-2K haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Zur Verbesserung der Gaming-Performance hat der VG2755-2K gleich mehrere Optionen, die allerdings etwas unlogisch im OSD versteckt sind. Aktiviert man den Bildmodus „Office“, gibt es darunter verschachtelt drei Custom-Modi. Hier kann man sowohl die Option „Geringe Eingangsverzögerung“ aktivieren als auch den „Ansprechzeit“ getauften Overdrive regeln.

Hier gibt es die Stellungen „Standard“, „Erweitert“ und „Ultraschnell“. Als Standardwert ist „Standard“ voreingestellt. Der Input-Lag kann durch die Option „Geringe Eingangsverzögerung“ tatsächlich etwas verbessert werden. Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund, diese Funktion nicht generell aktiviert zu lassen.

60 Hz, Overdrive „Standard“

Bei 60 Hz und ausgeschaltetem Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 18 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 16 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 21,4 ms, und der CtC-Wert wird mit 19,2 ms ermittelt.

Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist sehr neutral.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Standard“): mäßige Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Standard“): mäßige Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Standard“): keine Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Standard“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Erweitert“

In der Werkseinstellung „Erweitert“ bei 60 Hz werden die Schaltzeiten schon sichtbar verkürzt, wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 15,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 16,4 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt schnelle 16,6 ms. Der CtC-Wert hat sich mit 12,8 ms ebenfalls verbessert.

Überschwinger bleiben dennoch aus und der Helligkeitsverlauf ist weiterhin neutral. Auch für das Büro ist dieser Modus offensichtlich die bessere Wahl.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „TF60“): flotte Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „TF60“): flotte Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „TF60“): minimale Überschwinger
60 Hz (Overdrive „TF60“): minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Ultraschnell“

In der höchsten Stellung „Ultraschnell“ bei 60 Hz messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 6,4 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt sehr schnelle 9,3 ms. Auch der CtC-Wert konnte sich mit 7,2 ms noch einmal deutlich verbessern.

In der höchsten Overdrive-Stufe erreicht der Proband also fast Gaming-taugliche Werte – allerdings auf Kosten der Bildqualität. Überschwinger werden teils sehr deutlich sichtbar und kratzen bereits an der Obergrenze unserer Grafik. Wer den VG2755-2K tatsächlich als Gaming-Monitor verwenden möchte, kann für schnelle Spiele aber durchaus mal mit dieser Einstellung experimentieren.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Ultraschnell“): Gaming-taugliche Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Ultraschnell“): Gaming-taugliche Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Ultraschnell“): sehr deutliche Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Ultraschnell“): sehr deutliche Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Standard"
60 Hz, Overdrive „Standard“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Erweitert"
60 Hz, Overdrive „Erweitert“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Ultraschnell"
60 Hz, Overdrive „Ultraschnell“

Latenzzeit und subjektive Beurteilung

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim ViewSonic VG2755-2K messen wir mit 12,7 ms eine akzeptable Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist in der höchsten Overdrive-Stufe mit 4,7 ms kurz, insgesamt macht das 17,4 ms.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des VG2755-2K arbeitet mit „White LED“ und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Damit ist das Gerät über alle Helligkeitsstufen weg frei von Flackern.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Sound

Der Vollständigkeit halber hat der VG2755-2K zwei Stereo-Lautsprecher mit je 2 Watt Ausgangsleistung an Bord. Auch bei maximaler Lautstärke bleiben sie sehr leise und reichen bei der Klangqualität primär für die Systemklänge. Für informative YouTube-Videos oder Videokonferenzen wären sie nach unserer Einschätzung nur als kurzzeitige Notlösung zu gebrauchen.

Schwache Lautsprecher, kein Audio-Ausgang
Schwache Lautsprecher, kein Audio-Ausgang

Tonsignale kann das Gerät grundsätzlich an allen drei Eingängen entgegennehmen (DP, HDMI, USB-C). Da überraschenderweise ein externer Audio-Ausgang fehlt, können die Tonsignale dann aber ausschließlich über die eingebauten Lautsprecher wiedergegeben werden.

Das ist nicht nur für den Unterhaltungsbereich schon ein Manko. Sicherlich kann man die Trennung von Video- und Audiosignalen auch am PC bewerkstelligen. Der Anschluss eines Headsets direkt am Monitor beispielsweise für die Telefonie wäre aber bei einem Business-Monitor ebenso wünschenswert gewesen.

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