Test ViewSonic VP2768a: Beeindruckende Bildhomogenität
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Bedienung

Die Bedientasten sind beim ViewSonic VP2768a eher unkonventionell in vertikaler Anordnung auf der Rückseite angebracht. Sie sind aber genau in Fingerlänge nach innen versetzt und damit gut zu finden. Sie haben einen klaren Druckpunkt und lassen sich gut bedienen. Im Gegensatz zu den eckigen Bedientasten ist die Taste für den Soft-off rund. Die Gefahr, das Gerät bei der Navigation versehentlich auszuschalten, ist daher gering.

Tasten und Bedienung des ViewSonic VP2768a
Tasten und Bedienung

OSD

Die Beschreibung des OSDs im Handbuch hat sich etwas verbessert. Angesichts des Funktionsumfangs bleiben aber Wünsche offen – insbesondere dort, wo gewisse Features nicht selbsterklärend ist.

Das erste Betätigen der Tasten 1 bis 4 befördert zunächst ein Quick-Menü zutage. Über diese Schnellauswahl lassen sich Bildmodus, Kontrast und Helligkeit sowie die Eingabequelle schnell und ohne Umweg ansteuern.

OSD: Quick-Menü (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Quick-Menü (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Standard-Color-Bildmodi (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Standard-Color-Bildmodi (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)

Das eigentliche OSD ist auf sechs Hauptmenü-Ebenen verteilt, die horizontal angeordnet sind. Die Unterpunkte befinden sich dann wieder in der Vertikalen, und deren Aufteilung ist überwiegend gut gewählt.
Im Detail verbergen sich aber einige Tücken, die zumindest reichlich gewöhnungsbedürftig sind.

Beispielsweise hat der ViewModus mit dem sonst üblichen Bildmodus als Ausgangspunkt nichts gemein und ist ab Werk ausgeschaltet. Professionelle Benutzermodi verbergen sich hinter dem auch über die Schnellauswahl verfügbaren Punkt „Standard Color“.

Im Hauptmenü muss man dagegen zunächst in die Rubrik „Color Adjust“ wechseln. Während in der Schnellauswahl auch die drei Speicherplätze für die Kalibration aufgerufen werden können, ist das im Menü ein eigener Punkt namens „Color Calibration“.

OSD: Wahl der Eingangsquelle (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Wahl der Eingangsquelle (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Farbeinstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Farbeinstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)

Hinter dem Punkt „ViewModus“ verbirgt sich eine Art von Presets. Teilweise mit Einstellungs-Unterpunkten, die auch unter „Color Adjust“ oder „Manuel Image Adjust“ vorhanden sind, teilweise mit Einstellungsmöglichkeiten wie „UltraClear“, „Advanced Gamma“ oder „Advanced Sharpness“, die nur hier zu finden sind.

Helligkeit und Kontrast kann man nach Auswahl eines ViewModus zwar anpassen, muss dazu aber in das Menü „Color Adjust“ wechseln. Ändert man hier andere Einstellungen außer Helligkeit, Kontrast oder Color-Format, wird man ohne Rückmeldung wieder aus dem ViewModus geworfen. Also Helligkeit und Kontrast dürfen dort angepasst werden, der Farbraum aber nicht – sonst wird der ViewModus wieder ausgeschaltet, und man landet in einem Standard-Color-Modus.

Passend zum Einsatzzweck gibt es in den ViewModi auch passende Varianten für Designer und Fotografen. Für letztere sind die Unterpunkte „Retro“, „Photo“, „Landscape“, „Porträt“ und „Monochrome“ gedacht. Nach welcher Logik hier der Punkt „Photo“ hineinpasst, erschließt sich uns nicht. Unter „Porträt“ kann man dann doch tatsächlich Schärfe, Hauttöne, TrueTone und Schwarzwert anpassen.

Wer also seine Bildbearbeitung lieber im OSD-Menü des Monitors als im EBV-Programm macht, wird sich freuen. Aus unserer Sicht haben solche Spielereien auf einem Gerät mit professionellem Anspruch schlichtweg nichts zu suchen. Wir empfehlen – insbesondere ernsthaften Anwendern, die ihr Gerät kalibrieren –, den Menüpunkt „ViewModus“ komplett zu ignorieren bzw. abgeschaltet zu lassen.

OSD: Manuelle Bildeinstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Manuelle Bildeinstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot: ViewSonic-Handbuch)

Die Bedienlogik weist leider auch sonst teilweise gefährliche Lücken auf. Oft ist nicht ganz klar, ob eine Veränderung von Reglerpositionen sofort übernommen wird oder erst noch eine Bestätigung braucht. Hinter dem Punkt „Alles abrufen“ im Systemmenü verbirgt sich die Komplettrücksetzung des Geräts auf Werkseinstellung – ohne weitere warnende Nachfrage. Die englische Übersetzung „All Recall“ ist auch nicht viel besser, sodass der Punkt nicht nur von uns in früheren Tests, sondern auch weltweit von anderen Testseiten moniert wurde.

Doch ViewSonic zeigt sich hier leider sehr Kritik-resistent. Zu Unterhaltungszwecken hätte man den Punkt doch wenigstens „Total Recall“ nennen können. Dann hätte man zumindest über den Bezug zum gleichnamigen Schwarzenegger-Film sinnieren können.

In Summe aus OSD, Bedienlogik und Handbuch bleibt das Fazit leider das gleiche wie bei anderen Geräten der VP-Serie: Man kann damit leben, aber angesichts der Preisklasse und der Zielgruppe bleibt dieser Bereich deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Bildqualität

Der Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Ansichtsmodus „Aus“,
Farbeinstellung „Angepasst“
Helligkeit: 70
Kontrast: 70
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: Nutzer
RGB: 97/98/100
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Standard

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Die Graubalance macht bereits ab Werk einen ausgezeichneten Eindruck. Die hellsten Graustufen sind vollständig zu erkennen, die dunkelsten zumindest bis einschließlich Stufe 6.

Auch feine Grauverläufe werden sehr gut und gleichmäßig dargestellt. Das gilt in der Vollbilddarstellung auch in der Vertikalen und in dunklen Bereichen bis zu den Bildrändern. Farbschimmer und Banding-Effekte sind dabei nicht festzustellen.

Graustufendarstellung des IPS-Panels vom ViewSonic VP2768a
Graustufen

Beim Blauverlauf sind uns dagegen die Bildecken sichtbar störend aufgefallen. Zum einen sind sie deutlich aufgehellt, zum anderen zeigen sie eine gelbliche Einfärbung. Bei anderen Farben und im Grauverlauf haben wir davon dagegen nichts bemerkt.

Bei stärkeren horizontalen Blickwinkeln gehen bei unserer Testgrafik in den dunklen Bereichen eine bis zwei Stufen durch die IPS-Aufhellung verloren. In hellen Bereichen wird die Farbtemperatur merklich kühler – spätestens ab 45°-Winkeln. Bei vertikalen Blickwinkeln scheint das Bild dagegen eher wärmer zu werden.

7 KOMMENTARE

  1. Hallo, kann ich damit rechnen, dass die 4K-Version (VP2758a-4K) ähnliche Werte aufweist?
    Das z.B. Die Werte der Bildhomogenität, Ausleuchtung etc. nahe beieinander liegen oder ist das nicht möglich, da ein anderes Panels verbaut ist?

  2. Schade das kein DVI Eingang vorhanden ist.
    Meine Grafikkarte bietet nur 2x DVI und mini HDMI.
    Gibt es einen gleichwertigen Monitor mit DVI bzw. würde ein mini HDMI auf HDMI Adapter ohne Qualitätseinbusse funktionieren.

    • Neue Modelle setzen auf USB-C, DisplayPort oder HDMI. DVI ist ein aussterbender Anschluss. Ich würde mir überlegen eine neue Grafikkarte zu erwerben.

  3. Wenn der Bildschirm senkrecht steht, sind es ziemlich genau 6 cm. Der VP2768a lässt sich also vergleichsweise sehr weit absenken. Es gibt wenig Monitore, die sich noch niedriger einstellen lassen. Beispiele wären die CS- und CG-Serie von EIZO, die sich bis auf den Drehteller absenken lassen. In welchen Anwendungsfällen ist das von Belang?

  4. Wie hoch ist der Abstand zwischen Tisch und der Unterkante vom Bildschirm in der niedrigsten Einstellung?
    In einigen Reviews wurde dies kritisiert, da man ihn nicht weit genug nach unten positionieren kann.
    Vielen Dank.

    • Wenn der Bildschirm senkrecht steht, sind es ziemlich genau 6 cm. Der VP2768a lässt sich also vergleichsweise sehr weit absenken. Es gibt wenig Monitore, die sich noch niedriger einstellen lassen. Beispiele wären die CS- und CG-Serie von EIZO, die sich bis auf den Drehteller absenken lassen. In welchen Anwendungsfällen ist das von Belang?

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