Test ViewSonic VP2768a: Beeindruckende Bildhomogenität
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Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung des IPS-Panles bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung des IPS-Panels bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Bei mittiger Sitzposition sind Aufhellungen insbesondere in den Ecken unten zu erkennen. Rechts sind sie farbneutral, dafür aber am stärksten. Hier sind am Rand auch Ungleichmäßigkeiten in der Ausleuchtung in Form von dunkleren Stellen zu erkennen. Sie verschwinden selbst bei lotrechter Betrachtung nicht und sind somit nicht rein durch den Blickwinkel bedingt. Auf der linken Seite sind die Aufhellungen weniger deutlich, dafür aber mit gelblicher Einfärbung.

Weicht man stärker von der mittigen Sitzposition ab, wird die übliche Aufhellung durch das IPS-Glow sichtbar. Die in den unten stehenden Bildern zu erkennende Einfärbung sieht man nur von rechts. Von schräg oben links sieht die Aufhellung eher farbneutral aus.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2768a
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2768a

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 330 cd/m². Das liegt mit 6 % etwas unter der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit vor wie nach der Software-Kalibrierung auf ein Minimum von 25 cd/m², sodass der ViewSonic VP2768a auch problemlos für das Arbeiten in absoluter Dunkelheit eingesetzt werden kann. Nach der Kalibrierung steigt die Maximalhelligkeit sogar leicht auf 335 cd/m².

Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Software-Kalibrierung im Durchschnitt bei sehr guten 1008:1.

Da der ViewSonic VP2768a sowohl im OSD als auch in der Kalibrierungs-Software Optionen zur Optimierung der Homogenität besitzt, ist das Kontrastverhältnis aber auch davon abhängig und kann erheblich geringer ausfallen.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – ohne Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – ohne Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild – ohne Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild – ohne Gleichförmigkeitskorrektur

Hier liefert der ViewSonic VP2768a zunächst ein für Allrounder typisches Ergebnis. Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 9,41 % und einem Maximalwert von 19,67 % zufriedenstellend. Besser sieht es bei der Farbhomogenität aus. Sie ist im Durchschnitt wie auch bei der Maximalabweichung bereits gut (Delta-C-Average: 1.39, Delta-C-Maximum: 2.90).

Der ViewSonic VP2768a besitzt aber auch noch zwei Optionen, um die Bildhomogenität zu verbessern. Zum einen geht das über den Schalter „Uniformity“ im OSD. Der steht allerdings nur in bestimmten Bildmodi zur Verfügung, etwa im sRGB-Modus. Dort ist der Schalter ab Werk auch aktiv.

Laut ViewSonic liegt das daran, dass sonst bestimmte Grenzwerte überschritten werden, innerhalb deren die Ausgleichsfunktion funktioniert. Die Helligkeit kann im sRGB-Modus noch angepasst werden, die Farbtemperatur aber nicht.

Die zweite Möglichkeit steht als Option „Gleichförmigkeitskorrektur“ über die Software zur Hardware-Kalibrierung zur Verfügung. Diese Option ist deutlich zeitaufwendiger und erfolgt im Anschluss an die Kalibrierung in der Bildschirmmitte. Über die gesamte Bildschirmfläche verteilt werden dann die Helligkeit und die Farbtemperatur an bis zu 25 Stellen gemessen und die Ergebnisse für die Korrektur der Gleichförmigkeit verwendet.

Beide Optionen sind äußerst wirksam und führen sowohl bei der Farbreinheit wie auch bei der Helligkeitsverteilung zu einem extrem guten Ergebnis. Wie üblich führt das aber im Gegenzug zu einer Reduzierung des Kontrastverhältnisses. Beim Schalter im OSD und damit im sRGB-Modus ab Werk reduziert es sich auf ca. 400:1 – ein schlechtes Ergebnis. Schaltet man die Korrektur im sRGB-Modus aus, erhöht sich das Kontrastverhältnis wieder auf das oben genannte Niveau von etwas über 1000:1.

Deutlich besser sieht es bei der Hardware-Kalibrierung mit der Software Colorbration aus. Mit Ausgleich erzielt das Kontrastverhältnis mit 730:1 zumindest ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis. Ohne Ausgleich liegt es nach der Hardware-Kalibrierung bei 850:1. Das ist ein guter Wert, aber im Vergleich zum Ausgangspunkt auch schon etwas reduziert.

Hinsichtlich ihrer Wirksamkeit sind die Ergebnisse der beiden Optionen zwar nicht identisch, aber in beiden Fällen extrem gut. Das Aufzeigen der Unterschiede wäre daher rein akademisch – zumal die OSD-Option aufgrund der heftigen Kontrastreduktion nicht wirklich überzeugen kann. Daher beschränken wir uns hier auf das Resultat der Gleichförmigkeitskorrektur während des Kalibrierungsvorgangs.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskorrektur

Wirklich bemerkenswert ist, dass der ViewSonic VP2768a hier nicht nur die Helligkeitsverteilung, sondern tatsächlich auch die schon vorher gute Farbreinheit korrigiert. Die Helligkeitsverteilung ist jetzt mit einem Durchschnittswert von 1,88 % und einem Maximalwert von 5,91 % ausgezeichnet. Auch die Farbhomogenität ist im Durchschnitt und bei der Maximalabweichung nun über jeden Zweifel erhaben (Delta-C-Average: 0.35, Delta-C-Maximum: 0.60).

Der Unterschied ist auch subjektiv deutlich zu sehen. Das geht beim ViewSonic VP2768a sogar im direkten Wechsel, indem man einfach zwischen einem GL-korrigierten und einem nicht GL-korrigierten Bildmodus hin und her wechselt.

7 KOMMENTARE

  1. Hallo, kann ich damit rechnen, dass die 4K-Version (VP2758a-4K) ähnliche Werte aufweist?
    Das z.B. Die Werte der Bildhomogenität, Ausleuchtung etc. nahe beieinander liegen oder ist das nicht möglich, da ein anderes Panels verbaut ist?

  2. Schade das kein DVI Eingang vorhanden ist.
    Meine Grafikkarte bietet nur 2x DVI und mini HDMI.
    Gibt es einen gleichwertigen Monitor mit DVI bzw. würde ein mini HDMI auf HDMI Adapter ohne Qualitätseinbusse funktionieren.

    • Neue Modelle setzen auf USB-C, DisplayPort oder HDMI. DVI ist ein aussterbender Anschluss. Ich würde mir überlegen eine neue Grafikkarte zu erwerben.

  3. Wenn der Bildschirm senkrecht steht, sind es ziemlich genau 6 cm. Der VP2768a lässt sich also vergleichsweise sehr weit absenken. Es gibt wenig Monitore, die sich noch niedriger einstellen lassen. Beispiele wären die CS- und CG-Serie von EIZO, die sich bis auf den Drehteller absenken lassen. In welchen Anwendungsfällen ist das von Belang?

  4. Wie hoch ist der Abstand zwischen Tisch und der Unterkante vom Bildschirm in der niedrigsten Einstellung?
    In einigen Reviews wurde dies kritisiert, da man ihn nicht weit genug nach unten positionieren kann.
    Vielen Dank.

    • Wenn der Bildschirm senkrecht steht, sind es ziemlich genau 6 cm. Der VP2768a lässt sich also vergleichsweise sehr weit absenken. Es gibt wenig Monitore, die sich noch niedriger einstellen lassen. Beispiele wären die CS- und CG-Serie von EIZO, die sich bis auf den Drehteller absenken lassen. In welchen Anwendungsfällen ist das von Belang?

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