Test ViewSonic VP2768a: Beeindruckende Bildhomogenität
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Colorbration

Die Startseite dient primär der Erkennung von Monitor und Kolorimeter und der Wahl des Workflows (Profilieren oder Qualitätsüberprüfung). Wir haben hier den Modus „Erweitert“ gewählt, um die maximal vorhandenen Einstellmöglichkeiten zu sehen.

Colorbration: Einstieg (Screenshot: Colorbration)
Colorbration: Einstieg (Screenshot: Colorbration)
Colorbration: Zieldefinition (Screenshot: Colorbration)
Colorbration: Zieldefinition (Screenshot: Colorbration)

Auf der zweiten Seite wird unter „RGB-Primärfarben“ der Zielfarbraum ausgewählt, auf den kalibriert werden soll. Da der VP2768a keinen erweiterten Farbraum beherrscht, scheint diese Option nicht so wichtig. Wie wir später bei der Farbraum-Emulation sehen, lässt sich der Proband damit aber auch ganz perfekt auf die Vorgaben von sRGB und Rec. 709 trimmen. Das funktioniert dann auch außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen, zum Beispiel bei der Videobearbeitung und -wiedergabe.

Wir haben hier einfach die Option auf „Native“ gesetzt. Wer mehr Optionen benötigt, muss „Benutzerdefiniertes xy“ wählen. Dann kann man auch den Weißpunkt, das Gamma und die Tonwertkurve bestimmen.

Colorbration: Profil-Optionen (Screenshot: Colorbration)
Colorbration: Profil-Optionen (Screenshot: Colorbration)
Colorbration: Mess-Optionen (Screenshot: Colorbration)
Colorbration: Mess-Optionen (Screenshot: Colorbration)

Die Profil-Optionen kann man ruhig auf Standardeinstellungen belassen. In den letzten beiden Schritten werden die Anzahl der Messfelder und der im Monitor für die Kalibrierung zu verwendende Speicherplatz ausgewählt. Hier kann man auch die Gleichförmigkeitskorrektur aktivieren. Anschließend wird die Kalibrierung gestartet.

Colorbration: Monitor-Optionen (Screenshot: Colorbration)
Colorbration: Monitor-Optionen (Screenshot: Colorbration)
Colorbration: Ergebnis (Screenshot: Colorbration)
Colorbration: Ergebnis (Screenshot: Colorbration)

Danach braucht man Geduld. Der Kalibrierungsvorgang läuft vollständig automatisch ab. Bei mittlerem Messfeldsatz vergehen knapp 14 Minuten, bevor man ggfls. von Hand eingreifen muss, um noch die Messungen für die Gleichförmigkeitskorrektur durchzuführen. Falls man diese Option aktiviert, dauert der Kalibrierungsvorgang insgesamt ca. 20 Minuten. Die 6 Minuten mehr lohnen sich aber, denn während diese Option beim Vorgänger noch nicht funktioniert hat, liefert sie jetzt ein extrem gutes Ergebnis.

Das erstellte Farbprofil wird automatisch in die Farbverwaltung des Betriebssystems eingetragen. Anschließend hat man noch die Möglichkeit, das Kalibrierungsergebnis zu überprüfen. Zum Abspeichern der Kalibrierungsergebnisse sind drei Speicherplätze bei den Bildmodi vorgesehen. Die Auswahl wird beim Kalibrierungsvorgang getroffen. Somit hat man die Möglichkeit, das Gerät auf unterschiedliche Ziele zu kalibrieren und dann einfach per Knopfdruck hin und her zu schalten.

Allerdings muss man dann auch den Profilwechsel in der Farbverwaltung manuell entsprechend nachziehen. Ansonsten bekommt man in Farbmanagement-fähigen Anwendungen eine falsche Darstellung. Eine Funktion, die diesen Wechsel automatisch übernimmt – wie beim ColorNavigator von EIZO –, bietet ViewSonic noch nicht an.

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der ViewSonic VP2768a zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance wie auch die Farbwerte sind sehr gut. Der Gammaverlauf ist bei der Option „Standard“ fast perfekt linear.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Auffällig ist lediglich die höhere Abweichung bei Blau. Sie bleibt aber noch im Rahmen und sticht vor allem deshalb so hervor, weil die anderen Werte so extrem gut sind. Insgesamt ist das Ergebnis sowohl bei den Farbwerten als auch bei den Grauwerten sehr gut.

Nach der reinen Software-Kalibrierung sind beim ViewSonic VP2768a – wie bei praktisch allen anderen Monitoren auch – Banding-Effekte in feinen Grauverläufen zu sehen. Bei der Software-Kalibrierung lässt sich das oft reduzieren, wenn man bei den Kalibrierungsoptionen für den Profiltyp „Tabelle“ statt „Matrix“ wählt.

Bei der Hardware-Kalibrierung hat man dieses Problem generell nicht, wie wir bereits eingangs erläutert haben. Auch beim ViewSonic VP2768a ist der Grauverlauf nach der Kalibrierung auf den nativen Farbraum perfekt. Wählt man stattdessen sRGB wie bei der nun folgenden Farbraum-Emulation, wird zwar der Farbraum sehr wirksam begrenzt. In den Tiefen nahe Schwarz sind dann im Grauverlauf aber Abstufungsprobleme zu erkennen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Farbraum-Emulationen

Farbraum-Emulationen dienen dazu, den Farbraum des Monitors auf einen gewünschten Zielfarbraum zu begrenzen. Das ist immer dann notwendig, wenn eine genaue Farbwiedergabe gefordert ist, aber die verwendeten Anwendungen bzw. Signalquellen kein Farbmanagement unterstützen. Das wären zum Beispiel Office-Anwendungen, die meisten Internetbrowser oder externe Signalquellen wie BD-Player.

Mit den Werks-Presets für sRGB und Rec. 709 bringt der VP2768a bereits zwei Farbraum-Emulationen ab Werk mit. Wir haben im Folgenden getestet, ob sich diese mithilfe der Hardware-Kalibration noch einmal verbessern lassen.

Diagramm: Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB
Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Im Vergleich zum sRGB-Modus ist das Ergebnis mehr als eindeutig. Die Farbraumabdeckung erhöht sich von 96 auf 99 %, und die Farbwerte wie auch die Graubalance sind jetzt gleichermaßen sehr gut. Die Farbtemperatur liegt hier perfekt bei 6500 K (statt 6800 K). Bemerkenswert ist zudem, dass der Gammaverlauf perfekt an die Norm angepasst werden konnte. Im Durchschnitt ermitteln wir das Gamma mit 2,19.

Last but not least: Während der Kontrast im sRGB-Modus mit im OSD aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur mit 400:1 schon reichlich mager ausfällt, ist er in der Emulation mit 701:1 schon recht gut, vor allem zum Softproofing.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

7 KOMMENTARE

  1. Hallo, kann ich damit rechnen, dass die 4K-Version (VP2758a-4K) ähnliche Werte aufweist?
    Das z.B. Die Werte der Bildhomogenität, Ausleuchtung etc. nahe beieinander liegen oder ist das nicht möglich, da ein anderes Panels verbaut ist?

  2. Schade das kein DVI Eingang vorhanden ist.
    Meine Grafikkarte bietet nur 2x DVI und mini HDMI.
    Gibt es einen gleichwertigen Monitor mit DVI bzw. würde ein mini HDMI auf HDMI Adapter ohne Qualitätseinbusse funktionieren.

    • Neue Modelle setzen auf USB-C, DisplayPort oder HDMI. DVI ist ein aussterbender Anschluss. Ich würde mir überlegen eine neue Grafikkarte zu erwerben.

  3. Wenn der Bildschirm senkrecht steht, sind es ziemlich genau 6 cm. Der VP2768a lässt sich also vergleichsweise sehr weit absenken. Es gibt wenig Monitore, die sich noch niedriger einstellen lassen. Beispiele wären die CS- und CG-Serie von EIZO, die sich bis auf den Drehteller absenken lassen. In welchen Anwendungsfällen ist das von Belang?

  4. Wie hoch ist der Abstand zwischen Tisch und der Unterkante vom Bildschirm in der niedrigsten Einstellung?
    In einigen Reviews wurde dies kritisiert, da man ihn nicht weit genug nach unten positionieren kann.
    Vielen Dank.

    • Wenn der Bildschirm senkrecht steht, sind es ziemlich genau 6 cm. Der VP2768a lässt sich also vergleichsweise sehr weit absenken. Es gibt wenig Monitore, die sich noch niedriger einstellen lassen. Beispiele wären die CS- und CG-Serie von EIZO, die sich bis auf den Drehteller absenken lassen. In welchen Anwendungsfällen ist das von Belang?

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